Der Kampf der Miezen um die Handball-Bundesliga

Der Kampf der Miezen um die Handball-Bundesliga

Soll es das nun gewesen sein? Einen Tag nach der bitteren Niederlage der Trierer Miezen gegen Sindelfingen sind die Verantwortlichen immer noch fassungslos. Doch aufgeben wollen sie noch nicht.

Trier. (wir) Noch einen Tag nach der 25:26 (15:11)-Niederlage des Frauen-Handball-Bundesligisten DJK/MJC Trier gegen den VfL Sindelfingen war Vorstand Martin Rommel konsterniert: "Eine solch bittere Niederlage habe ich schon ewig nicht mehr erlebt. Das hatte die Mannschaft im wahrsten Sinn des Wortes nicht verdient."

Ähnlich beurteilt auch Trainer Thomas Happe das Geschehen: "Das sind diese Momente im Sport, wo du glaubst, dass sich alles gegen dich verschworen hat. Wir waren nicht die schlechtere, aber ganz sicher die unglücklichere Mannschaft." Frenetisch angefeuert von mehr als 900 Besuchern hatte das personell gebeutelte Team sich richtig in das Duell mit der "Trierer Filiale" verbissen. Zwar konnte Ex-Mieze Maren Baumbach verletzungsbedingt nicht spielen (Sehnenriss), aber Trainer Dago Leukefeld und die Spielerinnen Silke Meier und Marielle Bohm waren dabei.

Ausgerechnet ihnen kam eine entscheidende Bedeutung zu. Dabei hatte Trier in der sich von Minute zu Minute steigernden Torfrau Dani Vogt (Happe und Leukefeld unisono: "Sie war überragend") einen starken Rückhalt. Die Moselanerinnen hatten selbst den Schock des Ausfalls von Katrin Schneider (Bänder- oder Kapselverletzung an der Hand) weggesteckt und führten bis kurz vor Schluss 25:23 (58.).

Dann kam es knüppeldick. Zeitstrafe gegen Megane Vallet, Sieben-Meter-Tor Bohm: 25:24. Tempogegenstoß Meier: 25:25 und Zwei-Minuten-Strafe gegen Willemijn Karsten. Dann hält die schwache Sindelfinger Torfrau Ronja Grabowski zwei entscheidende Bälle, und Bohm erzielt vom eigenen Kreis den Siegtreffer.

Für Happe waren die Fehler der letzten Minuten auch Ausdruck der Personallage. Der ohnehin kleine Kader schrumpft immer mehr. Und einige, die spielen, sind wie Silvia Solic nach Verletzungen noch nicht bei 100 Prozent. Das sind keine guten Aussichten angesichts der Notwendigkeit, mindestens vier Punkte Rückstand auf Aufsteiger Rosengarten aufholen zu müssen. "Wir müssten jetzt eigentlich schon in den Planungen für die kommende Saison sein", sagt Happe, "aber wir wissen ja nicht wo und wie es weitergeht." Denn die sportlichen Probleme gehen mit finanziellen einher (der TV berichtete). Oberste Priorität hat der Klassenerhalt. Auf dem Weg dahin warten die Spiele in Göppingen, gegen Oldenburg, Blomberg/Lippe, in Buxtehude, gegen Leipzig in Rosengarten und gegen Frankfurt/Oder. 14 Punkte sind also noch zu vergeben. Und so sagt Happe zurecht: "Wir geben nicht auf, so lange wir noch eine Chance haben. Es wird schwer, aber nichts ist unmöglich."