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Am Deutschen Eck läuft es nicht rund: Miezen verlieren den Abstiegskrimi

Am Deutschen Eck läuft es nicht rund: Miezen verlieren den Abstiegskrimi

Die Trierer Handball-Miezen haben das hochemotionale Abstiegs-Derby in Koblenz vor über 2000 Fans mit 28:30 (14:15) verloren und damit einen entscheidenden Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt erlitten.

Koblenz. "Wir sind immer bei euch." Das war die Botschaft der mehr als 200 Miezen-Fans am Samstagabend in der Koblenzer Conlog-Arena. "You\'ll never walk alone" hielten sie in großen Buchstaben hoch - als die Spielerinnen, den Tränen nahe, sich für die lautstarke Unterstützung während der vorherigen 60 Minuten bedankten. "Das war ein unglaubliches Zeichen unserer Fans, wir hätten ihnen so gerne etwas zurückgegeben", sagte Mieze Lena Zelmel.
Vor 2089 Zuschauern, die für ein unglaubliche Atmosphäre sorgten, waren es wie im Hinspiel (28:29) Kleinigkeiten, die den Vulkanladies den Sieg brachten und für die Miezen einen erheblichen Rückschlag im Abstiegskampf bedeuteten. Mitte der ersten Hälfte lag Trier mit 11:8 vorne, die MJC versäumte es dann aber, den Vorsprung zu halten, im Gegenteil, zur Pause lagen sie mit 14:15 hinten.
Und nach dem Seitenwechsel, als Triers beste Torschützin Carolin Schmele eng gedeckt wurde, zeigten die Miezen Moral, nachdem sie 16:20 hinten gelegen hatten. Doch in den entscheidenden Situationen versagten die Nerven. "Das war entscheidend", resümierte MJC-Vorstand Jürgen Brech die drei glasklaren Chancen, die die MJC beim Spielstand von 27:28 vergab. Koblenz/Weibern wankte, fiel aber nicht - und liegt nun vier Punkte vor den Miezen, was für den Aufsteiger möglicherweise schon den Klassenerhalt bedeutet. "Wir haben noch fünf Spiele, aber jetzt wird es richtig eng", meint Zelmel.
Bei den Vulkanladies waren es ausgerechnet Ex-Miezen oder Spielerinnen aus der Region Trier, die für die Entscheidung sorgten. Die frühere Triererin Svenja Huber war mit neun Treffern beste Torschützin, dahinter folgte die gebürtige Daunerin Nadja Zimmermann mit sechs Toren. Entscheidenden Anteil am Sieg hatte auch die Wittlicherin Marina Kils. "Ich habe mich bewusst für Koblenz entschieden, deswegen habe ich kein Mitleid mit den Miezen", sagte Kils. "Mir ist es ehrlich gesagt egal, ob die Miezen absteigen oder nicht", liegt Huber auf einer Wellenlänge. Und als ob das noch nicht genug für die Trierer Seele ist, gaben die Vulkanladies nach dem Abpfiff auch noch die Verpflichtung der früheren Mieze Carolin Thomas, geboren in Daun und derzeit in Blomberg, bekannt, um die auch die MJC buhlte. BP
DJK/MJC Trier: Flöck, Bocka - Zelmel (5), Czanik (2), Schmele (8), Vallet (4), Adeberg (1), Derbach (1/1), Solic (1), Jelicic (4/4), Cabeza (2)
Extra

Jörn Ilper, Trainer Miezen: Wir hatten die ganze Woche trainiert, wie wir auf eine Manndeckung gegen Carolin Schmele reagieren sollen, aber die Umsetzung hat dann überhaupt nicht funktioniert. Koblenz/Weibern hat wegen der besseren Bank und dem Mehr an Cleverness verdient gewonnen. Wir haben immer noch die Chance, Punkte zu holen. Ildiko Barna, Trainerin Koblenz/Weibern, früher Trier: Wir wussten, dass wir Druck auf Carolin Schmele ausüben mussten, denn sie ist Triers einzige echte Werferin. Die Miezen haben dann die Linie verloren, wir sind als Mannschaft aufgetreten, das war entscheidend. Eigentlich haben wir wohl genug Punkte, um die Klasse zu halten. BP