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Handball in der Arena Trier: Deutsches Frauenteam zittert sich zu Remis gegen Belarus

EM-Qualifikationsspiel : Arena Trier: Deutsche Handballerinnen zittern sich nur zu Remis gegen Belarus

Das hatten sich die deutschen Handballerinnen ganz anders vorgestellt. Im EM-Qualifikationsspiel gegen Belarus gelingt nur ein Unentschieden. Unterstützung gab es von den Trierer Fans in der Arena.

Als es auf sie ankam, waren die Miezen-Trommler und die Trierer Fans da. Mit ihrem Stakkato waren die Trommler die Einpeitscher für die 657 Zuschauer in der Arena am Sonntagabend – 140 mehr als beim ersten EM-Qualifikationsspiel der deutschen Handballerinnen am Donnerstag gegen Griechenland. Gemeinsam mit Hallensprecher Kevin Gerwin sorgten die Miezen-Trommler für tolle Atmosphäre – und diesmal brauchte die deutsche Mannschaft diesen Rückhalt auch. Denn im Gegensatz zum 36:10-Rekordsieg gegen die Griechinnen war Belarus ein ganz anderer Gegner – und die Auswahl des Deutschen Handballbunds (DHB) kam nie in den Spielfluss wie am Donnerstag.

Nicht einmal zehn Tore von Julia Maidhof und elf Paraden von Torfrau Katharina Filter reichten der deutschen Frauen-Handball-Nationalmannschaft zum Sieg gegen Belarus. Am Ende eines Thrillers hieß es 24:24 (12:13) gegen die Weißrussinnen.

In Trier wahrten deutsche A-Nationalmannschaften aber immerhin ihren Nimbus der Unbesiegbarkeit. Zum zehnten Mal trat ein deutsches Team in der Arena Trier an, das 24:24 gegen Belarus war das zweite Remis nach dem 28:28 gegen Schweden im November 2016. Alle übrigen acht Partien wurden gewonnen.

Damit liegt die deutsche Mannschaft in der Tabelle der EM-Qualifikations-Gruppe 3 mit 3:1 Punkten einen Zähler hinter den Niederlanden, die am Sonntag einen 35:14-Auswärtssieg in Griechenland feierten. Gegen kämpferische und physisch starke Weißrussinnen kam die deutsche Mannschaft nur schwer ins Spiel. Im Angriff wurden zu viele Chancen gegen die bestens aufgelegte Torfrau Valiantsina Vaitulevich vergeben – mit einem 12:13-Rückstand ging es in die Kabine.

Aber dann kam die Zeit von Katharina Filter. Die Torfrau vom Buxtehuder SV wurde zum Turm in der Schlacht. Als Julia Maidhof im Nachwurf eines Siebenmeters zum 18:17 traf, war es die erste deutsche Führung nach der Pause, die Amelie Berger sogar auf 19:17 ausbaute. Danach hätte sich die DHB-Auswahl absetzen können, war im Angriff aber zu hektisch. Nach dem 20:22 erzielte Maidhof die letzten vier deutschen Treffer. „Ich bin zufrieden mit meiner Leistung, aber ich wäre noch zufriedener, wenn wir gewonnen hätten“, sagte Maidhof, die einen besonderen Dank parat hatte: „Ohne das tolle Trierer Publikum hätten wir verloren, sie haben uns klasse unterstützt.“

Als Belarus acht Minuten vor Schluss mit 22:20 vorne lag, glich die Linkshänderin von der SG BBM Bietigheim mit ihren Treffern sieben und acht aus – beide per Siebenmeter. Und Maidhof hatte noch lange nicht genug: Quasi im Alleingang glich sie noch zweimal die Gästeführung aus – mit einem 24:24 ging es in die letzte Spielminute. Auszeit Deutschland, noch 27 Sekunden, letzter deutscher Wurf abgeblockt, dann abgepfiffen. Auszeit Belarus, aber nur noch eine Sekunde. Wurf geblockt, Abpfiff. Belarus feiert einen überraschenden Punkt, die deutschen Spielerinnen sind eher geknickt als erfreut.