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Auch der Liebe wegen nach Berlin

Auch der Liebe wegen nach Berlin

Zwei Jahre lang lief Laura Steinbach für die Miezen auf. Nach sechs Jahren Leverkusen und einer Saison in Ungarn ist sie nun überraschend wieder in der Bundesliga. Mit Aufsteiger Berlin geht es am Samstag gegen die MJC.

Berlin/Trier. "Ja, die Städte wurden irgendwie immer größer." Metzingen, Trier, Leverkusen, Budapest - und jetzt Berlin lauten die Stationen von Laura Steinbach in ihrer Handballkarriere. Von 2005 bis 2007 war die Rückraumspielerin an der Mosel, im Frühsommer 2013 zog es die heute 29-Jährige zum ersten Mal ins Ausland. Mit dem Spitzenclub FTC Budapest spielte sie in der Champions League, hatte eigentlich noch einen gültigen Vertrag bis zum Ende dieser Saison.
Dass sie statt in der ungarischen Liga am Samstag (19.30 Uhr) aber mit dem Aufsteiger Spreefüxxe Berlin auf die Trierer Miezen trifft, hat eher persönliche Gründe: "Ich hatte das Gefühl, nach Hause zu wollen", sagte Steinbach dem TV.
Ein Grund für den Wechsel ist die Liebe. Seit einigen Monaten ist die gebürtige Saarländerin mit dem spanischen Handballstar Iker Romero zusammen - und der spielt eben bei den Füchsen aus Berlin in der Bundesliga. Und der Weltmeister kam sogar vergangenen Samstag extra nach Metzingen, um das Debüt seiner Lebensgefährtin im Füchse-Trikot zu sehen. Trotz fünf Steinbach-Treffern verloren die Hauptstädter mit 26:33.
Am nächsten Samstag steht nun Steinbachs Heimdebüt im "Fuchsbau" an. "Es ist schon lustig, dass ich meine ersten beiden Bundesligaspiele ausgerechnet gegen meine Ex-Vereine bestreite." In Trier war die Tochter des früheren NOK-Präsidenten Klaus Steinbach zur Nationalspielerin geworden, spielte dann sechs Jahre erfolgreich für Bayer Leverkusen und wagte dann den Schritt ins handballverrückte Ungarn. "Es war nicht von langer Hand geplant, dass ich wechsle, aber es war auch keine Schnellschussentscheidung", sagte die Lebensmitteltechnologin, für die neben dem privaten Glück das Gesamtpaket aus Handball und Job stimmig war. "Ich kannte die Berliner Managerin Britta Lorenz, und die waren selbst überrascht, dass wir uns so schnell einigen konnten", sagt Steinbach, für die nicht etwas das Verpassen der Champions League mit FTC ausschlaggebend war: "Es ging mir einfach nicht mehr gut in Budapest. Ich wollte weg."
In Berlin wurde die Nationalspielerin mit Kusshand aufgenommen: "Eine Spielerin wie Laura Steinbach zu bekommen, ist ein Geschenk für jeden Trainer", sagte Füxxe-Coach Lars Melzer. Seine Mannschaft ist alles andere als ein typischer Aufsteiger, verfügt nun über drei Nationalspielerinnen (Steinbach, Augsburg, Beier). "Dennoch ist es das erste Ziel, nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben", sagt Steinbach. "Und dazu will ich meinen Teil beitragen."
Nimmt man die aktuelle Miezen-Mannschaft, hat sie nur mit Katrin Schneider zusammentrainiert: "Sie war damals noch Jugendspielerin." Das Miezen-Schicksal hat Steinbach erst aus Leverkusen recht nah und dann aus Budapest aus der Ferne beobachtet. Nun trifft sie ganz aus der Nähe wieder ihren Ex-Club.Extra

Eigentlich hatte Silvia Solic ihre Handballschuhe nach einer Hüft-Operation im Januar an den Nagel gehängt, nun hilft sie bei den Miezen wieder aus: Gestern gab die MJC bekannt, dass Solic (31) wieder im Kader steht. Nach der Verletzung von Kreisläuferin Céline Michielsen musste der Verein handeln. "Am Freitagabend hat mich der Vorstand gefragt, am Montagabend war ich erstmals im Training", sagte die Schwäbin mit kroatischen Wurzeln dem TV: "Man soll aber keine Wunderdinge von mir erwarten, aber da mein Herz immer noch an den Miezen hängt, helfe ich gerne aus." Am Samstag beim Spiel in Berlin wird sie noch nicht dabei sein (der TV berichtete). Ziel ist eher das Abstiegsduell in Koblenz am 16. November. "Ich werde dreimal pro Woche trainieren können und hoffe, dass ich mich schnell wieder integrieren kann. Aber ich bin guter Dinge", sagt die Angestellte der Trierer Stadtwerke. BP