Weinsheimer Wunschgedanken

Die SG Weinsheim mischte nach der Winterpause die halbe Liga auf - eilte von Sieg zu Sieg. Die mit Ahbach beste Rückrundenmannschaft der Liga hat unter Trainer Peter Lichter zu mehr Selbstvertrauen gefunden. Der TV sprach mit dem Trainer, der den Verein wohl verlassen wird.

Dunkle Wolken zogen im Herbst in der nahe Prüm gelegene Gemeinde Weinsheim auf. Grund war der sportliche Absturz eines Vereins, der zu Beginn der neuen Saison den Anspruch hatte, um den Aufstieg mitzuspielen. So stand der ehemalige Bezirksligist lange Zeit in der Abstiegszone. Die Verantwortlichen waren zum Handeln gezwungen.

Ähnlich wie bei den großen Clubs, entwickelte die Trainerfrage eine Eigendynamik, so dass auf Manfred Hamper zunächst die Interimslösung Richard Großmann folgte. Großmann hielt die verunsicherte Truppe auf dem Damm, schaffte es, die prekär gewordene Lage mit Siegen im Spätherbst marginal zu entschärfen. Als bekannt wurde, dass Peter Lichter das Ruder erneut übernehmen würde, ging ein Ruck durch die Mannschaft, die oft die richtige Einstellung und die Laufbereitschaft vermissen ließ.

Unter seiner Ägide avancierte der jetzige Tabellenvierte zur besten Rückrundemannschaft neben Ligakrösus Ahbach. "Wir hatten eine gute Vorbereitung, konnten oft auf dem Platz trainieren - die Trainingsbeteiligung ging bergauf. Als wir im Team auf einigen Positionen umstellten, ein paar taktische Dinge probierten und die Mannschaft durch die Siege nach der Winterpause neues Zutrauen erhielt, sah das Team wieder mehr Spaß am Fußball", nennt Peter Lichter Gründe für den Aufschwung. So habe er nicht nur Einzelgespräche geführt, sondern auch das Konzept offensiver ausgerichtet.

Der Lohn war nun auch messbar. Sechs Siege am Stück bei einem Torverhältnis von 16:2 ließ das ehemalige Kellerkind auf Platz drei emporschnellen. Die letzte Niederlage datiert vom 21. November letzten Jahres mit 1:4 beim TuS Ahbach.

Da die konditionelle Seite auch wieder ins Soll kam, gab es weniger Probleme mit Verletzungen. Derzeit sind nur noch Jonas Dederichs und Björn Altendorf verletzt - kommen möglicherweise schon beim nächsten Spiel in Kyllburg zurück.

In den verbleibenden fünf Spielen setzt Trainer Lichter nicht nur auf den zu alter Stärke zurückfindenden Florian Dederichs, sondern aufs gesamte Kollektiv. "Mit einem Sieg wollen wir die Abstiegsangst endgültig bannen. Dann schauen wir, was noch geht", so der Coach, der den Verein am Saisonende mit großer Wahrscheinlichkeit wieder verlassen wird. "Ich bin jetzt 61 Jahre und habe als Trainer nicht nur in Prüm und Wallersheim schon viel erlebt. Aus familiären und gesundheitlichen Gründen werde wich wohl mein Amt zur Verfügung stellen. Derzeit laufen die Gespräche."

Doch in einem Punkt kann sich Peter Lichter sicher sein - die "Mannschaft wird ihren Weg gehen, weil sie nicht nur spielerisches Potenzial besitzt." L.S.