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Sieg gegen die Niederlande
Handballerinnen mit Selbstbewusstsein in die Play-offs

 Torhüterin Lea Rüther wird von ihren Mitspielerinnen gefeiert. Foto: Carmen Jaspersen
Torhüterin Lea Rüther wird von ihren Mitspielerinnen gefeiert. Foto: Carmen Jaspersen
Oldenburg. Die Form stimmt - aber mit Blick auf die WM-Play-offs wartet auf die deutschen Handballerinnen nach dem Testspiel-Wochenende gegen die Niederlande auch noch etwas Arbeit. Von Björn Pazen, dpa

Der 26:29-Niederlage am Freitag in Groningen ließ die Mannschaft von Bundestrainer Henk Groener am Samstag vor über 4000 Zuschauern in Oldenburg einen 29:28 (19:12)-Sieg folgen. Dass mit Blick auf die WM-Play-offs gegen Kroatien am 2. und 5. Juni aber noch nicht alles perfekt lief, zeigte erstens die „intensive Ansprache“, die der Bundestrainer am Freitag schon auf der Rückfahrt ins Hotel an die Mannschaft gerichtet hatte. Zweitens war da die Tatsache, dass am Samstag ein zwischenzeitlicher Acht-Tore-Vorsprung fast nicht zum Sieg gereicht hätte. Dennoch war Groener speziell mit dem zweiten Auftritt zufrieden: „Das war viel besser als am Freitag.“

Dies betraf vor allem die ersten 30 Minuten in Oldenburg, als die Auswahl des Deutschen Handballbunds (DHB) vor den Augen ihres Präsidenten Andreas Michelmann die Niederländerinnen beherrschte. Kreisläuferin Julia Behnke vom TuS Metzingen sprach nach der 19:12-Führung von der „besten Halbzeit, seit Henk Groener unser Trainer ist“. Der Niederländer hatte die deutsche Mannschaft im Januar 2018 übernommen, sie komplett verjüngt und mit sechs Turnier-Debütantinnen den zehnten Platz bei der EM 2018 erreicht.

Dieses Jahr wollen sie mehr: Erst einmal das WM-Ticket sichern, dann bei der Weltmeisterschaft im japanischen Kumamoto im Dezember unter die ersten Sieben kommen, um sich so ein Ticket für ein Olympia-Qualifikationsturnier zu sichern. „Diese Partien waren sehr wichtig für unsere Entwicklung. Ein Sieg und eine Niederlage gegen eine Spitzenmannschaft sind eine gute Ausbeute“, sagte Groener, der vier Neulinge einsetzte und auch daher zufrieden mit der Breite im Team ist: „Der Pool fürs Nationalteam wird immer größer.“

Beste Werferin in beiden Partien war Alicia Stolle vom Thüringer HC mit je fünf Treffern. Kapitänin Kim Naidzinavicius vom Bundesliga-Tabellenführer SG BBM Bietigheim feierte ihr Comeback im Nationalteam nach viermonatiger Verletzungspause. Einen starken Eindruck hinterließ Rückraumspielerin Xenia Smits, die mit ihrem Club Handball Metz als letzte Deutsche im Champions-League-Viertelfinale gegen Bukarest steht.

Am Freitagabend lag die DHB-Auswahl schnell mit 6:13 hinten, weil die Chancenverwertung zu schwach und die Abwehr zu selten kompakt war. Danach zeigte das Team Moral, kämpfte sich heran, verlor aber aufgrund einer hektischen Schlussphase. Nur einen Tag später lief es klar besser. Emily Bölks finaler Treffer und eine Parade von Nachwuchstorhüterin Lea Rühter vom Buxtehuder SV sicherten schließlich den Prestigesieg. „Ich denke, wir gehen nun mit viel Selbstvertrauen in die Duelle mit Kroatien“, sagte Behnke.

Kader der deutschen Handballerinnen

Spiele und Ergebnisse der deutschen Handballerinnen

Termine der deutschen Handballerinnen

 Bundestrainer Henk Groener an der Seitenlinie. Foto: Carmen Jaspersen
Bundestrainer Henk Groener an der Seitenlinie. Foto: Carmen Jaspersen FOTO: Carmen Jaspersen