Zeit, dass sich in Ehrang was dreht

Vereine : Zeit, dass sich was dreht

Zu wenige Helfer, die sich im Hintergrund engagieren, und zu viele Aufgaben, mit denen das Häuflein der Aufrechten  klarkommen muss: So gestaltet sich in vielen (Sport-)Vereinen das Szenario. Beim SV Ehrang wollen sie dem entgegentreten. Deshalb haben die Mitglieder bei der Jahreshauptversammlung eine neue Struktur auf den Weg gebracht.

Eine Vorstandsklausur mit einem Moderator, den der Sportbund Rheinland entsandt hatte, gab den Ehranger Verantwortlichen im Frühjahr den Kick, etwas zu verändern. „Es ging darum, intern Aufgaben besser zu verteilen, aber auch um die Frage, wie wir Angebote schaffen  können, damit sich möglichst viele Altersgruppen mit dem Verein identifizieren können“, sagt Alois Reichert, der während seiner Zeit als Vizepräsident des Fußballverbandes Rheinland bei seinem Heimatverein in Ehrang eher im Hintergrund wirkte,  seit der Jahreshauptversammlung Ende September aber einer von aktuell drei gleichberechtigten Vorständen ist.  Während er für die Vereinsentwicklung verantwortlich zeichnet, kümmert sich Uschi Fuhs um die Finanzen und Ralf Schwarze um die Geschäftsführung. Unbesetzt ist noch die Position des Vorstands Sportentwicklung.

Die breitere Spitze und damit klare Zuständigkeiten sind ein wesentlicher Punkt der neuen Struktur. „Jeder hat jetzt definierte Aufgabenbereiche“, weiß Ralf Schwarze. So gibt es beispielsweise nun mit Gerd Temmes einen speziellen  Schiedsrichterkoordinator, und Tim Dostert soll die E-Soccer-Abteilung vorantreiben.

„Die einzelnen Rädchen müssen natürlich auch ineinandergreifen“, ist sich Uschi Fuhs, die genauso wie Schwarze und Reichert zu den Vereinsurgesteinen gehört, bewusst. Deshalb sind verbesserte Kommunikationswege geplant – etwa durch regelmäßige Trainerversammlungen und die intensivere Nutzung der elektronischen Medien, wie etwa Newsletter und einen Youtube-Kanal.

Auch bei einer Jahreshauptversammlung, deren Besuch viele eher als lästige Pflichtaufgabe empfinden, kann man neue Wege gehen. So gab es in Ehrang bei der Totenehrung eine Bild-/Tonpräsentation mit den Konterfeis der zuletzt verstorbenen Vereinsangehörigen. „So emotional war dieser Tagesordnungspunkt noch nie bei uns. Beim einen oder anderen kullerten sogar die Tränen“, berichtet Reichert.

Mit seinen Vorstandskollegen stellt er derzeit vieles auf den Prüfstand, um den knapp 500 Mitglieder starken Traditionsverein fit für die Zukunft zu machen. Auch eine engere Zusammenarbeit mit den anderen Clubs im Stadtteil, allen voran die Gewichtheber und der Turnverein, kann er sich vorstellen: „Warum soll es nicht möglich sein, wenn wir administrative Aufgaben zusammenlegen und damit die Kosten teilen?“

Fußballerisch hat der SV Ehrang mehr denn je zu bieten und setzt dabei weiter auf die bewährte Kooperation mit dem TSC Pfalzel: Die erste Mannschaft sorgt im Rheinlandpokal für Furore und hat mal wieder gute Chancen, den Aufstieg in die Bezirksliga zu schaffen.

Mit gleich vier Seniorenteams hat die FSG Ehrang/Pfalzel ein Alleinstellungsmerkmal im gesamten Fußballkreis Trier-Saarburg und weit über dessen Grenzen hinaus. Hinzu kommen zwei Frauenteams, wobei die erste Garnitur in der  Rheinlandliga spielt. Der Trend im Nachwuchsbereich ist rückläufig – und das „ist nicht nur auf den demografischen Wandel zurückzuführen“, stellt Reichert klar. Ziel müsse es sein, in der kommenden Saison wieder eine A-Jugend auf die Beine stellen zu können. Schulkooperationen sind geplant; gerade, um den Mädchenfußball im Verein wieder anzukurbeln. Neue Reize sollen auf der Sportanlage auf der Heide gesetzt werden. Aktuell entsteht auf einem früheren Tennisplatz ein Kunstrasen-Kleinspielfeld. Die Engpässe bei der Platzbelegung sollen durch das 20 mal 40 Meter große Areal entschärft werden. Die Kosten trägt der SV Ehrang in Eigenregie, ist aber in ein Spendenprojekt der Volksbank Trier („Viele schaffen mehr“) integriert: Jeder Spende ab mindestens fünf Euro, die online bis 7. November eingeht, wird mit zehn Euro bezuschusst.

Mehr dazu: https://volksbank-trier.viele-schaffen-mehr.de/fussballkleinspielfeld oder über den SV Ehrang: Alois Reichert, Telefon: 0173/3038735 oder kuareichert@arcor.de; Weitere Infos zur Jahreshauptversammlung: www.sv-ehrang.de

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