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Zum Trainer-Wechsel von Adi Hütter: Keine Zeiten für Fußball-Romantiker

Meinung : Keine Zeiten für Fußball-Romantiker

Schuld an dem derzeitigen Trainer-Theater in der Fußball-Bundesliga ist einer, der gar nichts dafür kann. Der Schweizer Lucien Favre, der mit Borussia Dortmund einige Punkte zu wenig holte, ansonsten wäre den Fans und den Vereinsmachern das unschöne und teure Bäumchen-wechsel-dich-Spiel auf den Trainerstühlen erspart geblieben.

Am 13. Dezember 2020 trennte sich der BVB von Favre, und sein Nachfolger Edin Terzic sollte nur eine Übergangslösung darstellen.

Nun nahm das Trainerkarussell so richtig Fahrt auf. Trotz langen Leugnens sickerte bald durch, dass der Gladbacher Marco Rose seinen so erfolgreichen Neuaufbau am Niederrhein im Sommer abbrechen und den BVB coachen wird. Was folgte, ist bekannt: Gladbach rauschte in der Tabelle nach unten, die Europacup-Plätze sind weit entfernt. Und nun das gleiche Spiel in Frankfurt: Kurz vor der Krönung einer überragenden Saison und nach starker Aufbauarbeit verkündet Adi Hütter seinen Abgang – zu Borussia Mönchengladbach. Frohlocken bei den Fohlen, Entsetzen bei den Frankfurter Fans – folgt nun auch der Absturz der Eintracht auf der Zielgeraden?

Vereinstreue wenigstens bei Trainern – auch diese Zeiten sind vorbei. Der Wechsel auf dem vorläufigen Höhepunkt: ein geschickter Schachzug oder ein kolossaler Fehler? Verlierer sind jedenfalls einmal mehr die treuen Anhänger.

s.strohm@volksfreund.de