Das erste Wochenende der Wahrheit

Trier · Im Gastspiel beim Bundesliga-Aufsteiger HSG Bad Wildungen wartet am Samstag (Anwurf: 19 Uhr) erstmals ein Gegner auf Augenhöhe auf die Trierer Miezen. Trainer Happe hofft daher auf den oder die ersten Punkte.

Trier. Für den Höhner-Handball-Hit "Wenn nicht jetzt, wann dann?" ist es angesichts des siebten von 20 Saisonspielen noch etwas früh, aber dennoch ist das Auswärtsspiel der Miezen bei Aufsteiger HSG Bad Wildungen "ein Wochenende der Wahrheit". Nach sechs Niederlagen sollte es erstmals ein "Spiel auf Augenhöhe" geben, wie MJC-Trainer Thomas Happe hofft, der aber auch zugibt: "Mal sehen, wie hoch diese Augenhöhe ist".
Im Gegensatz zu den punktlosen Miezen haben die Mittelhessen bereits drei Zähler (Sieg gegen Mitaufsteiger Göppingen, Remis gegen Blomberg) auf dem Konto, bei einem Sieg gegen Trier wäre der Abstand mittelfristig nicht mehr aufholbar. "Eigentlich müssen wir dort punkten", sagt Happe, der das fünfte Auswärtsspiel in Folge allerdings erneut nicht in Bestbesetzung antreten kann: Ausgerechnet die beiden erfahrensten Spielerinnen Jana Arnosova (Riss im Syndesmoseband im Fuß) und Silvia Solic (Schulterverletzung) fallen weiterhin aus. "Das schränkt unsere Alternativen ein", sagt der MJC-Trainer. Im Gegensatz zu den vorherigen Partien setzt Happe auf eine Initialzündung bei den beiden Serbinnen Katarina Vojcic und Jasmina Radojicic sowie eine deutlich konzentriertere Leistung: "Wir müssen diese einfachen Fehler eindämmen, jede Spielerin muss sich an die eigene Nase fassen. In einem Spiel wie diesem entscheidet ausschließlich die Anzahl der Fehler über den Sieger."
An Bad Wildungen haben die Miezen wahrlich keine guten Erinnerungen: In der Vorsaison gab es ein 26:35-Pokaldebakel beim damaligen Zweitligisten, der sich nach dem Aufstieg enorm verstärkt hat, unter anderem mit Ex-Miezen-Kreisläuferin Tessa Cocx. Beste Werferin der Hessen ist die Rumänin Cristina Mihai mit 46 Treffern nach sechs Spielen, daneben verfügt die HSG in Cocx, der Niederländerin Miranda Robben und der Litauerin Ruta Latakaite über gefährliche Angreiferinnen. Ihre Premiere wird die montenegrinische Nationalspielerin Jovana Jovovic feiern.
"Individuell hat Bad Wildungen mehr Erfahrung als wir", sagt Happe. HSG-Trainer Sören Jeppesen ist zuversichtlich: "Unser klares Ziel sind zwei Punkte. Trier steht unter größerem Druck als wir, und wir wollen für eine Vorentscheidung im Abstiegskampf sorgen." BP
DJK/MJC Trier (Kader): Djeric, Monz, Kockler - Derbach, Wilamowska, Radojicic, Vojcic, Premm, Adeberg, Vallet, Lennartz, Zelmel, Rost
Extra

Anfang Oktober wurde bei der HSG Bad Wildungen eine Etatlücke von 300 000 Euro bekannt (der TV berichtete). Mittlerweile sieht es etwas besser aus: Nach dem Gehaltsverzicht der Spielerinnen wurde eine nicht genannte Summe aus der Privatschatulle einer Mäzenin übernommen. BP

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