Die Serbin liebt Tore und römische Bauten

Sie will kein Star sein, sondern Teil einer erfolgreichen Mannschaft: Der serbische Miezen-Neuzugang Jelena Popovic sieht ihr Team noch nicht am Ende der Fahnenstange - und findet Trier sehr sehenswert.

 Kampfstark und international erfahren: Neu-Mieze Jelena Popovic (am Ball). TV-Foto: funkbild

Kampfstark und international erfahren: Neu-Mieze Jelena Popovic (am Ball). TV-Foto: funkbild

Trier. Am Mittwochabend wurden "die Mädels" erst einmal bekocht. Jelena Popovic hatte zur nachträglichen Feier ihres 26. Geburtstags eingeladen. Das schönste Geschenk hatte sie sich und den Trierer Miezen mit ihren sechs Treffern beim 32:26-Auswärtssieg in Bietigheim selbst gemacht. Nach zwei Spielen stehen bereits elf Tore für den MJC-Neuzugang zu Buche, der immer besser mit den Mitspielerinnen harmoniert. "Wir müssen Geduld haben", sagt Popovic in fast akzentfreiem Englisch: "Einige Spielerinnen sind neu, andere hatten in der vergangenen Saison sehr wenige Spielanteile. Die Mannschaft muss erst noch zusammenwachsen."

Die Linkshänderin, die vom serbischen Titelträger RK Zajecar an die Mosel wechselte, wurde von Trainer Thomas Happe als "einen der wichtigsten Bausteine unseres Teams" bezeichnet - was Popovic aber missfällt: "Handball ist eine Mannschaftssportart, da geht es nicht um einzelne Spielerinnen. Wir können nur als Kollektiv erfolgreich sein - und ich mag es nicht, wenn man mich besonders herausstellt." Dabei verfügt die Serbin allerdings über die größte internationale Erfahrung aller Miezen: Mit ihren vorherigen Clubs aus Zajecar, Nis, Sabac (alle Serbien) und Skopje (Mazedonien) absolvierte sie bereits sechs Spielzeiten im Europapokal, mit Skopje sogar in der Champions League, hinzu kommen zahllose Länderspiele und die Teilnahme an der EM 2008 für Serbien.

Nun aber war es für Popovic Zeit, den Balkan zu verlassen. "Die vergangene Saison lief nicht so toll, ich wollte weg." Da sie mit Zajecar im Europapokal in Buxtehude antrat (und verlor), war ihr Name auch bei MJC-Vorstand Martin Rommel bekannt, schnell wurde man sich im Sommer einig über einen Ein-Jahres-Vertrag. "Ich wurde von Trainer Thomas Happe am Flughafen abgeholt - und dann sah ich Trier zum ersten Mal. Eine tolle Stadt, die mich vorher schon bei meiner Internet recherche begeistert hatte." Im Kreis der neuen Mitspielerinnen war sie schnell integriert - und mittlerweile hat sie auch die Zeit gefunden, sich intensiver in Trier umzuschauen. Popovics Eindrücke: "Mir gefallen die römischen Bauwerke sehr gut, Trier ist eine sehr historische Stadt. Aber es gibt auch typisch deutsche Bauweise. Mir gefällt es richtig gut." Derzeit verständigt sich der Neuzugang noch auf Englisch mit den übrigen Miezen, Mannschaftskameradin Silvia Solic (mit kroatischen Vorfahren) hilft ihr bei Übersetzungen und Formalitäten, aber bald soll es auf Deutsch klappen. Und mit der Verständigung soll sich auch die Spielstärke verbessern. "Wir wissen, dass es eine schwere Saison wird", sagt Popovic: "Aber wenn wir uns finden, können wir vielleicht sogar von den Play-off-Plätzen sprechen."

Am Sonntag (16 Uhr) gastiert der THC Erfurt, einer der größten Titelfavoriten, in der Arena Trier. Für Popovic zwar der klare Favorit, aber: "Wir wollen es Erfurt so schwer wie möglich machen - wir geben 100 Prozent und wollen zeigen, dass wir es besser können als im ersten Heimspiel gegen Leverkusen."

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