Allerletzter Strohhalm gegen drohenden Abstieg

Trier · Das absolute Kellerduell: Am Sonntag (16 Uhr, Arena) geht es für die Trierer Handball-Miezen um alles oder nichts. Verlieren sie gegen Schlusslicht Bietigheim, lässt sich der Abstieg wohl nicht mehr vermeiden.

 Lange ist es her, dass die Miezen einen Heimsieg bejubelten – am Sonntag soll dieses Gefühl wiederkommen. TV-Foto: Archiv/Funkbild

Lange ist es her, dass die Miezen einen Heimsieg bejubelten – am Sonntag soll dieses Gefühl wiederkommen. TV-Foto: Archiv/Funkbild

(BP) 294 Tage ist es am Sonntag her - das Gefühl, vor heimischem Publikum zwei Punkte eingefahren zu haben. Am 14. März 2010 gewannen die Miezen ihr letztes Heimspiel gegen Göppingen, es waren die zwei Punkte, die am Ende den Klassenerhalt bedeuteten. 2. Januar 2011, sechs Heimpartien später: Wollen die Miezen in ihr zwölftes Bundesliga-Jahr in Folge gehen, muss am Sonntag (16 Uhr) ein Sieg her. Und selbst diese fest eingeplanten zwei Punkte gegen den Tabellenletzten SSG Bietigheim würden erst einmal noch nicht viel bedeuten. "Dieses Spiel ist unser allerletzter Strohhalm. Wollen wir uns die Chancen auf den Klassenerhalt in den darauf folgenden zehn Partien offenhalten, müssen wir gewinnen", sagt MJC-Trainer Thomas Happe. Heißt: Bei einer Niederlage gegen den Aufsteiger können die Miezen eigentlich schon für die 2. Liga planen, wenn kein Wunder mehr geschieht. "Wir sind Favorit", zeigt Happe Optimismus.

Am Mittwochabend beim 24:34 bei Vizemeister Leverkusen hingen die Trauben für die Miezen noch viel zu hoch. "Gegen eine solche Mannschaft haben wir keine Chance, wenngleich wir in der ersten Hälfte noch gut mitgehalten haben", sagt Happe, der keine Erklärung dafür findet, warum gleich nach der Pause (13:16) der Faden komplett riss und Bayer binnen zehn Minuten beim 24:15 die Partie entschieden hatte.

Für das Schicksalsspiel gegen Bietigheim erhofft sich der Trainer eine Steigerung seiner Torfrauen, aber auch von seiner Top-Torjägerin Jelena Popovic, die in Leverkusen völlig abgemeldet war. Sorgen bereitet ihm zudem die Spielmacherposition, wo Silvia Solic und Antonia Pütz "noch weit weg von 100 Prozent" sind. Zudem erkannte Happe "mentale Schwächen" in seiner Mannschaft, die bis Sonntag dringend behoben werden müssen.

Im Hinspiel in Bietigheim gelang im September mit dem 32:26 der einzige Saisonsieg, die SSG liegt einen Zähler (bei einem Spiel mehr) hinter Trier. Auch dass sich die Schwaben in der Winterpause mit den beiden Kroatinnen Renata Knjezevic und Aneta Penaica verstärkt haben, wertet Happe nicht als entscheidend: "Die können noch gar ins Team integriert sein."

Die MJC-Taktik in einem Spiel, in dem Happe "überhaupt keinen Schönheitspreis" erwartet, lautet: Bei Ballverlust schnell zurück, im eigenen Angriff geduldig warten und - nicht wie in Leverkusen geschehen - die Bälle an den Gegner "verschenken".

So soll der Grundstein gelegt werden, um überhaupt noch in Schlagdistanz zum einzig verbliebenen Abstiegs-Konkurrenten Göppingen (fünf Punkte Rückstand) zu bleiben.

DJK/MJC Trier (Kader): Monz, Vogt - Arnosova, Derbach, Popovic, Schneider, Pütz, Solic, Karsten, Premm, Vallet, Lennartz, Cocx

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