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HSG Hunsrück will aufsteigen, Daun will in der RPS-Liga bleiben

RPS-Oberliga : Drittliga-Traum und Oberliga-Hoffnung

Die Handballerinnen der HSG Hunsrück wollen aufsteigen, und die Dauner Männer möchten in der RPS-Liga bleiben, wenn es weiter zwei Staffeln gibt.

Die Hunsrück-Handballerinnen wollen um den Aufstieg in die 3. Liga spielen, die Dauner Männer nur dann in der Oberliga weitermachen, wenn die kommende Saison in zwei Staffeln weitergespielt wird – das ist der Sachstand bei den beiden heimischen Vertretern der Handball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar (RPS-Liga). Die Saison wurde Ende Januar annulliert und abgebrochen. Es gibt keine sportlichen Absteiger und auch keine Aufsteiger aus den Landesverbänden (Rheinland, Pfalz, Rheinhessen, Saarland). Wer sein Team freiwillig zurückziehen will, kann das tun. Gleichzeitig werden auch freiwillige Rückzüge aus der 3. Liga aufgenommen (der TV berichtete).

Und wer will, kann sich – nach Hinterlegung einer Bürgschaft – auch um einen Aufstiegsplatz in die 3. Liga bewerben. Der RPS-Liga steht bei Männern und Frauen ein Aufstiegsplatz zu – das hat Peter-Josef Schmitz, der Präsident des Handballverbands Rheinland (HVR), dem TV nochmals bestätigt. „Wir freuen uns, wenn ein Verein den sportlichen Ehrgeiz und die finanziellen Mittel aufbringen will und kann, um in der 3. Liga zu starten.“

Diesen Weg wollen die Frauen der HSG Hunsrück gehen, wie der Verein aus Irmenach, Kleinich, Horbruch, Gösenroth und Laufersweiler nun mitteilte. Nachdem die Mannschaft mit großer Mehrheit ihre Bereitschaft erklärt hatte, entschied der HSG-Vorstand, sich fristgerecht bei der RPS-Geschäftsstelle für die Aufstiegsrunde für die 3. Liga anzumelden. „Die Mannschaft ist bereit, den Schritt zu wagen. Wir haben eine junge und willige Truppe, die an neuen Herausforderungen weiterwachsen möchte und die das Zeug dazu hat, in der 3. Liga zu bestehen“, sagt Trainer Nils Ibach: „Wir sind froh, dass der Verein das ebenso sieht und uns auf diesem Weg unterstützt.“

Der HSG-Vorstand spricht von einer „sachlichen, intensiven Diskussion“, die der „nicht einfachen Entscheidung“ vorausgegangen war. Geschäftsführer Bernd Everding: „Das eindeutige Votum der Mannschaft, dem eine sehr reflektierte Diskussion und Meinungsbildung vorausging, war letztendlich für uns maßgeblich, die Mannschaft auf ihrem Weg zu unterstützen.“

Bis 15. Mai muss der Aufsteiger aus der RPS-Liga in die 3. Liga feststehen. Wie HVR-Präsident Josef-Peter Schmitz dem TV mitteilte, ist die HSG Hunsrück nicht der einzige Aufstiegsaspirant aus der Frauen-RPS-Liga, es wird also auf jeden Fall Aufstiegsspiele geben. Wie viele Vereine aufsteigen wollen, steht bis 1. März fest, dann endet die Bewerbungsfrist.

Aus der Region spielt aktuell bereits die HSG Wittlich in der 3. Liga – als Aufsteiger der abgebrochenen Saison 2019/20. Auch die 3. Liga ist mittlerweile abgebrochen worden, es gibt keine Absteiger – außer, wenn Mannschaften sich freiwillig zurückziehen. Je nach Entwicklung der Corona-Einschränkungen wird es ab Ende April eine Art Ligapokal der Drittligisten geben.

Während die Hunsrück-Handballerinnen die RPS-Liga nach oben verlassen wollen, stellt sich für die Männer des TuS Daun eine andere Frage: Bleiben oder lieber runter, zurück in die Rheinlandliga? Diese Frage wurde beim TuS mittlerweile beantwortet: „Wir haben in einem Brief an den HVR und die RPS-Liga unsere Planung dargelegt. Wir wollen gerne in der RPS-Liga weiterspielen, aber nur dann, wenn die Liga wieder in zwei Staffeln aufgeteilt wird“, sagt Handball-Abteilungsleiter Michael Thomas dem TV. In der abgebrochenen Saison 2020/21 gingen bei Männern und Frauen jeweils 17 Mannschaften an den Start, in je einer Staffel mit acht Teams und einer mit neun Teams.

„Diese Größenordnung ist für uns organisatorisch, sportlich und finanziell zu stemmen. Wenn man sich vorstellt, dass je nach freiwilligen Drittliga-Absteigern nachher 20 Mannschaften in einer Staffel spielen und wir so 38 Spieltage hätten, wäre uns das nicht möglich“, sagt Thomas. Dass diese Zahl eher zu hoch gegriffen sei, unterstreicht HVR-Präsident Schmitz: „Wir reden weiter von 16, höchstens 17 Mannschaften.“

Was die Dauner sich vor allem wünschen, ist schnelle Planungssicherheit: „Der Meldeschluss ist der 30. April, danach wird entschieden, ob es eine oder zwei Staffeln gibt, das könnte sehr spät werden. Je früher wir wissen, wo wir dran sind, je besser für uns“, sagt Thomas, für den zudem wichtig ist, dass „wir perspektivisch wieder Zuschauer bei den Spielen haben dürfen, da wir auf diese Einnahmen angewiesen sind.“

Auch Schmitz wird sich dafür einsetzen, dass die Entscheidung „eins oder zwei“ vor den anderen vorgezogen würde. „Momentan ist natürlich alles sehr ungewiss, nicht nur im Handball, wir wüssten alle gerne, wie alles weitergeht.“ Der TuS Daun hat in seinem Brief auch vorgeschlagen, unabhängig von Corona das Zwei-Staffel-Modell fortzusetzen: „Die Vereine haben kürzere Reisen, mehr Derbys, wir sehen da nur Vorteile“, sagt Thomas, der sich sehr wünscht, dass die erste Mannschaft aus Daun nächste Saison in der RPS-Liga aufläuft: „Wir wollen allen leistungsorientierten Eifeler Handballtalenten eine Perspektive bieten.“