Südwestderby: Ekel-Plakate sorgen weiter für Gesprächsstoff

3. Fußball-Liga : Ekel-Plakate und fehlende Durchschlagskraft

Das Beste am Derby zwischen Kaiserslautern und Waldhof Mannheim: Die befürchteten Ausschreitungen sind ausgeblieben.

Auch am Tag nach dem ersten Derby zwischen den Roten Teufeln und den Waldhof-Buben seit 18 Jahren reißen die Gespräche unter den Fußball-Fans über die geschmacklose Fan-Choreographie der Lauterer („Waldhof verrecke“, der TV berichtete) nicht ab. Die Bild-Zeitung titelte „Ekel-Plakate“. Einerseits versuchten die Vereinsverantwortlichen beider Clubs im Vorfeld, mit einem offenen Brief die Wogen zu glätten, andererseits genehmigte der FCK diese Choreographie, weil sie von der Staatsanwaltschaft als Meinungsäußerung und nicht als Beleidigung eingestuft wurde. Ein Spiel mit dem Feuer, das aber rund um das Derby im Fritz-Walter-Stadion nicht ausgebrochen ist. Die Fans beschränkten sich auf verbale Duelle und das Abbrennen von Pyrotechnik im Stadion, der An- und Abmarsch der Mannheimer Anhänger blieb ohne größere Zwischenfälle.

Die knapp 37 000 Zuschauer sorgten für eine bundesligareife Atmosphäre auf dem Betzenberg. Lauterns Trainer Sascha Hildmann lobte die „fantastische Stimmung. Ich hatte häufiger Gänsehaut“. Mit dem Auftritt seiner Mannschaft konnte er nur in den ersten 60 Minuten zufrieden sein, am Ende ging seinen Spielern die Luft aus. Während Mannheim als Aufsteiger mit 13 Punkten als Sechster sogar Kontakt zu den Aufstiegsplätzen hält, hinken die Lauterer mit neun Zählern aus sieben Spielen als Tabellenzehnter den eigenen Ansprüchen hinterher.

Entsprechend enttäuscht waren die FCK-Spieler. Florian Pick trauerte der verpassten Führung nach: „Ein 2:1 wäre schön gewesen. Schade, dass der Ball nicht einfach mal reingerutscht ist.“ Timmy Thiele fühlt sich auf seiner neuen Position auf der rechten Angriffsseite wohl und besaß mehrere gute Chancen, ein Tor gelang ihm aber nicht. „Mit einem Sieg heute wäre es angenehm gewesen, in die Länderspielpause zu gehen.“ Noch wie ein Fremdkörper wirkte Neuzugang Lucas Röser, der in der 74. Minute eingewechselt wurde, aber blass blieb.

Vor der Pause wartet im Rheinlandpokal noch eine Pflichtaufgabe auf die Pfälzer gegen DJK SV Phönix Schifferstadt (Mittwoch, 19.30 Uhr, Südweststadion Ludwigshafen).

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