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Frauen-Nationateam vor den beiden EM-Qualifikationsspielen in Trier

EM-Qualifikation : Die deutschen Handballerinnen sind in Trier: Wie das Nationalteam sich auf seine Spiele in der Arena vorbereitet

Zurück am Ort eines verrückten Spiels: DHB-Kapitänin Emily Bölk erinnert sich an ihr erstes Spiel in Trier und freut sich mit Mannschaft und Trainer auf die Stimmung an der Mosel, denn: Für die EM-Quali-Spiele gegen Griechenland und Belarus sind Fans erlaubt.

Emily Bölk kann sich noch genau an Trier erinnern: „Dieses Spiel war absolut verrückt, so etwas habe ich danach nicht mehr erlebt.“ Am 27. November 2016 stand in der Arena Trier der letzte deutsche Test vor der Frauenhandball-Europameisterschaft an, Gegner war EM-Gastgeber Schweden. Am Vorabend hatte es ein 24:24 gegen Schweden in Hamm/Westfalen gegeben, aber danach sah es zur Pause definitiv nicht aus: die deutschen Handballerinnen lagen in Trier 10:20 hinten, ein Debakel drohte. Aber dann: sensationell kämpfte sich die Auswahl des Deutschen Handballbunds (DHB) heran, schaffte am Ende tatsächlich noch ein 28:28-Remis.

Kaptitänin Emily Bölk freut sich auf ihr zweites Spiel in Trier

Mittendrin die damals 18-jährige Bölk, die wenige Wochen zuvor ihr erstes Länderspiel bei den Frauen bestritten hatte. „Es war die Vorbereitung auf mein erstes großes Turnier damals, deswegen kann ich mich so gut an alles erinnern“, sagt die heute 23-Jährige, die seit diesem Sommer mit Alina Grijseels von Meister Borussia Dortmund die Kapitänin der Nationalmannschaft ist.

Bölk war die jüngste DHB-Nationalspielerin, die die 100-Tore-Marke bei den Frauen durchbrach, sie steht für eine Vielzahl der aktuellen Nationalspielerinnen, die im Ausland spielen, ist Teil eines deutschen Trios bei FTC Budapest in Ungarn, in der stärksten Frauen-Handball-Liga der Welt und in der Champions League. Seit Sonntagabend ist Bölk zum zweiten Mal in ihrem Leben in Trier und bereitet sich auf die beiden EM-Qualifikationsspiele gegen Griechenland (Donnerstag, 20.15 Uhr) und Belarus (Sonntag, 19.30 Uhr) vor.

So läuft die Spiel-Vorbereitung in Trier

Die Mannschaft ist im Fourside Plaza Hotel, gleich hinter der Arena untergebracht, absolvierte am Montagabend die erste Trainingseinheit in der Arena und am Dienstag standen Leistungsdiagnostik und eine weitere Einheit an. Mittwoch folgen zwei intensive Trainings. „Wir haben hier richtig tolle Bedingungen“, sagt Bölk, die neben ihrer FTC-Klubkameradin Alicia Stolle und Torfrau Dinah Eckerle vom dänischen Vizemeister Esbjerg die Einzige ist, die schon 2016 bei jenem „verrückten“ Spiel gegen Schweden, dem bis dato letzten der Nationalmannschaft in Trier, im Einsatz war. 

Es ist zudem das erste Treffen der Nationalmannschaft seit Mitte April, als durch zwei Siege gegen Portugal das Ticket für die Weltmeisterschaft im Dezember in Spanien gesichert wurde. „Wir haben uns solange nicht gesehen, da müssen wir uns erst einmal wiederfinden und einspielen“, sagt Bundestrainer Henk Groener, der insgesamt 20 Spielerinnen für das Länderspiel-Doppel an der Mosel nominiert hat. Die wichtigste Nachricht: alle kamen gesund und munter in Trier an.

Auch der Niederländer (61) hat schon Trier-Erfahrung. Am 27. Juni 2014 verlor er als Trainer der Niederlande ein Testspiel in der Arena mit 27:28 gegen Deutschland. Und im Dezember 2017 war er zu Gast bei den Spielen der Frauen-WM in Trier – wenige Monate, bevor er das Bundestraineramt von Michael Biegler übernahm. „Ich habe damals tolle Spiele in einer interessanten Gruppe gesehen, auch wenn es ohne deutsche Beteiligung war. Die Arena war voll, es herrschte eine ganz tolle Stimmung“, sagt Groener.

Bundestrainer Groener hofft auf laute Fans in der Arena

Mit Blick auf die beiden aktuellen Länderspiele hofft er ebenfalls auf viele Fans - denn die sind nach der 2G-Regel in der Arena erlaubt: „Ich weiß, dass es am Donnerstag und Sonntag nicht so voll wird wie 2017, aber ich freue mich sehr, dass wieder Zuschauer in der Halle erlaubt sind. So kommt ein bisschen Normalität zurück.“ So ganz normal ist alles aber noch nicht, denn die Mannschaft ist immer noch mehr oder minder in einer Blase abgeschottet, pendelt zwischen Hotel und Halle, die Spielerinnen werden permanent getestet, es gibt strikte Corona-Vorgaben vom DHB und dem europäischen Verband EHF.

Die Rollen sind vor allem im ersten Spiel am Donnerstag – der ersten Partie einer deutschen Frauenmannschaft überhaupt gegen Griechenland – klar verteilt. Die Helleninnen hatten sich noch nie für eine EM oder WM qualifizieren können, mussten sogar erst noch in einem Vorqualifikationsturnier gegen Italien, Lettland und Bosnien-Herzegowina bestehen. „Griechenland ist eine Mannschaft, die wir schlagen müssen“, sagt Groener. „Wir haben Spaß und bereiten uns dennoch hochkonzentriert vor, auch wenn wir wissen, dass Griechenland vom Papier der Underdog ist“, sagt Bölk: „Da sind wir auf jeden Fall der Favorit.“