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HSG Wittlich kann für die 3. Liga planen

Handball : Bei der HSG Wittlich kann man für die 3. Liga planen

Handball: Freiwilliger Ligapokal statt normaler Spielbetrieb, aber keine Absteiger. Trainer Feilen: „Großteil des Teams bleibt“

(BP) Die Saison 2020/21 wird definitiv als eine ganz besondere in die Vereinsgeschichte der HSG Wittlich eingehen: denn die Frauen spielen nicht nur erstmals in der 3. Handball-Liga, sondern werden diese Spielzeit wohl auch ungeschlagen beenden. Nach 3:1-Punkten in den bislang absolvierten zwei Heimspielen gegen Bayer Leverkusen II und den 1. FC Köln wurde die Saison im Oktober coronabedingt unterbrochen, zunächst bis Ende des Jahres, dann bis zum 31. Januar. Aufgrund des Lockdowns verlängerte der Deutsche Handballbund diese Pause am Wochenende für die 3. Ligen der Männer und Frauen sowie die Jugend-Bundesligen bis zum 28. Februar.

Als Mindestvorlaufzeit vor einer Wiederaufnahme des Spielbetriebs gilt eine Trainingsphase von drei bis vier Wochen – heißt: vor Ende März könnte die Saison gar nicht neu-gestartet werden. Unter diesen Voraussetzungen gab es am Mittwochabend eine Videokonferenz mit allen 71 Vereinen aus den bundesweit fünf Frauen-Staffeln der 3. Liga – und die Entscheidung war eindeutig:  Das Wort Abbruch wurde zwar vermieden, aber der normale Spielbetrieb wird – wenn der DHB-Bundesrat wie zu erwarten zustimmt – nicht fortgesetzt.

Statt einer normalen Saison soll es einen freiwilligen Ligapokal geben. Wer nicht weiter mitspielen will, auf den warten keine Konsequenzen.  Denn es gibt keine Absteiger in die Oberliga, für die drei Aufstiegsplätze in die 2. Liga wird es eine Aufstiegsrunde geben, wenn überhaupt mehr als drei Mannschaften aufsteigen wollen. Aus den Oberligen, die bislang größtenteils noch überhaupt nicht gespielt haben, können auch Mannschaften aufsteigen, wenn die jeweiligen Regionalverbände diese Klubs melden.  Heißt: Es kann sein, dass die ohnehin schon größere Zahl von Frauen-Drittligisten in der nächsten Spielzeit nochmals erhöht wird. Bedeutet aber auch, dass es nach der Saison 2021/22 deutlich mehr Absteiger geben wird.

Bei der HSG Wittlich zeigt man sich mit diesen Entscheidungen sehr zufrieden: „Wir haben frühzeitig Planungssicherheit, das ist sehr vernünftig. Der Druck ist raus“, sagt Axel Weinand, der Vorsitzende der HSG. Sollte es den Ligapokal geben, würde der Aufsteiger aus der Säubrennerstadt dort gerne mitspielen: „Vielleicht dürfen wir bei einem Start im Mai und Spielen im Juni sogar schon wieder ein paar Zuschauer in die Halle lassen, dann könnten wir unseren Dauerkarteninhabern noch etwas bieten. Und generell wäre es schön für unsere Spielerinnen, wieder auf dem Feld zu stehen.“

Dieser Ligapokal würde mit bis zu fünf Mannschaften ausgetragen, die Gruppen würden nach regionalen Gesichtspunkten zusammengestellt Verpflichtend sind zwei Corona-Schnelltests vor jedem Spiel – beim Abschlusstraining und am Tag der Partie. Die Kosten müssten die Vereine tragen. „Bei acht Spielen wäre das noch überschaubar“ sagt Weinand. Bis Ende Februar/Anfang März müssen sich die Vereine entscheiden, ob sie an diesem Ligapokal teilnehmen wollen. Bis 15. Mai müssen sich die Vereine für die 3. Liga anmelden.

Das wird die HSG auf jeden Fall machen: „Mit der Planungssicherheit, dass wir 3. Liga spielen, können wir unsere finalen Gespräche mit den Spielerinnen führen – und müssen nicht mehr zweigleisig fahren“, sagt HSG-Trainer Thomas Feilen: „Der Großteil der Mannschaft wird auf jeden Fall bleiben. Zudem wollen wir unserer Devise treu bleiben, junge Spielerinnen aus dem eigenen Verein zu fördern. Sollten wir auf potenzielle Neuverpflichtungen zugehen, wird es sich nur um Talente aus der Großregion handeln.“

Die Frauen der HSG sind als Drittligist die höchstspielende Mannschaft aus dem Handballverband Rheinland.