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Handball-WM: Frankreich hofft auf „Heimspiele“ in Trier

Sport : Handball-WM: Frankreich hofft auf „Heimspiele“ in Trier

Bis zu 500 Fans aus dem Nachbarland werden am Samstag zum ersten Handball-WM-Spiel gegen Slowenien in der ausverkauften Arena erwartet.

Frankreich ist bereit für die Frauenhandball-Weltmeisterschaft und die Vorrundenspiele in Trier: Am Donnerstagabend ist der Topfavorit auf den Sieg in Gruppe A in Trier angekommen, nachdem man einen Tag zuvor im finalen Test in Metz mit 30:18 gegen Angola gewonnen hatte – einen der fünf Vorrundengegner in der Arena Trier. Am Samstag (18 Uhr) geht es los gegen Slowenien, am Sonntag spielt die Equipe Tricolore gegen den Afrikameister.

Beim Testspiel gegen Angola war auch das Trierer WM-Organisationskomitee vor Ort, um Werbung für die Spiele in der Arena zu machen. Die Französin Megane Vallet war bei ihren Landsleuten eine gefragte Gesprächspartnerin, Maskottchen Hannibal und WM-Mitarbeiterin Franziska Garcia waren ebenfalls in Metz, wo auch gleich Karten für die französischen WM-Spiele verkauft wurden.

Erfolgreich, denn in Trier wird Frankreich fast so etwas wie Heimspiele haben. „Am Samstagabend werden mindestens 500 französische Fans in der Arena sein. Im Schnitt kommen rund 300 bis 400“, sagt Vallet. Für die Abendsession am Samstag (Frankreich – Slowenien um 18 Uhr und Angola – Spanien um 20.30 Uhr) wird es wohl keine Sitzplatzkarten mehr an der Tageskasse geben, Stehplätze sind noch vereinzelt vorhanden. Die Arena rät, sich zuvor online unter www.arena-trier.de zu informieren, ob es noch Karten gibt. Insgesamt sind mittlerweile mehr als 16 500 Karten verkauft.

„Natürlich drücke ich Frankreich die Daumen. Die Mannschaft wird in der Vorrunde definitiv unter den ersten zwei Teams landen. Für mich ist die Mannschaft sogar ein ganz klarer Kandidat fürs Halbfinale sagte Ex-Mieze Vallet, die vor ihrer Zeit in Trier französische Jugend- und Junioren-Nationalspielerin war.

Und auf wen sollten die Trierer Fans im französischen Team besonders achten? „Torfrau Amandine Leynaud ist Weltklasse, das gleiche gilt für Linksaußen Siraba Dembele und die Linkshänderin Alexandra Lacrabere. Aber generell lebt Frankreich von seiner tollen Abwehr“, sagt Vallet. Zudem meldete sich genau rechtzeitig zum WM-Start ein weiterer Topstar fit: Allison Pineau, Welthandballerin des Jahres 2009, zweifache Vize-Weltmeisterin und Olympiazweite. „Mit ihr haben wir im Angriff und in der Abwehr viel mehr Optionen“, sagt Trainer Olivier Krumbholz.

Der Coach wollte nichts dem Zufall überlassen: Vor zwei Wochen weilte Krumbholz fast zwei Tage in Trier, um alles genau zu inspizieren: Hotel, Arena, Trainingsmöglichkeiten. Nun fiebern er und sein Team dem Auftakt gegen Slowenien entgegen. Denn das große Ziel heißt WM-Medaille. „Unsere Mannschaft ist nicht komplett, aber wettbewerbsfähig. Wir haben hohe Ambitionen, unser Ziel heißt Hamburg, also das Halbfinale“, sagte Krumbholz.

Vor allem vor den beiden letzten Vorrundentagen hat er Respekt: „Da spielen wir innerhalb von 22 Stunden gegen Spanien und Rumänien - die alles entscheidenden Spiele, da müssen wir physisch topfit sein.“ Diese physische Präsenz inklusive einer herausragenden Defensive hat die Equipe Tricolore 2016 eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Bei Olympia in Rio gab es die Silbermedaille und wenige Monate später EM-Bronze in Schweden. Und so will man die WM auch nutzen, um beste Werbung für die nächste Europameisterschaft zu machen, die 2018 in Frankreich ausgetragen wird. „Deutschland kann und soll ein Sprungbrett sein“, sagt Krumbholz.