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Abschied mit goldener Ananas und erhobenen Köpfen

Abschied mit goldener Ananas und erhobenen Köpfen

Das letzte Heimspiel in Liga eins: Mit einem Sieg gegen Mitabsteiger Bad Wildungen wollen sich die Trierer Miezen heute (19.30 Uhr) von den Fans verabschieden und Revanche für die im Abstiegskampf vorentscheidende Hinspielniederlage nehmen.

Trier. Vor zwei Wochen wäre es noch das "Spiel der Spiele" gewesen, mittlerweile ist es eine Partie um die berühmte "goldene Ananas", die zumindest vorläufige Abschiedsvorstellung in Liga eins vor heimischem Publikum. Der Vorletzte Trier empfängt im Duell der bereits feststehenden Absteiger Schlusslicht Bad Wildungen in der Arena. Und eingefleischte Fans könnten fast schon melancholisch werden: 13 Jahre nach dem Aufstieg, zehn Jahre nach der deutschen Meisterschaft verabschieden sich die Trie rer Miezen aus der ersten Liga. Am Samstag steht dann das letzte Auswärtsspiel in Blomberg an.
Und auch wenn es um nichts mehr geht, verlangt Trainer Jörn Ilper höchste Disziplin und Konzentration in den beiden "Abschiedsspielen": "Wir wollen uns erhobenen Hauptes und ehrenhaft aus der ersten Liga verabschieden, wenn möglich mit zwei Siegen." Vor allem die heutige Begegnung gegen Bad Wildungen (Anwurf: 19.30 Uhr, Arena) weckt Revanchegelüste bei den Miezen. Denn die 22:28-Hinspielniederlage war rückblickend betrachtet einer der Knackpunkte, der zum Abstieg führte. Es blieb bislang der einzige Sieg der Mittelhessen (drei Punkte), die sich seinerzeit mitten im Insolvenzverfahren befanden: Mit der Partie gegen Trier verabschiedeten sich einige Leistungsträgerinnen wie die Rumänin Cristina Mihai zu anderen Clubs, noch einmal zog man an einem Strang - und sorgte für das sportliche Wunder, dem dann auch die finanzielle Rettung folgte. Im Gegensatz zur MJC steht der Bad Wildunger Kader für die zweite Liga bereits größtenteils fest - unter anderem verlängerte auch die frühere MJC-Kreisläuferin Tessa Cocx ihren Vertrag.
"Wir haben noch eine Rechnung offen mit Bad Wildungen. Die wollen wir heute begleichen", lautet Ilpers Motto. Beim Blick auf die Statistik sind es gleich drei Rechnungen: Denn in Liga und Pokal haben die Miezen dreimal gegen die HSG verloren. "Die Mannschaft war natürlich völlig enttäuscht, als der Abstieg feststand. Aber nach einer harten Trainingswoche ist die Stimmung jetzt positiv. Alle sind gewillt, noch zweimal alles zu geben", sagte Ilper: "Schließlich können die Spielerinnen bei Mannschaft und Sponsoren schon Werbung für die neue Saison machen."
Ob Ilper die Miezen auch im "Unterhaus" trainieren wird und welche Spielerinnen bleiben und welche gehen, steht noch nicht fest. Gespräche laufen, der Vorstand wird möglicherweise nach Ostern schon erste Namen nennen. Offiziell hat noch keine Spielerin ihren Wechsel bekanntgegeben, somit dürfte heute auch noch keine Mieze verabschiedet werden. BP
DJK/MJC Trier (Kader):
Flöck, Bocka - Derbach, Jelicic, Schmele, Cabeza, Adeberg, Zelmel, Vallet, Czanik, Solic