Darts-WM 2023 Gabriel Gaga Clemens gelingt die Sensation: Sieg im Viertelfinale gegen Gerwyn „Iceman“ Price

Die Sensation ist perfekt! Der Saarländer Gabriel „Gaga“ Clemens bezwingt den haushohen Favoriten Gerwyn „Iceman“ Price und steht im Halbfinale der Darts-WM 2023 in London.

Gabriel „Gaga“ Clemens gelingt die Sensation: Sieg im Viertelfinale
Foto: dpa/Steven Paston

Nachdem mit Gabriel „Gaga“ Clemens zum ersten Mal in der Geschichte der Darts-WM ein Deutscher den Sprung ins Viertelfinale geschafft hat, gehört der „German Giant“ nun sogar zu den besten vier Dartspielern der Welt. Pünktlich zu Neujahr gab es die nächste Gala. Diesmal gegen den Waliser Gerwyn „Iceman“ Price. Obgleich Price den ersten Satz für sich entscheiden konnte, war der Saarländer in der Folge nicht zu stoppen.

Kuriosität des Abends: Beim Stand von 3:1 Sätzen für Clemens setzte sich Price geschlossene Muschelkopfhörer auf. Das beeindrucke Clemens aber gar nicht. „Gaga“ marschierte anschließend zum 5:1-Sieg gegen die Nummer eins der Weltrangliste und steht im Halbfinale.

 London: Darts: WM, Viertelfinale, Clemens (Deutschland) - Price (Wales) im Alexandra Palace: Gerwyn Price (l) trägt Kopfhörer in dem Spiel gegen Gabriel Clemens (1. Januare 2023)

London: Darts: WM, Viertelfinale, Clemens (Deutschland) - Price (Wales) im Alexandra Palace: Gerwyn Price (l) trägt Kopfhörer in dem Spiel gegen Gabriel Clemens (1. Januare 2023)

Foto: dpa/Zac Goodwin

„Gaga“ Clemens im Halbfinale gegen Michael Smith

Nun bekommt es der 39-Jährige am Montagabend (ab 20.30 Uhr) in der Runde der letzten Vier mit dem englischen Vorjahresfinalisten Michael Smith zu tun. Im größten Spiel seiner Karriere packte Clemens eine herausragende Leistung aus und düpierte den hohen Favoriten über weite Strecken.

Während für den Deutschen jetzt sogar der sensationelle WM-Titel möglich ist, wird der frühere Rugby-Profi Price seinen Status als Nummer eins der Welt zum 4. Januar einbüßen.

Hunderte Fans aus Deutschland waren im "Ally Pally"

In der Geschichte des deutschen Darts-Sports, der es vor Silvester sogar in die Tagesschau um 20.00 Uhr schaffte, war die Partie zur TV-Primetime die bislang bedeutendste. Hunderte Fans aus Deutschland waren im "Ally Pally", einige Fans hatten für das unerwartete Highlight an Neujahr sogar ihre Flüge umgebucht. Und Clemens, der das Jahr 2022 als "Achterbahnfahrt" beschrieb, wollte an die drei Siege gegen eher unbekannte Profis anknüpfen, in dem er eine Sensation gegen einen echten Weltklassespieler vollbringt.

Nach einem Silvesterabend, der kurz nach Mitternacht endete, sagte der gelernte Maschinenschlosser: „Auf alle Fälle geht es mir gut. Ich fühle mich gut, bin gut vorbereitet. Ich freue mich drauf, dass es ins Viertelfinale geht.“ Tatsächlich war es für Clemens das erste Viertelfinale überhaupt bei einem Major-Turnier – und dann gleich beim größten und höchstdotierten.

Darts-WM Viertelfinale: Nervosität zu Beginn

Sportlich sprach eigentlich alles gegen Clemens: Die Ranglistenposition (25 vs. 1), die Anzahl der Titel (0 zu 28) und auch der direkte Vergleich, bei dem der polarisierende Muskelprotz aus Wales bislang alle vier Duelle gewann.

Dementsprechend eindeutig ging es auch los. Price zeigte sich im ersten Satz von seiner allerbesten Seite, checkte erst eine 140 und im Anschluss eine 110. Mit einer perfekten Doppelquote holte sich der Favorit souverän den ersten Satz.

Dann legte Clemens seine Nervosität ein Stück weit ab und fand in die Partie. Die deutsche Nummer eins steigerte das Scoring und sicherte sich den Satzausgleich. Clemens zeigte die Faust in Richtung seiner Partnerin Lisa, erstmals war ihm ein bisschen Genuss auf der größten Darts-Bühne der Welt anzusehen. „Das ist ein schönes Erlebnis. Ich hoffe, dass es nicht das erste und letzte Mal ist“, sagte Clemens vorher, der ein solch langes Format über fünf Gewinnsätze zuvor aus der Praxis kaum kannte – im Gegensatz zu Price.

Darts-WM Viertelfinale: „Gaga“ dreht den Spieß souverän um

Es entwickelte sich ein packendes und zeitweise hochklassiges Match. „Ich sage immer, dass ich erst ab dem Viertelfinale mein bestes Spiel finde“, sagte Price, der zwar sechs perfekte Darts spielte, dann aber ganz lange Zeit schwächelte. Clemens war im dritten und vierten Satz deutlich überlegen und erspielte sich zahlreiche Gelegenheiten auf die Doppelfelder. Die zwischenzeitliche 3:1-Führung kam nach dem schwachen Start überraschend.

„Oh, Gabriel Clemens“, erklang es lautstark im Alexandra Palace. Nunwar Price gefordert – und kam nach einer TV-Werbepause plötzlich mit riesigen Kopfhörern auf die Bühne zurück. So etwas hatte man selbst im an Kuriositäten reichen Darts-Sport noch nie gesehen. Sportlich half es nicht. Clemens wahrte die Nerven und zog bis zum sensationellen Sieg durch.