1. Sport
  2. Fußball
  3. Regional

"Weiche Leiste": Wenn es bei jeder Bewegung brennt

"Weiche Leiste": Wenn es bei jeder Bewegung brennt

Fußball-Star Arjen Robben war kürzlich ein prominentes Opfer. Er kämpfte mit einer "weichen Leiste".

Der Sportmediziner Dr. Lothar Brümmer erklärt, was hinter dem Begriff steckt.
Ach so!


Symptome: "Bei bestimmten Bewegungen spüren Sportler wiederkehrende Schmerzen in der Leistengegend. Es brennt und zieht, aber man sieht nichts", sagt der Mediziner. Spreiz- und Trittbewegungen sowie rasche Richtungswechsel fördern die Beschwerden. In Sport-Pausen lassen die Schmerzen nach.
Grund des Übels: Als Leiste wird beim Menschen der untere seitliche Teil der Bauchwand bezeichnet. Am unteren Ende der Wand verläuft der sogenannte Leistenkanal, ein vier bis fünf Zentimeter langer Spalt. Erhöht sich bei Belastung der Bauchinnendruck, kann sich an dieser Stelle Gewebe nach außen unter die Haut vorstülpen. Dr. Brümmer: "Die weiche Leiste ist Ausdruck einer Schwächung oder Überdehnung der aus Bindegewebe bestehenden Leistenkanal-Hinterwand. Sie kann die Vorstufe eines Leistenbruchs sein." Die Folge von Instabilität und Druckbelastung ist eine schmerzhafte Reizung von Nerven.
Schwierige Diagnose: Die Schmerzen strahlen oft in den Unterleib, Oberschenkel oder die Hüfte aus. "Die Abgrenzung einer weichen Leiste von einem beginnenden Leistenbruch ist nicht einfach", sagt Dr. Brümmer. Im Gegensatz zu einem Bruch ist eine weiche Leiste nicht sichtbar.
Therapie: "Bei einer konservativen Behandlung ist eine Pause von wenigen Tagen meist schon hilfreich", sagt Dr. Brümmer. Weitere Behandlungsmöglichkeiten sind zum Beispiel physiotherapeutische Maßnahmen. Bei eindeutigem Verdacht auf Leistenbruch oder Schädigung der inneren Bauchwandschichten empfiehlt sich die Operation. bl