Aus, Schluss, vorbei

Seit gestern steht offiziell fest, dass die Bundesliga-Saison 2008/2009 für die Trierer "Miezen" beendet ist. Es wird kein Spiel um Platz fünf geben, die MJC schließt die Spielzeit als Achter ab.

Trier. Die "goldene Ananas" wird nicht ausgespielt. Das gab der Frauen-Handball-Bundesliga-Verband HBVF gestern bekannt. "Der 1. FC Nürnberg verzichtet auf die Partien gegen Göppingen", heißt es in einer HBVF-Mitteilung. Erstens hatte der "Club" die Insolvenz eingereicht (der TV berichtete), zweitens hätte die Partie um Platz fünf auch keinen Sinn gehabt. Denn entgegen der ursprünglichen Einschätzung wäre es gar nicht um einen freien Europapokalplatz gegangen. "Da Leipzig und Erfurt ihre Europapokalfinals verloren haben, gibt es nach derzeitigem Stand keinen weiteren EC-Platz für Deutschland", sagte Markus Glaser, Europapokalchef beim europäischen Verband EHF, dem TV. Heißt: Der noch zu kürende Meister - im Finale spielt Leipzig gegen Leverkusen - spielt in der Champions League, der Zweite im EHF-Pokal, die Plätze drei und vier (Frankfurt/Oder und Buxtehude) treten im Challenge Cup an, Oldenburg im Pokalsieger-Wettbewerb.

Mit der Spielabsage hat sich auch die Hoffnung der "Miezen" zerschlagen, noch um Platz fünf zu spielen - als Nachrücker für die insolventen Nürnberger. "Uns ging es nicht um eine Europapokal-Teilnahme, sondern ums Prinzip und die Chance, uns in der Abschlusstabelle noch verbessern zu können", ist MJC-Vorstand Martin Rommel enttäuscht über die Absage und Nicht-Berücksichtigung der Trierer "Miezen".

Gleichzeitig will er aber nun auch gegen den Bundesliga-Spielmodus angehen. "Die MJC stellt einen Antrag bei der Liga-Versammlung, die Play-offs und damit auch die unsinnigen Play-downs wieder abzuschaffen. Da liegen wir mit vielen Clubs auf einer Wellenlänge", sagt Rommel, der stattdessen in seinem Antrag eine Aufstockung der Bundesliga auf 14 Mannschaften fordert. So hätten alle Mannschaften 13 Heimspiele, und die Saison würde ebenfalls bis Ende Mai dauern - und wäre bis zum Schluss spannend. Zudem sei der Modus Zuschauern und Sponsoren viel einfacher zu vermitteln, weil nach 26 Spielen das Team Meister ist, das auf Platz eins steht. Diese Änderungen könnten von der Versammlung allerdings erst für die Saison 2010/2011 beschlossen werden, für die kommende Spielzeit bleibt es beim aktuellen Modus.

Was das Personal der "Miezen" betrifft, deutet sich ein weiterer Abschied an - der von Jana Arnosova. Offiziell wurde dies vom Verein nicht bestätigt. Derweil ist man nach TV-Informationen aber zumindest bei der Suche nach einer Spielmacherin fündig geworden. Um wen es sich dabei handelt, soll diese Woche bekannt gegeben werden.