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Die Luft wird immer dünner

Die Luft wird immer dünner

Die Lage für die Trierer Miezen wird immer düsterer: Das 28:32 (14:17) gegen Frisch Auf Göppingen war die siebte Niederlage in Folge, zudem haben die Abstiegskonkurrenten fleißig gepunktet. Der Rückstand des Vorletzten zum Mittelfeld ist weiter gewachsen.

Trier. Schweigend, mit langen Gesichtern verließen die Miezen das Feld. Zum zweiten Mal in Folge nach dem 28:29 gegen Koblenz/Weibern hatten sie einen Heimsieg fahrlässig aus den Händen gegeben. Das 28:32 gegen die wahrlich nicht übermächtigen Schwäbinnen von Frisch Auf Göppingen tat doppelt weh, da die direkten Konkurrenten Metzingen und Blomberg mit deutlichen Siegen punkteten und den Abstand auf den Vorletzten aus Trier auf drei beziehungsweise vier Punkte vergrößerten. "Das ist so frustrierend. Da muss man sich auch als Trainer hinterfragen", war Jörn Ilper nicht nur deprimiert, sondern auch schockiert angesichts der fahrlässig verschenkten Punkte. Auch wenn Rückraumspielerin Nathalie Adeberg zu Recht erkannte, dass "das unser bestes Saisonspiel war. Wir hatten viel Pech, und ich bin mir sicher, dass wir auf jeden Fall demnächst punkten werden, wenn wir unsere Chancen nutzen."Die Abwehr stand nach der Pause, als die MJC aus dem 14:20 ein 19:20 gemacht hatte, besser. Aber immer dann, wenn man auf ein Tor herangekommen war, versagten im Angriff die Nerven. Vorne eine klare Chance vergeben, hinten dann ein bis zwei "Gurken" gefangen, dann wieder herangekämpft und den entscheidenden Ball vergeben, so war der Ablauf der zweiten Hälfte bis zum 27:30, als die Partie entschieden war. Zumindest in der ersten Hälfte wurden die Miezen zudem vom Schiedsrichtergespann mehrfach benachteiligt, was aber keine Ausrede für die Niederlage ist. "Es ist schlimm, wenn man sich immer wieder hinstellen muss, und sagt, dass wir besser geworden sind, aber der Blick auf die Tabelle zeigt, dass wir keine Punkte gewonnen haben", sagt Ilper.Das 28:32 zeigte erneut schonungslos die immer gleichen Problemzonen der Miezen:Schwacher Start: Zum wiederholten Mal musste Ilper nach fünf Minuten seine Auszeit nehmen, diesmal lag die MJC 0:4 hinten, später hieß es 2:7. Ilper: "Wenn ich wüsste, woran es liegt, hätte ich es abgestellt."Schwache Serbin: Ebenfalls zum wiederholten Male leistete sich die neuverpflichtete Serbin Miroslava Jelicic in der Anfangsphase viele Fehler. Bislang konnte sie die Erwartungen überhaupt nicht erfüllen, wurde auch gegen Göppingen früh vom Feld genommen. Fehleinkauf? Ilper wiegelt ab: "Sie wird sich entwickeln, wir müssen Geduld mit ihr haben."Alternativlosigkeit: "Eine zusätzliche Rückraumspielerin würde uns erheblich helfen", sagt Ilper - doch dieser Wunsch ist angesichts des klammen Etats nicht realisierbar. Zwar überzeugten Christina Cabeza und nach der Pause Nathalie Adeberg, aber Ilper kann Carolin Schmele zu wenige kreative Pausen geben - dies führt zu vielen Fehlern in entscheidenden Szenen.Zu leicht ausrechenbar: Jeder Gegner ist bestens auf die MJC eingestellt. Kreisläuferin Andrea Czanik wird knallhart "bekämpft", Schmele wird kurz gedeckt - und mehr muss man gegen die Miezen nicht machen, weil von der rechten Angriffsseite keine Gefahr ausgeht.Perspektive: Es wird höchste Zeit für die MJC, vor der EM-Pause stehen nur noch das Pokalspiel am Freitag in Nellingen sowie die Liga-Partie in Leverkusen (3. November) an. Ilper: "Wir müssen die Pause für einen Neustart nutzen. Wenn die Mannschaft eingespielt ist, werden wir den Abstand zum Mittelfeld verringern."DJK/MJC Trier: Flöck, Kockler, Bocka (n.e.) - Zelmel (5), Czanik (4), Schmele (5), Vallet (0), Adeberg (4/2), Derbach (4/2), Solic (1), Jelicic (0), Cabeza (5)Beste Torschützinnen Göppingen: Vojtiskova (8), Dinkel (7), Scheffknecht (6), Zuschauer: 650, Schiedsrichter: vom Dorff/vom Dorff