Die Miezen stehen gegen Herrenberg unter großem Druck

Frauen-Handball-Bundesliga : Für die Miezen hat die Zeit der Rechenspiele begonnen

Handball: Der Zweitligist will heute an den Heimsieg gegen Waiblingen anknüpfen und gegen Herrenberg den Abstand nach unten vergrößern.

In prekären Lagen klammert man sich gerne an alle Strohhalme, die irgendwie etwas Positives vermitteln. Bei den Trierer Miezen heißen diese Strohhalme am heutigen Samstag Kader und Statistik. Für das vorletzte Heimspiel der Saison gegen Herrenberg (Anwurf 19.30 Uhr) stehen Interimstrainer Ralf Martin so viele Spielerinnen zur Verfügung wie lange nicht mehr. Nur die an der Schulter operierte Ungarin Dora Simon-Varga fällt aus. Tine Welter (Abschluss ihres Grundwehrdienstes als luxemburgische Sportsoldatin) und Torfrau Melanie Eckel (Comeback nach Rückenverletzung) kehren in die Mannschaft zurück. „Das sind wichtige Alternativen“, hofft Martin.

Die Statistik spricht zudem für einen Heimerfolg: Zum dritten Mal treffen die KuTies und die Miezen in dieser Saison aufeinander, sowohl im Pokal (24:19 in Trier) als auch der Liga (25:24 in Schwaben) hatte die MJC die Nase vorn. Insgesamt gewannen die Miezen die vergangenen vier Duelle mit Herrenberg. „Ich habe nicht vor, dass diese Serie unter meiner Führung reißt“, sagt Martin vor dem Duell mit dem Tabellenvierten.

Nach dem schwachen Auswärtsauftritt in Berlin (26:36) haben die Miezen zuhause einiges gutzumachen. „Das letzte Heimspiel hatten wir gegen Waiblingen gewonnen, daran wollen wir anknüpfen. Wir hoffen wieder auf 700 oder mehr Fans in der Arena“ sagt Martin. Der hat am heutigen Samstag wahrlich Handball satt: Um 14.30 Uhr spielt die von ihm trainierte weibliche MJC-C-Jugend in der Oberliga  gegen VTZ Saarpfalz. Um 16.30 Uhr hat Martin gemeinsam mit Co-Trainer Christian Steil sein Abschiedsspiel an der Seitenlinie der MJC-Herren mit dem Rheinlandliga-Duell gegen den TV Urmitz. Und wer sich diese Partie in der Arena anschaut, erhält die Karte für das Miezen-Spiel gegen Herrenberg kostenlos dazu.

„Wir wissen, was die Stunde geschlagen hat, wir haben unser Schicksal aber immer noch in den eigenen Händen“, betont Martin beim Blick auf das Restprogramm der beiden Teams, die um den dritten Abstiegsplatz kämpfen. Hannover-Badenstedt hat diesen Rang derzeit mit 17:31 Punkten inne. Die Miezen liegen mit 19:29 Punkten zwei Zähler davor. Aber: Am letzten Spieltag trifft Hannover auf den bereits als Absteiger feststehenden HCD Gröbenzell, zudem haben die Niedersachen noch insgesamt drei Heimspiele. Auf der anderen Seiten spielt Trier noch bei den Mitkonkurrenten Bremen (22:28 Punkte) und Zwickau (21:27), das einzige Heimspiel nach der Partie gegen Herrenberg ist gegen den Tabellendritten Halle/Neustadt, der jeden Punkt braucht, um dann als Dritter in die Bundesliga aufsteigen zu dürfen. „Von der Papierform her hat Hannover das einfachere Programm. Wenn wir aber noch zwei Spiele gewinnen, sollte das reichen“, rechnet Martin vor. Wären beide Teams nach 28 Spielen punktgleich, entscheidet die Tordifferenz - und da liegt Hannover derzeit 15 Tore vor den Miezen.

Und mit jedem Spieltag ohne eine Entscheidung, verkürzt sich natürlich auch das Zeitfenster für die Kaderplanung. Während die meisten Zweitligisten ihr Team für die kommende Saison bereits beisammen haben, ist bei den Miezen noch vieles in der Schwebe - inklusive des Trainers oder der Trainerin für die kommende Saison.

DJK/MJC Trier (Kader): Minami, Eckelt - Sattler, Sattler, Zrnec, Constantinescu, Tolic, Szabo, Petrovska, Czanik, Smits, Müller, Houben, Welter

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