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Aus Ostbelgien zu den Miezen

Aus Trier nach Bensheim: Miezen-Torfrau Jessica Kockler. Foto: TV-Archiv
Aus Trier nach Bensheim: Miezen-Torfrau Jessica Kockler. Foto: TV-Archiv FOTO: Bjoern Pazen (BP) ("TV-Upload Pazen"
TRIER. Andy Palm neuer Trainer der Zweitliga-Handballerinnen - Kockler und Weibelova gehen. Björn Pazen

TRIER Ein Belgier beerbt eine Spanierin auf der Miezen-Bank. Andy Palm (29) folgt auf Cristina Cabeza, deren Vertrag beim Frauen-Handball-Zweitligisten aus finanziellen Gründen nicht verlängert wird. Der neue Trainer kommt aus der Großregion und hat für zwei Jahre in Trier unterschrieben. Palm stammt aus dem Ort Eynatten in der Nähe von St. Vith in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Ostbelgien. Früh wurde er Nationalspieler, wechselte mit 17 Jahren in die Niederlande, unterschrieb dann einen Profivertrag in Dänemark - doch mit nur 20 Jahren war nach einer Handverletzung Schluss.
Palm wurde Trainer, unter anderem in Indien, der Heimat seiner Mutter. Zurück in Deutschland übernahm er erst den TV Weiden bei Aachen, dann zog es ihn nach Zwickau, wo er zunächst die zweite Mannschaft und dann aber im April 2016 die Zweitligamannschaft des BSV Sachsen betreute. Ende Februar wurde er in Zwickau gefeuert, kurz zuvor hatte er mit seinem Team in Trier verloren, aber die Zukunft seines Trainerlebens gefunden. Nach dem Gastspiel der Sachsen wurden die Verhandlungen der MJC mit Palm intensiviert, nachdem man Cabeza ihren Abschied von der Mosel verkündet hatte. Palm hat die A-Lizenz, verfügt über Erfahrung im Nachwuchsbereich und kennt die 2. Bundesliga - und wird neben seinem Trainerposten auch noch einem anderen Job nachgehen.
In Palms Kader für die neue Saison werden zwei Leistungsträgerinnen fehlen: Die dienstälteste Mieze Jessica Kockler (26) verlässt nach acht Jahren die MJC, die Torfrau schließt sich dem Bundesliga-Aufsteiger und Zweitligameister HSG Bensheim/Auerbach an, wo auch schon ihre frühere Mannschaftskameradin Caroline Thomas spielt. "Dass sie geht, schmerzt, aber wir wünschen ihr natürlich alles Gute in der Bundesliga", sagt Brech. Auch die derzeit zweitbeste Trierer Werferin verlässt den Verein: die Slowakin Lucie Weibelova konnte sich laut Aussage des Vereins nicht auf eine Vertragsverlängerung einigen. Die Slowakin (33) kam 2015 nach Trier. Ob ihr Weggang Auswirkungen darauf hat, ob ihre Schwester - Kreisläuferin Andrea Czanik - eine Mieze bleibt, steht noch nicht fest. "Wir kamen mit Lucie nicht auf einen Nenner", beschreibt Brech die Verhandlungen.
Ihre Verträge verlängert haben indes Rückraumspielerin Linsey Houben, die 2014 aus den Niederlanden nach Trier kam, sowie die rumänische Außenspielerin Ramona Constantinescu, die nach ihrem Wechsel zur MJC in der vergangenen Saison die meiste Zeit wegen einer Schulterverletzung nicht auflaufen konnte. Neben diesen beiden haben Joline Müller, Tina Welter, Angela Petrovska und Torfrau Melanie Eckelt Verträge für die kommende Saison.