Vom Hunsrück an die Mosel

Nach drei Jahren erfolgreicher sportlicher Aufbauarbeit sollte der Traum des Aufstieges umgesetzt werden. Akute Personalprobleme zwingen den A-Liga-Verein SV Fortuna Fell allerdings momentan zum Umdenken.

Fell. Gregor Steffes ist ein leidenschaftlicher Fußballtrainer, der nichts dem Zufall überlässt. Bereits seit 28 Jahren gibt der 56-jährige Polizeibeamte sein Wissen um den Fußballsport an den Nachwuchs weiter, die meiste Zeit davon in Vereinen aus dem Spielkreis Hunsrück/Mosel.
1997 legte er die Prüfung zur Trainer A-Lizenz in Hannover ab und kehrte in seinen Heimatverein SG Haag/Horath zurück, wo er noch mit 40 Jahren in der Verbandsligamannschaft mitspielte. Nach weiteren Stationen in Bernkastel, Blankenrath und Sohren wechselte Steffes dann vor vier Jahren zum SV Fortuna Fell.
"Es macht unheimlich viel Spaß als Trainer, mit einer hungrigen und begeisterungsfähigen Mannschaft zu arbeiten", sagt Steffes, der schon vor seinem Einstieg in Fell das Fußballgeschehen im Kreis Trier-Saarburg interessiert verfolgte. "Die Fortuna hatte schon immer in der A-Liga eine gute Rolle gespielt, und deshalb hat mich diese Aufgabe gereizt." Das Ziel einer spielerischen und taktischen Verbesserung und Weiterentwicklung der Mannschaft sollte nicht mit "Hauruck-Methoden" und finanziellen Abenteuern, sondern durch gezielte und kontinuierliche Personalpolitik und sportliche Aufbauarbeit erreicht werden. Für den Coach aus Horath haben seine Jungs dessen Philosophie verinnerlicht und das ballorientierte Deckungssystem gut umgesetzt.
Zu Saisonbeginn standen dann aber sechs Stammspieler nicht mehr zur Verfügung. Neue Spieler konnten nicht verpflichtet werden. Die Vierer-Kette musste neu formiert werden, und Spieler aus der zweiten Mannschaft wurden mit der neuen Spielweise vertraut gemacht. Hinzu kommen dann noch Verletzte. "Mit den aktuellen Personalsorgen kann das primäre Ziel nur lauten, die A-Klasse zu halten. Wir müssen von Spiel zu Spiel denken und improvisieren", beschreibt Steffes die aktuelle Situation beim A-Ligisten SV Fell.
Steffes liebt die Perfektion des Fußballspielens und spricht immer wieder vom "Rasenschach". Schon als Jugendspieler wusste er, dass er einmal Fußballtrainer werden würde. Das runde Leder hat ihn schon immer fasziniert.
Auch die ständige Weiterbildung ist für den Fußballlehrer wichtig. Jedes Jahr nimmt er an internationalen Fußballkongressen teil, um auch von kompetenten Trainern zu erfahren, wohin der Weltfußball steuert.
Wie es mit dem SV Fortuna Fell weitergeht, macht Steffes von zwei Faktoren abhängig: "Der Verein hat Zukunft, wenn er auch weiterhin auf die Jugendarbeit setzt. Die Rahmenbedingungen stimmen. Der Spielerkader muss aber qualitativ und quantitativ aufgestockt werden, will man auch weiterhin in Fell attraktiven und erfolgreichen Fußball spielen." eb

Mehr von Volksfreund