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Zielgerade der Karriere erreicht

Zielgerade der Karriere erreicht

Der älteste Spieler der Fußball-Oberliga Südwest heißt Karl-Heinz Kieren und hütet das Tor des Aufsteigers FSV Salmrohr. Noch, muss man hinzufügen, denn der 42-Jährige, der älter ist als mancher Trainer in seiner Spielklasse, hat für das Ende der Saison seinen Rücktritt verkündet.

Salmrohr. "Dieses Mal endgültig", sagt Karl-Heinz Kieren, der in Fußballerkreisen nur "Kalle" gerufen wird. "Es reicht jetzt", sagt der gelernte Metzgermeister, der inzwischen in einem "artverwandten Beruf" arbeitet. Kieren ist Justizvollzugsbeamter und versieht seinen Dienst in der Küche der Wittlicher Justizvollzugsanstalt. Der dreifache Familienvater - zum Haus Kieren gehören Frau Sylvia und die Kinder Sophie (12 Jahre), Tim (11) und Lennard (4) - hat zwar "nur 28 Wettkampfjahre" hinter sich, sieht den Zeitpunkt aber dennoch gekommen, die aktive Laufbahn zu beenden. "Wenn wir die Oberliga halten, und ich glaube fest daran, dann ist das ein schöner Abschluss meiner Karriere."
Als vornehmes Understatement will er seine Einschätzung keineswegs verstanden wissen. "Wir haben fünf Punkte Rückstand auf Platz 1, aber auch nur fünf Vorsprung auf Platz 15." Daher ist es nachvollziehbar, dass der Torwart-Methusalem die Liga als "so ausgeglichen, wie wohl noch nie", aber auch, "viel stärker als noch vor einigen Jahren" einstuft. Wenn am Ende dieser Saison seine Karriere, die bei der SG Bernkastel begann und über Salmrohr, Trier, Aachen, Ahlen und Wilhemshaven zurück nach Salmrohr führte, "unwiderruflich" zu Ende geht, dann ist auch wirklich Schluss: "Ich werde auch nicht für Notfälle zur Verfügung stehen."
Er gibt zu, dass es ihm gerade jetzt schwerfällt, das Aus zu verkünden, "weil wir noch nie eine Mannschaft hatten, in der es auch menschlich so gestimmt hat. Wer sich Spiele von uns ansieht, kann das auch gut erkennen. Es gibt keinen Zwist und keine Schuldzuweisungen. Jeder ist für den anderen da und bereit, Fehler auszubügeln, statt sich in Vorwürfen zu ergehen." Aber ohne Fußball geht es bei Kieren natürlich nicht. Er will ein "Ausbildungszentrum für Torhüter" gründen. "Wie ich das mache, weiß ich noch nicht. Ob in Verbindung mit dem Verein, ob stationär oder mobil, das ist noch offen." Er sieht die Notwendigkeit und auch die Chance, etwas aufzubauen: "Das Torhüterspiel hat sich so gewandelt in den letzten Jahren, dass man viel früher beginnen muss, die Jungs, die diesen Job mal machen wollen, auf die Anforderungen vorzubereiten und sie zu schulen."
Fest vorgenommen hat er sich, mit Hilfe des Vereins und Freunden sein eigenes Abschiedsspiel zu organisieren. "Das dann wiedereröffnete Salmtalstadion bildet dafür den idealen Rahmen. Die Einnahmen werde ich einer sozialen Einrichtung spenden."