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Die Miezen stehen erst im Stau und dann auf dem Schlauch.

Frauen-Handball : Ratlosigkeit nach einem verschenkten Tag in Bremen

Handball: Die Miezen stehen erst im Stau und dann auf dem Schlauch - 23:32-Niederlage an der Weser.

Es gibt Tage, da wäre man besser im Bett geblieben. Einen solchen gebrauchten oder verschenkten Tag hatten die Trierer Miezen am Samstag - und zwar von vorne bis hinten. Auf der Fahrt zum Auswärtsspiel nach Bremen kamen die Zweitliga-Handballerinnen in einen langen Stau. „Die Zeit war am Ende so knapp, dass sich die Mannschaft im Bus umziehen musste, damit wir noch genau 30 Minuten Aufwärmzeit in der Halle hatten“, sagte MJC-Vorstand Jürgen Brech.

„Dieses Problem soll aber auf keinen Fall irgendeine Ausrede für unsere Leistung sein“, ergänzt Interimstrainer Ralf Martin, der im fünften Spiel seiner noch zwei Partien währenden Amtszeit die vierte Niederlage kassierte. Dessen Traum von zwei Punkten an der Weser hatte sich schnell erledigt - im Gegenteil: Mannschaft und Trainer waren nach dem 23:32 (14:18) bei Werder Bremen am Samstag völlig ratlos. „Ich weiß nicht, was das ist. Im Training zeigen die Spielerinnen eine Super-Einstellung, ziehen voll mit - und im Spiel bekommen wir davon nichts auf die Platte gebracht. Das kann ich mir nicht erklären, überhaupt nicht“, meinte Martin. Dass sich Kapitänin Gabriella Szabo im Auftrag der Mannschaft für die Leistung später beim Trainer, der zuvor auch deutliche Worte in der Kabine gefunden hatte, entschuldigte, spricht für die Selbstkritik.

Auswirkungen hat auch diese Klatsche beim Tabellennachbarn nicht, denn durch den Rückzug von Hannover-Badenstedt am Dienstag haben die Miezen (weiter Viertletzter) den Klassenerhalt schon am grünen Tisch gesichert. „Wenn du 32 Gegentore kassierst, kannst du in der 2. Liga nicht gewinnen, speziell dann, wenn du auch noch so viele Chancen vergibst“, waren für Martin die Gründe für das 23:31. Vor allem das Rückzugsverhalten sei zu langsam gewesen, Bremen habe sein Team „förmlich überrollt. Andere Teams wie Bremen sind einfach leichtfüßiger und schneller als wir.“

Das Hinspiel hatten die Miezen in einem Thriller mit dem Schlusspfiff gewonnen, im Rückspiel war die MJC nach dem 12:14 in der 26. Minute chancenlos. Die junge Bremer Mannschaft setzte sich zunächst bis zur Pause auf vier Treffer (18:14) ab, und auch danach bekamen die Miezen Jennifer Börsen (7 Tore) und Isabelle Dölle (6) nie in den Griff. „Genau auf diese Spielerinnen waren wir vorbereitet, wir hatten alles besprochen, und dann haben wir es nicht umgesetzt“, sagte Martin.

Bremen zog davon, hatte spätestens beim 26:19 in der 47. Minute die Partie entschieden. Und am Ende hätte der Viertletzte beim Fünftletzten fast mit einem zweistelligen Abstand verloren. Aber der „gebrauchte Tag“ war noch lange nicht zu Ende: Der Mannschaftsbus konnte erst mit deutlicher Verspätung abfahren, weil Joline Müller und Vesna Tolic fast zwei Stunden brauchten, bis sie genügend Material für die Dopingprobe geliefert hatten.

Kommenden Samstag (12. Mai, 19.30 Uhr) steht das letzte Heimspiel der Saison gegen Union Halle/Neustadt an, das mit einem Sieg in Trier den Bundesliga-Aufstieg perfekt machen kann. Mit dem Auswärtsspiel in Zwickau am 26. Mai ist dann Schluss mit einer Saison, die trotz Klassenerhalt definitiv das Prädikat „verkorkst“ erhalten wird.

DJK/MJC Trier: Minami, Eckelt - Petrovska (0), Sattler (1), Houben (1), Czanik (2), Tolic (6), Smits (1), Müller (4), Szabo (4/1), Zrnec (3), Constantinescu (0), Welter (1) - Beste Werferinnen Werder Bremen: Börsen (7), Dölle (6)