Die Luft wird verdammt dünn

Die Luft wird verdammt dünn

Knallharter Rückschlag im Abstiegskampf für die Trierer Miezen: Durch das Remis des Drittletzten und die eigene Niederlage beträgt der Rückstand aufs rettende Ufer nun schon drei Punkte. Und es stehen nur noch drei Spiele aus.

Buxtehude/Trier. Thomas Happe ist Dortmunder und glühender Borussia-Fan. Doch der Miezen-Trainer konnte sich am Samstagabend auf der Rückfahrt von Buxtehude nach Trier nur rund 25 Minuten über den historischen 3:1-Sieg des BVB bei den Bayern freuen - dann wurde der Miezen-Trainer auf der Autobahn von seiner Realität eingeholt. "Das ist schlimmer als unsere eigene Niederlage. Verdammt!", war Happes Kommentar, als er durch den TV vom 25:25 des Trierer Abstiegskonkurrenten Rosengarten gegen Göppingen erfuhr.

Jetzt beträgt der Abstand der Miezen (weiter Vorletzter) nach der 24:29 (15:16)-Niederlage beim Buxtehuder SV und dem gleichzeitigen Remis von Rosengarten schon drei Punkte - bei nur noch drei ausstehenden Partien. Die bisherige Rechnung - "wir gewinnen am 19. März in Rosengarten und steigen nicht ab" - geht nicht mehr auf. Mindestens einen Zähler müssen die Miezen zusätzlich in den Heimspielen gegen Leipzig (Mittwoch, 2. März, 19.30 Uhr) und Frankfurt/Oder (26. März, 16.30 Uhr) einfahren, wenn sie die Bundesliga halten wollen. Und um ein Haar hätte der Rückstand sogar vier Punkte betragen, wenn nicht Göppingens Nicole Dinkel zwei Sekunden vor dem Ende noch der Ausgleich geglückt wäre. Und Rosengarten? Dass die Niedersachsen in Buxtehude und in Oldenburg punkten, ist eher unrealistisch, aber nach 0:16 Punkten in Folge haben sie gegen Göppingen die letzte Chance ergriffen, führten kurz vor Schluss sogar mit 21:18.

"Es hilft nichts, jetzt müssen wir zwei Spiele gewinnen - auf Unentschieden kannst du im Handball nicht spielen", war Happes Kommentar. Seine Mannschaft hatte beim Tabellendritten Buxtehude erneut bis zur 45. Minute gut mitgehalten, lag nur knapp zurück. Als dann aber Jelena Popovic mit Knieproblemen ausschied und die MJC in der entscheidenden Phase zudem vier Zeitstrafen erhielt, war es geschehen. Zudem schaffte es Trier nie, die überragende Buxtehuder Ex-Nationalspielerin Stefanie Melbeck zu stoppen, die 14 Tore erzielte. Da wurden die zehn Treffer der erneut überragenden Willemijn Karsten schon zur Randnotiz.

Die ersten 30 Minuten (Halbzeitstand 15:16 aus Trie rer Sicht) waren ausgeglichen verlaufen, bis zum 19:21 (45.) war noch alles möglich, doch am Ende war die Fehlerquote bei Trier zu hoch, ohne Popovic fehlten einfach die Alternativen. Beim 20:25 war die Messe bereits gelesen. "Wir haben wieder Moral bewiesen, aber das Ergebnis von Rosengarten ist natürlich ein Rückschlag, den wir erst einmal verdauen müssen", gestand Happe, der sich aber an alle Strohhalme klammert: "Bevor nicht alles entschieden ist, geben wir uns nicht auf."

DJK/MJC Trier: Kockler, Vogt - Cocx (2), Popovic (4/1), Adeberg (0), Schneider (4/1), Karsten (10), Vallet (3), Arnosova (1), Premm (0), Derbach (0), Groetzki (0), Solic (0)

Beste BSV-Torschützinnen: Melbeck (14/5), Lamein (5)