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Wittlich: „Werbung für Fußball in der Region“​

Fußball : Spitzenspiel Rot-Weiß Wittlich gegen Mosella Schweich: „Werbung für Fußball in der Region“

Über die Kulisse hätte sich mancher Regionalligist gefreut, und auch auf dem Platz wurde einiges geboten. Wie Spieler, Trainer und Verantwortliche das Spitzenspiel in der Fußball-Bezirksliga zwischen Rot-Weiß Wittlich und Mosella Schweich (3:2) erlebt haben.

Ob es jetzt 785 Zuschauer oder doch sogar 1107 waren, wussten die Verantwortlichen von Rot-Weiß Wittlich nach dem Hit in der Bezirksliga am Sonntag gegen den TuS Mosella Schweich (3:2, TV berichtete) selbst nicht so ganz genau. Im Endeffekt verständigten sich Geschäftsführer Stefan Wagner und der Sportliche Leiter Mehmet Akin darauf, dass die Differenz auf die Angabe der zahlenden Besucher und jenen, die sich insgesamt auf dem Kunstrasenplatz am Bürgerwehr eingefunden hatten (inklusive etwa der eintrittfreien Kinder) zurückzuführen war.

So oder so war es eine prächtige Kulisse. „Der Rahmen hat gepasst. Es hat großen Spaß gemacht, vor so vielen Leuten zu spielen“, bilanzierte Rot-Weiß-Kapitän Max Düpre, der vor der Saison von Oberligaabsteiger FSV Salmrohr an die Lieser gewechselt war und wie viele seiner Mannschaftskollegen Erfahrung aus dem  höherklassigen Amateurbereich mitbringt.

Das Plus an Routine und Cleverness gab am Ende auch den Ausschlag für die Gastgeber, die mit dem knappen und hartumkämpften Erfolg ihre Spitzenposition in der Bezirksliga auf vier Punkte Vorsprung gegenüber der Mosella ausgebaut haben. Sein Team habe zu den richtigen Zeitpunkten die Tore erzielt, wusste Wittlichs Trainer Karl-Heinz Gräfen, obschon die Schweicher seinem Team bis zum Ende alles abverlangt hätten. „Ich bin stolz auf meine Mannschaft, wie sie so dagegen gehalten hat.“ Gleichzeitig warnte der seit Saisonbeginn am Bürgerwehr tätige Gräfen vor allzu viel Euphorie: „Es war nur der erste von vielen anderen Siegen, die wir holen müssen, um unser Ziel zu erreichen.“

Das Vorhaben von Rot-Weiß ist klar: In der kommenden Saison wollen sie eine Etage höher in der Rheinlandliga spielen, und auch Liga sechs soll dem Vernehmen nach auf kurz oder lang noch nicht das Ziel aller Träume sein.

Die zweite Saisonniederlage gegen Wittlich tat den bislang ansonsten ausnahmslos siegreichen Schweichern weh. Für sein Team hätte die Partie nicht ungünstiger beginnen können, wusste Coach Thomas Schleimer: „Zuerst verletzt sich Julius Kalweit, und dann kassieren wir wenige Minuten später auch schon das 0:1. In der zweiten Halbzeit probieren wir nach dem 0:2-Rückstand aber noch mal alles, verkürzen auf 1:2 und 2:3. Schade, dass es am Ende nicht mehr zu einem Punkt gereicht hat.“ Seine Mannschaft sei noch jung und werde sich nach dem Rückschlag rechtzeitig zum abschließenden Spiel vor der Winterpause am Sonntag, 14.30 Uhr, daheim gegen den alten Rivalen aus Konz wieder aufrichten, zeigte sich Schleimer kämpferisch.

Für den 20-jährigen Mittelfeldspieler Kalweit war es ein extrem bitterer Sonntag: Er riss sich das Schulterband und wird nach Angaben von Mosella-Präsident Harald Emmrich am Donnerstag operiert. Verletzungsbedingt mussten auch die Wittlicher kurz vor Schluss wechseln. Gjergj Prebreza (Prellung) und Tim Habscheid (ausgerenkte Wirbel) kamen aber vergleichsweise glimpflich davon.

Als der souveräne Schiedsrichter Ingo Kreutz wegen der Verletzungspausen am Ende elf Minuten lang nachspielen ließ, schwappten die Emotionen am Bürgerwehr noch mal hoch. Doch auch nach Ansicht von Mosella-Boss Emmrich blieb alles im Rahmen: „Die Zuschauer waren wie die Spieler einfach überragend. Dass in so einem Spiel Emotionen dabei sind, ist doch etwas Schönes und gehört dazu. Alles in allem war das Werbung für den Fußball in der Region.“