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Region: Wo Geisterspiele  kein Thema sind

Region : Wo Geisterspiele  kein Thema sind

Welche organisatorischen Hürden es coronabedingt für die Clubs in der höchsten Spielklasse des Fußballverbandes Rheinland gibt und wie die Eckdaten aussehen, waren wichtige Punkte bei der Videokonferenz der Vereinsvertreter.

Viel Arbeit kommt zumindest in den ersten Wochen der neuen Saison in organisatorischer Hinsicht auch auf die Rheinlandligisten zu. Das wurde am Mittwochabend während der Videokonferenz der Clubvertreter mit dem Spielausschussvorsitzenden des Fußballverbandes Rheinland (FVR), Bernd Schneider, deutlich.

Maximal 350 Personen dürfen sich nach der aktuellen rheinland-pfälzischen Corona-Bekämpfungsverordnung zum Beispiel bei einem Fußballspiel auf einer Sportanlage aufhalten. Dort, wo die Abstandsregel nicht eingehalten werden kann, reduziert sich die Zahl noch einmal.

Stehen Derbys an oder finden attraktive Paarungen unter angenehmen äußeren Bedingungen statt, könnte das Zuschauerinteresse gerade in der höchsten Spielklasse des FVR schnell die behördlich vorgegebene Zahl überschreiten. Damit Gästefans nicht vor verschlossenen Toren stehen, riet Schneider den Vereinen, sich rechtzeitig abzustimmen, zehn Prozent des vorhandenen Kontingents zur Verfügung zu stellen und per Post zuzusenden: „Die nicht benötigten Eintrittskarten könnte der Gastverein dann ein paar Tage vor der Partie wieder zurückschicken, damit sie beim Heimverein noch in den Verkauf gehen können.“

In jedem Fall müsse gewährleistet sein, dass Listen mit  Kontaktdaten der Besucher geführt werden. „Das sind die Vorgaben, an die sich auch der Fußballverband zu halten hat“, stellte der Funktionär aus Wissen an der Sieg unmissverständlich fest. Er bat die online zugeschalteten Vereinsverantwortlichen, „peinlichst genau“ auf die Umsetzung der Hygienekonzepte, die mit den örtlichen Gesundheitsämtern abzustimmen seien, zu achten. Gerade den Ordnern falle bei den Spielen eine Schlüsselrolle zu. „Wir müssen so viel wie möglich dazu beitragen, dass die Saison nach dem Start Anfang September vollständig zu Ende gespielt werden kann.“ Und zwar mit Zuschauern: „Geisterspiele sind in der Rheinlandliga, wo die Vereine auf die Einnahmen angewiesen sind, unmöglich.“ Wie schwer Hygienekonzepte mit getrennten Ein- und Ausgängen und besonderen Auflagen im Sanitär- und Imbissbereich  auf den Sportanlagen der Rheinlandliga teilweise umzusetzen sind, kam in der Videokonferenz aber auch zum Ausdruck. Ob es wiederum Möglichkeiten gebe, bei bestimmten Spielen mehr als die grundsätzliche Maximalzahl von 350 abzüglich Spielern, Schiedsrichtern, Trainern oder Funktionären zuzulassen, wollten andere wissen. „Das müsst ihr dann mit dem zuständigen Gesundheits – und dem Ordnungsamt klären. Fragen kostet nix“, blieb dem Spielausschussvorsitzenden  nichts anderes übrig, als ausweichend zu antworten.

Sein Namensvetter Erich Schneider als Vorsitzender des FVR-Schiedsrichterausschusses machte deutlich, dass die Unparteiischen nicht angehalten sind, von sich aus aktiv zu werden, um Hygieneverstöße zu melden. Aber: „Wenn ein Team auf den Schiri zukommt und sich beschwert, wird der Mangel festgehalten.“

Im Kern der Konferenz stand die Feinabstimmung der Spieltermine für die kommende Saison, die coronabedingt so spät wie noch nie, nämlich am ersten September-Wochenende, startet. In die Winterpause geht’s erst nach dem 20. Dezember. Zwei Monate später rollt der Ball in der höchsten Spielklasse des Fußballverbandes Rheinland schon wieder. Das Saisonfinale ist für den 5. Juni 2021 vorgesehen. Nur zwei englische Wochen (zum Saisonstart und dann noch einmal Anfang Mai) hat Schneider in den Plan einbauen müssen.

Einige Derbys gibt es aus regionaler Sicht gleich in den ersten Runden der neuen Saison: So hat es die SG Hochwald-Zerf am Samstag, 5. September, mit Aufsteiger FC Bitburg zu tun. Am Mittwoch, 9. September, trifft die SG Ellscheid auf den FSV Trier-Tarforst und empfängt der SV Mehring die SG Hochwald. Am dritten Spieltag ist die SG Schneifel-Auw Gastgeber des FSV Tarforst, und hat es Ellscheid mit dem FC Bitburg zu tun.

Weil sich trotz des ausgesetzten Abstiegs die Anzahl der Teams nicht erhöht hat – neben der SG Mülheim-Kärlich durften auch der Zweite aus Emmelshausen und der Dritte vom FSV Salmrohr hoch – bleibt es bei der bestehenden Auf- und Abstiegsregel: Der Erste steigt in die Oberliga auf, der Vize hat die Chance, es ihm in der Aufstiegsrunde mit den Zweiten aus den Verbandsligen Südwest und Saar gleichzutun. Klappt das, würde im Idealfall sogar nur eine Mannschaft absteigen, ansonsten sind es zwei. Trifft es einen oder mehrere Rheinlandvertreter in der Oberliga, erhöht sich die Anzahl der Absteiger entsprechend.  In jedem Fall qualifizieren sich die Bezirksligameister aus den Staffeln West, Mitte und Ost für die Rheinlandligasaison 2021/22 – die dann, so die Hoffnung aller Vereinsverantwortlichen, am besten wieder ohne gesonderte organisatorische Auflagen über die Bühne gehen kann.