Vorbeigestürmt: Tops und Flops der Bezirksliga

Vorbeigestürmt: Tops und Flops der Bezirksliga

Zumindest eine Überraschung offenbart die Zwischenbilanz in der Fußball-Bezirksliga West zur Winterpause: Nicht der große Favorit aus Krettnach marschiert vorneweg, sondern die Clubs aus Wittlich und Ellscheid. Die Herbstanalyse zeigt aber noch weitere Tops und Flops.

SG Lüxem/Wittlich


Unter den Fittichen von Trainer-Ass Frank Meeth rüstet sich die neue Spielgemeinschaft aus Lüxem und Wittlich für höhere Aufgaben. Die Meisterfrage wird im Grünewald zwar gemieden wie die Pest, doch als Herbstmeister ist die Meeth-Elf erste Wahl. Mit dem Ex-Kapitän der Morbacher Rheinlandliga-Mannschaft Oleg Tintor, der im Winter nach Lüxem wechselt, wurde ein weiterer erfahrener Oberligaspieler für das Unternehmen Aufstieg gewonnen.
SG Alfbachtal


Auch der Tabellenzweite aus Ellscheid hat sein Soll bisher erfüllt. "Wir sind mit dem bisher Erreichten zufrieden. Wir haben mit nur elf Gegentoren die beste Abwehr der Liga, allerdings hat unsere Offensive zuletzt an Schlagkraft verloren", zieht Coach Jörg Stölben eine zufriedene Zwischenbilanz. Die Vulkaneifeler integrierten im Sommer drei A-Junioren in den Kader und fühlen sich nicht unter Erfolgsdruck. Stölben: "Lüxem ist für mich klarer Favorit; aber auch Mehring und Konz werden im Frühjahr noch in den Titelkampf eingreifen."
SV Mehring II


Als bester Aufsteiger aus der A-Liga grüßt die Reservemannschaft aus Mehring vom dritten Tabellenplatz.
Die Rheinlandliga-Reserve der Moselaner verfügt über die zweitbeste Trefferquote und profitiert hin und wieder vom Aushilfspersonal aus dem Rheinlandligateam.
SV Konz


Mehrings Angriff wird nur noch vom SV Konz getoppt, dessen Stürmer es auf 54 Tore brachten. Auch Konz tauchte in der Umfrage im Sommer als Titelkandidat auf. "Unser Ziel ist ein Platz unter den ersten fünf", sagt Klubchef Werner Götze. Unter Trainer Patrick Zöllner, der sich immer wieder auch selbst einwechselt, sollen die Talente aus der eigenen Jugend eine Chance erhalten. Neuverpflichtungen sind nicht geplant.
SG Laufeld


Fünfter im Bunde der Top-Teams ist die SG Laufeld, die mit einigen Startschwierigkeiten zu kämpfen hatte, dann aber durch fünf Siege in Folge in den Führungszirkel vorschnellte. "Es läuft derzeit rund", resümiert Coach Hein Carl, der keine Notwendigkeit für Wintertransfers erkennt.
SG Schoden


Zu den Gewinnern der Hinserie gehört auch die SG Schoden, die durch eine starke Fangemeinde, mutigen Angriffsfußball und jugendliche Dominanz die Liga bereichert. Unter Trainer-Urgestein Peter Schuh (seit 1999) reift ein halbes Dutzend Talente heran, das die Saar-SG bis auf Platz sieben schnellen ließ. Mit Lukas Kramp kommt auch der derzeitige Torschützenprimus von der Saar.

SG GLÜ


Im Mittelfeld der Tabelle muss die erfolgsverwöhnte SG Großkampen überwintern. Die brüchige Heimbastion ist der Schlüssel für das Abdriften in ungewohnte Tabellen-Regionen. In der Hinrunde gewann die Elf von Günter Bretz nur zwei Heimspiele.
SV Morbach II


Federn lassen musste auch die zweite Morbacher Mannschaft. Stammcoach Rainer Nalbach übernahm die Morbacher Rheinlandligamannschaft, Andreas Schärf rückte auf der Bank nach. Dem starken Beginn in die Meisterrunde folgte ein herbstliches Tief mit sieben Spielen ohne Sieg.

SV Dörbach


Auf dem letzten sicheren Platz vor der Abstiegszone ankert derzeit der Ex-Rheinlandliga Dörbach. Der personelle Aderlaß im Sommer hinterlässt seine Spuren. Der Neuaufbau mit Trainer Rudi Jung kostet noch Zeit.

FC Bitburg


Im Vorjahr wurde der FC Bitburg als heißer Titelkandidat gehandelt, doch die Finanzkrise mit anschließender Spielerflucht und Vorstandswechsel brachten das Vereinsschiff ins Wanken. Unter neuer Führung stabilisiert sich die Lage, nur punktemäßig sind die Bitburger noch nicht im Soll.
SV Leiwen-Köwerich


Mit einer Mittelfeldrolle muss sich der Traditions club aus Leiwen begnügen. Der als Saisonziel ausgegebene Platz im oberen Drittel ist in weiter Ferne. "Der Kader ist zu dünn. Wichtige Spieler wie Scholli und Toni Scholtes sind verletzt. Unsere Lage ist nicht zufriedenstellend, deshalb wollen wir in der Winterpause unbedingt reagieren", will Coach Vito Milosevic personell nachlegen.

SV Krettnach


Als hoher Favorit ins Titelrennen gestartet, als Tabellensechster vor dem Weihnachtsbaum gelandet. Beim SV Krettnach hat man sich mehr von der Hinrunde versprochen. "Wir wurden in ein Wechselbad der Gefühle getaucht. Gute und schwache Leistungen wechselten sich ab. Zudem sind wir vom Verletzungspech verfolgt", sagt Coach Erwin Berg, der Handlungsbedarf sieht. Mit der Verpflichtung des Osburgers Patrick Dres soll die Offensive verstärkt werden, außerdem kommt aus Mehring Martin Bjelanovic. Der Tälchen-SV sucht derzeit noch nach einem neuen zweiten Torwart.
SV Niederemmel


Als Tabellenletzter hat Aufsteiger Niederemmel 33 Punkte weniger als der Klassenbeste. Auch der Trainerwechsel der Piesporter verfehlte bisher seine Wirkung. Mit nur zwei Siegen sind die Moselaner ohne Neuverpflichtungen wohl auch in der Rückrunde nur bedingt konkurrenzfähig.
SG Zell


Der vorletzte Tabellenplatz genügt kaum den Ansprüchen des Ex-Rheinlandligisten Zell-Bullay/Alf. Auch der übergangsweise Austausch der sportlichen Führung (Christoph Braun und Manuel Bausen lösten Kai Thönnes interimsweise ab) brachte nicht die erhoffte Wende. "Wir leiden noch an dem totalen Umbruch der Mannschaft", sagte Braun. Doch Zell sieht Licht am Ende des Tunnels: Seit gestern hat die SG einen neuen Trainer. Manfred Mähser kommt aus Mastershausen (Hunsrück). Mähser war in den 90er Jahren schon in Zell aktiv und soll nun das Ruder rumreißen. Es sind nur wenige Punkte bis ins rettende Mittelfeld.Extra

TuS Ahbach - SG Großkampen (Samstag, 17. Dezember, 16 Uhr, Hartplatz Leudersdorf) Mit dem Eifelderby in Leudersdorf macht die Bezirksliga am Samstag den Laden dicht. Im letzten Spiel des Jahres empfängt der Sechzehnte Ahbach den Zwölften aus Großkampen. Der gastgebende Aufsteiger manövriert nach zuletzt drei sieglosen Spielen im Dunstkreis des Abstiegs, zeigte zuletzt aber gute Heimleistungen. Glü könnte sich unterdessen mit einem Sieg gleich um drei Plätze in der Tabelle verbessern und im sicheren Mittelfeld überwintern. J.W.

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