Beachvolleyballer: "Cool und intelligent"

Beachvolleyballer: "Cool und intelligent"

Olympia-Physiotherapeut Jinan Al-Shok aus Trier im Interview über Sonne, Sand und eiskalte Sportler.

TRIER (teu) Der Ehranger Jinan Al-Shok kennt die nationale und internationale Beachvolleyball-Szene so gut wie wohl kaum ein anderer aus der Region Trier. Der 51-Jährige stand als Physiotherapeut an der Copacabana, als Laura Ludwig und Kira Walkenhorst im vergangenen Jahr bei den Olympischen Spielen die Goldmedaille gewannen. Zum zehnten Mal wird er Ende August bei den deutschen Meisterschaften in Timmendorfer Strand dabei sein. Als (früherer) Physiotherapeut bei den Gladiators, Miezen und der Eintracht kennt er auch andere Ballsportarten gut. Im Interview mit TV-Mitarbeiter Holger Teusch erzählt Al-Shok über die Faszination und die besondere Atmosphäre beim Beachvolleyball.Herr Al-Shok, wie wurden Sie zum Physiotherapeuten des deutschen Beachvolleyball-Olympiateams?Jinan Al-Shok 2000 war ich als normaler Zuschauer bei den Olympischen Spielen in Sydney dabei und habe eher zufällig das Spiel um Platz drei mit dem heutigen Bundestrainer Jörg Ahmann gesehen. Drei Monate später habe ich ihn auf Fuerteventura als Teilnehmer an einem Beachvolleyball-Camp persönlich kennengelernt. Abends haben wir zusammen an der Theke gestanden und über Beachvolleyball und die Olympischen Spiele gequatscht. Drei Jahre später hat er mich dann beim Deutschen Volleyball-Verband als Physiotherapeut vorgeschlagen. 2005 gab es die zweite Beachvolleyball-Weltmeisterschaft in Berlin. Da hat man mich quasi gecastet, und das Feedback des deutschen Teams war positiv. Ich bin dann als einer von drei Physiotherapeuten in den Kader für die Nationalteams gekommen.Was sind Beachvolleyballer für Typen?Al-Shok Man ist beim Beachvolleyball ja immer im Sand, meist bei Sonnenschein, meist am Strand und am Meer. Es wird immer coole Musik gespielt, es ist immer ein DJ da, der das Ganze noch hochpusht. Beachvolleyballer sind alle übercool. Sie sind aber auch alle hochintelligente und sehr angenehme Menschen. Sie sind sehr stark fokussiert und ganz tolle Athleten. Während der normalen Saison ist ein guter Beachvolleyballer pro Woche bestimmt 30 Stunden im Sand und dazu vier bis sechs Stunden im Kraftstudio.Was macht die besondere Atmosphäre bei Beachvolleyball-Events aus?Al-Shok Als Zuschauer ist man direkt infiziert von der Musik. Dann ist meist ein Moderator da, der immer wieder einen coolen Spruch auf Lager hat. Es ist die Kombination der Location, eines DJs, eines Moderators und der Sportart als solcher, die maximale Euphorie für die Zuschauer, aber auch für die Sportler bringt.Was sind ihre persönlichen Highlights?Al-Shok International war das natürlich die Nachnominierung für Olympia in Rio, wo ich mit Kollegen aus Paderborn bis zum Olympiasieg von Laura und Kira dabei sein durfte. In Deutschland ist das ganz klar die deutsche Meisterschaft in Timmendorfer Strand. Das ist das einzige Turnier, auf dem sich alle deutschen Sportler sehen. Auch die Location ist einmalig und es gibt auch schon mal Favoritenstürze.Holger TeuschAlle bisher erschienenen Teile der Spochtipedia-Serie finden Sie im Internet unter volksfreund.de/spochtipedia

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