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20:30 gegen Vizemeister: Miezen ohne jede Chance

20:30 gegen Vizemeister: Miezen ohne jede Chance

Ohne eine Siegchance waren die Trierer Miezen gegen Vizemeister Buxtehude. Das 20:30 (8:15) war erwartet worden – und deswegen testete Trainer Leukefeld seinen Nachwuchs.

Den größten Glanz in der Arena verbreitete der Halbzeit-Auftritt des Trierer Karnevals-Prinzenpaars - das sagt eigentlich schon alles über ein erwartungsgemäß einseitiges Handball-Spiel, das schon Mitte der ersten Hälfte entschieden war. Der Buxtehuder SV war viel zu stark, so dass Miezen-Trainer Dago Leukefeld schon frühzeitig damit begann, seinen jungen Spielerinnen viele Spielanteile zu verschaffen. "Mit denen bin ich zufrieden, sie haben Engagement gezeigt. Ich freue mich auf die nächsten Wochen", sagte der Trainer.

Die Rollen waren schon vor dem Anwurf verteilt: Da der Abstiegskandidat, für den es die 13. Niederlage im 14. Spiel war, dort der Mitfavorit, der sich ohne sich zu verausgaben einen Pflichtsieg sicherte. "Mehr Emotionen" hatte Leukefeld von seinen Spielerinnen gefordert, aber davon war in der ersten Hälfte vor nur 650 Zuschauern wenig bis gar nichts zu sehen. Buxtehude startete prächtig, lag schnell 8:2 vorne, weil die Trierer Defensive viel zu weit von den Gegenspielerinnen entfernt stand und die BSV-Deckung "kräftig zubiss" - denn das letzte Gastgeschenk war die Stiege mit Elbe-Äpfeln vorm Anwurf. Einzig Kreisläuferin Nadine Rost, die die früh im Gesicht verletzte Silvia Solic vertrat, zeigte Ehrgeiz, auch die neuverpflichtete Caroline Schmele setzte einige Akzente - im Gegensatz zu den serbischen Profis, die dann auch früh von Leukefeld ausgewechselt wurden.
Als dann im Gefühl des klaren Vorsprung der Buxtehuder Motor stockte und die Treffsicherheit nachließ, kam Trier phasenweise wieder auf vier Treffer Differenz heran, doch mit einigen "Bauerntricks" ließen sich die Miezen austanzen und vorführen, lagen zur Pause mit 8:15 hinten.

Und nach dem Wechsel stieg zumindest das Engagement, wenn auch nicht die Effizienz -nach 47 Minuten beim 24:14 führten die Norddeutschen erstmals mit zehn Toren Unterschied. Aber vielleicht war das - wenn man der Partie etwas Positives abgewinnen will - die Zukunft der Miezen, die da nach dem Wechsel größtenteils auf dem Feld stand: Fast ausnahmslos junge deutsche Spielerinnen (inklusive der "quasi eingebürgerten Jana Arnosova und Megane Vallet), die sich mühten, wenn auch gegen einen Gegner wie Buxtehude nicht konkurrenzfähig waren. "Die spielen eben in einer anderen Liga", sagte Vallet, "aber wir haben unseren Fans nach der Pause zumindest gezeigt, dass wir kämpfen. Es war unser Ziel, viel auszuprobieren, weil klar war, dass wir keine Chance haben."

Nächste Woche kommt Oldenburg in die Arena, dann folgt das Heimspiel gegen Bad Wildungen. "Ein Punkt aus diesen Partien wäre schon gut", meint Vallet, "denn wir sollten uns nicht darauf verlassen, dass wir im Showdown an Ostern in Celle gewinnen." Denn sollten Celle und Trier am Ende punktgleich sein, wären die Miezen wohl abgestiegen, denn die Tordifferenz ist jetzt schon 32 Tore schlechter als die des Tabellenletzten. Darauf setzt auch Leukefeld: "Ich denke, dass wir noch überraschen können."

DJK/MJC Trier: Monz, Djeric,- Vojcic (0), Zelmel (2), Premm (2), Schmele (3), Vallet (3), Arnosova (1), Derbach (0), Radojicic (0), Lennartz (1), Rost (4), Solic (0)

Buxtehuder SV: Lenz, Krause - Namat (1), Klein (5/1), Fischer (4), Bülau (5), Lütz (1), Lamein (6/1), Oldenburg (3), Hayn (1), Techert (2), Melbeck (2)

Schiedsrichter: Baumgart/Wild (Mainz)

Zuschauer: 650