Die Schlinge zieht sich zu

Die Luft wird für den Frauen-Handball-Bundesligisten DJK/MJC Trier immer dünner. Gegen den VfL Sindelfingen (Sonntag, 16 Uhr, Arena Trier) soll das dringend benötigte Erfolgserlebnis her.

(wir) Thomas Happe, Trainer des Tabellenvorletzten aus Trier, gibt sich vor dem Duell mit dem VfL Sindelfingen realistisch: "Wenn wir dieses Spiel verlieren sollten, ist der Klassenerhalt zwar immer noch möglich, aber die Chance darauf wird natürlich wieder ein Stück kleiner." Es passt zur finanziell turbulenten und sportlich unbefriedigenden Situation, dass nicht nur die erhoffte personelle Verstärkung ausbleibt (Happe: "Nach Auskunft des Vorstands war eine zusätzliche Verpflichtung nicht machbar"), sondern der Kader immer mehr ausgedünnt wird. Silvia Solic hat ihre Handverletzung noch nicht völlig auskuriert, Dani Vogt und Eva Lennartz waren krank, und am Donnerstag hat sich Toni Pütz noch einen Bänderriss im Sprunggelenk zugezogen und wird "mindestens zwei Wochen ausfallen". Keine guten Vorzeichen für das Duell mit Sindelfingen, das noch um die Playoff-Teilnahme kämpft und wie Trier auch jeden Punkt benötigt. "Keiner der beiden Kontrahenten hat etwas zu verschenken", sagt VfL-Trainer Dago Leukefeld, mit dem die Miezen 2003 mit der deutschen Meisterschaft den größten Erfolg der Vereinsgeschichte feierten.

Die Schwaben steckten ebenfalls in finanziellen Nöten, "die aber inzwischen behoben sind" (Leukefeld), nachdem der Umzug in die Landeshauptstadt und der Vereinswechsel der gesamten Abteilung zu den Stuttgarter Kickers feststeht. Der Trainer ist nicht der einzige Ex-Trierer: Mit Maren Baumbach fehlt aus dem früheren Miezen-Trio aber die bekannteste und immer noch sehr beliebte Spielerin. "Für mich ist sie auf der Position Rückraum Mitte immer noch die Beste in Deutschland", sagt Leukefeld. Aber die 29-Jährige wird nicht spielen können - sie hat sich die Plantarsehne (unter der Fußsohle) gerissen. Mit von der Partie sind allerdings Silke Meier und Marielle Bohm. Leukefeld ("Trier hat in Sindelfingen toll gespielt und unglücklich mit 29:31 verloren") glaubt, dass die Partie durch die Leistungen der Torfrauen entschieden wird und bezeugt Hochachtung vor Jelena Popovic, Tessa Cocx und Willemaijn Karsten. Happe sieht den Schlüssel zum Erfolgserlebnis in der Vermeidung schneller Gegenstöße. "Wenn wir die Leistung der ersten Halbzeit von Erfurt länger halten können, dann haben wir sicher eine sehr gute Chance." Happe mahnt, cool zu bleiben: "Wer die besseren Nerven hat, wird das Spiel gewinnen."

DJK/MJC Trier: Vogt, Monz - Cocx, Popovic, Schneider, Karsten, Vallet, Arnosova, Premm, Derbach, Lennartz, Solic

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