Cup der guten Hoffnung oder Blamage in Blomberg?

Gelingt im Pokal der Befreiungsschlag, oder setzt sich die Niederlagenserie der Trierer "Miezen" fort? Heute (16.30 Uhr) tritt die MJC im Viertelfinale bei Provital Blomberg-Lippe an, gegen die man am vergangenen Samstag in der Liga noch zuhause mit 30:34 verloren hatte. Der heutige Sieger qualifiziert sich für das Final Four in Riesa am 4./5. April.

Trier. (BP) Gestern Abend noch im Abendkleid bei der TV-Sportlerwahl, heute im Trikot im DHB-Pokal: Während die Preisverleihung eher Amüsement war, geht es in Blomberg ums Ganze. Nach der Niederlagen-Serie in der Liga brauchen die Triererinnen ein Erfolgserlebnis - und Trainerin Ildiko Barna ist sich sicher, dass es klappt: "Wir gewinnen in Blomberg und reisen dann mit viel Selbstbewusstsein zum nächsten Ligaspiel nach Frankfurt/Oder, um auch dort zwei Punkte zu erreichen."

Aber was macht Barna so sicher nach zuletzt 2:8 Punkten? "Erstens kann es nicht mehr schlechter werden und zweitens stimmen mich die Trainingseindrücke optimistisch. Die Mannschaft ist viel aggressiver zu Werke gegangen." Zudem sei der Pokal ein "Wettbewerb, in dem wir ohne Druck auflaufen können", meint Barna: "Wir müssen in der Liga punkten, im Pokal können wir entspannt aufspielen."

Gegen Blomberg zeigte Trier am Karnevalssamstag zwei Gesichter: eine gute erste Hälfte und eine erschreckend schwache Halbzeit zwei. "Vor der Pause haben wir gezeigt, was wir können, das war ein Aufwärtstrend. Wir müssen allerdings diese extreme Unsicherheit ablegen, die wir danach zeigten. Zudem gehe ich davon aus, dass unsere Torhüterinnen sich erheblich steigern."

Auch wenn Barna sagt, dass man ohne Druck anreist - auf dem Spiel steht doch einiges: Denn mit einem Erfolg bei den Ostwestfalen könnte sich die MJC zum dritten Mal in ihrer Vereinsgeschichte nach 2003 (Finale gegen Frankfurt/Oder verloren) und 2006 (Sieger im Spiel um Platz drei nach Halbfinal-Aus gegen Leipzig) fürs Final-Four im sächsischen Riesa (4./5. April) qualifizieren. Dies sollte eigentlich für alle Beteiligten Motivation genug sein.

Vor allem Svetlana Mozgowaia zehrt nach einem Pokalsieg: "Dieser Titel fehlt mir noch in meiner Karriere", sagt die dienstälteste "Mieze", die einzige "Überlebende" der denkwürdigen Final-Niederlage in Riesa von 2003. Personell kann Barna wieder auf Kreisläuferin Caroline Thomas zurückgreifen, die ihre Knie-Verletzung überwunden hat.

Zwei der vier Final-Four-Teilnehmer stehen derweil schon fest: Standesgemäß setzte sich der VfL Oldenburg beim Zweitligisten PSV Recklinghausen mit 31:22 durch. Knapper ging es in Erfurt zu, wo der von Ex-"Miezen"-Coach Dago Leukefeld trainierte THC nach zweimaliger Verlängerung mit 35:38 gegen Meister 1. FC Nürnberg verlor. Gestern Abend trafen nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe der HC Leipzig und FA Göppingen aufeinander.

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