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Das Häuflein der letzten Aufrechten

Das Häuflein der letzten Aufrechten

Aufgrund von kleinem Kader und akuten Verletzungsproblemen ist bei den Trierer Miezen kaum eine geregelte Vorbereitung möglich. "In Kürze" sollen weitere Neuzugänge folgen, wie der MJC-Vorstand mitteilt.

Trier. Wer dieser Tage die Trierer Handball-Miezen beim Training beobachtet, stellt sich unweigerlich die Frage "Und wo ist der Rest?" Der ehedem schon kleine Kader (nur neun Spielerinnen unter Vertrag) wird derzeit durch Verletzungen weiter ausgedünnt. Eva Lennartz ist erkrankt, Megane Vallet muss wegen Achillessehnenproblemen pausieren, Jana Arnosova hadert noch mit einer Fußverletzung und Torfrau Anna Monz kann nach einem im Training erlittenen Bänderriss nur laufen, sich aber noch nicht zwischen die Pfosten stellen. Vier bis fünf Spielerinnen absolvieren daher momentan nur die Vorbereitung.
Trainer Thomas Happe nimmt es dennoch locker und mit etwas Sarkasmus: "Die, die da sind, ziehen sensationell gut mit." Teilweise beginnt der Trainingstag - für die Berufstätigen - mit Krafttraining um sechs Uhr morgens. In der vierten Trainingswoche stehen zudem noch Ausdauer, aber auch schon erste Einheiten mit Ball auf dem Programm des "Häufleins der Aufrechten".
Aber bald könnte Besserung eintreten: Erstens soll Monz kommende Woche wieder ihren Torwart-Aufgaben nachkommen können, zweitens kündigt MJC-Vorstand Martin Rommel "in Kürze" drei Neuverpflichtungen an, um den Kader zu komplettieren. "Wir wissen, dass die Suche nach Personal Vorrang hat, sowohl für die erste als auch die zweite Mannschaft." Denn auch Igor Domaschenko, dessen Vertrag als Trainer des Drittliga-Teams um ein Jahr verlängert wurde, hat ähnliche Sorgen wie Happe. Auch er trainiert nur mit fünf, sechs Spielerinnen - für beide Mannschaften deutlich zu wenig, um konkurrenzfähig zu sein. Dennoch will man bei den Miezen an der zweiten Mannschaft festhalten. Als Leistungsträgerinnen sollen Natalie Adeberg und Lena Zelmel sowie Torfrau Jessica Kockler die kleinen Miezen führen. Derzeit sucht Domaschenko händeringend nach Verstärkungen, selbst in seiner russischen Heimat.
Was das Bundesligateam betrifft, sollen die drei Neuzugänge (wohl aus dem Ausland) schon für den ersten Test, den "Stelioplast-Cup" in Wittlich (6./7. August), spielberechtigt sein. Dort trifft Trier in der Vorrunde auf den mehrfachen deutschen Meister HC Leipzig und den dänischen Europapokalsieger FC Midtjylland. "Diese international erfolgreichen Gegner werden für uns zu diesem Zeitpunkt kein Gradmesser sein", wiegelt Happe eine zu hohe Erwartungshaltung bereits im Vorfeld ab.
Auch aus Kostengründen verzichten die Miezen in diesem Jahr auf ein "echtes" Trainingslager, am 20. und 21. August steht ein Kurzlehrgang in Trier auf dem Programm, in dem es vorrangig um Taktikschulung geht. Vom 26. bis 28. August spielen die Miezen ein Turnier im niederländischen Wognum. Höhepunkt der Vorbereitung ist das Testspiel gegen den rumänischen Meister Oltchim Valcea (2010 Champions-League-Finalist) am Dienstag, 23. August, um 19.30 Uhr in der Wolfsberghalle. Saisonstart ist am 3. September mit dem Auswärtsspiel bei Vizemeister Buxtehude, das erste Heimspiel ist am 10. September um 19.30 Uhr gegen Meister und Pokalsieger Thüringer HC.