Die Tempofrau macht's mit links und neuem Wir-Gefühl

Einen Saisonstart nach Maß feierten die "Miezen" mit dem 30:29 über Blomberg. Matchwinnerin war Top-Torschützin Svenja Huber, deren sechster und letzter Treffer den Sieg besiegelte. Die 23-Jährige will in dieser Saison durchstarten.

 Nummer eins auf Rechtsaußen: Svenja Huber. TV-Foto: Funkbild

Nummer eins auf Rechtsaußen: Svenja Huber. TV-Foto: Funkbild

Trier. (BP) Schnell abhaken, bloß nicht zurückschauen, den Fokus nur auf die Zukunft richten. Svenja Huber will gar nicht mehr über die letzte Saison sprechen, ihre erste Spielzeit bei den Handball-"Miezen", nachdem sie von der TSG Ketsch nach Trier gewechselt war. Die Linkshänderin war häufig verletzt, zudem war sie auf ihrer Position eine von drei Alternativen, spielte nicht so oft, wie sie es gewollt hatte. Nun ist die gebürtige Mannheimerin richtig fit, verletzungsfrei und hat die neue Saison unter ihr ganz persönliches Motto gestellt: "Ich will jetzt beweisen, dass Trier mich nicht vergebens verpflichtet hat."

Dabei kommt Huber zugute, dass sie nach dem Weggang von Jana Arnosova und Kira Eickhoff die klare Nummer eins auf der rechten Außenbahn ist. "Es läuft einfach viel besser, ich kann befreit aufspielen, die Stimmung im Team ist super", sagt die 23-Jährige, die zudem vom höheren Tempo und der verjüngten Mannschaft profitiert: "Es macht jetzt richtigen Spaß, jeder kämpft für jeden, beim Sieg gegen Blomberg hat die ganze Bank uns 60 Minuten unterstützt. Und diese neue Einstellung haben auch die Zuschauer honoriert." Dass sie zum Saisonstart mit sechs Treffern erfolgreichste Trierer Torschützin war, ist für Huber nur ein Randaspekt: "Wenn wir gewinnen, ist mir die Zahl meiner Tore völlig egal." Aber es hat sie "riesig gefreut", dass ihr der Siegtreffer zehn Sekunden vor dem Abpfiff vorbehalten blieb: "Das war ein Start nach Maß und kein Vergleich zur letzten Saison. Jetzt können wir ohne Druck zu den Topfavoriten Oldenburg und Leipzig reisen." Ihr Optimismus ist so groß, dass sie bereit ist, "locker fünf Euro auf einen Sieg von uns in Oldenburg" zu setzen.

Nachdem sie in der Vergangenheit bereits mehrfach bei Lehrgängen der Nationalmannschaft weilte und bereits ein A-Länderspiel absolvierte, wurde die Rechtsaußen nun von Bundestrainer Rainer Osmann für den ersten Lehrgang des neuen B-Teams eingeladen. "Das freut mich, aber diesen Lehrgang sehe ich nicht als wichtigstes Sprungbrett für mich. Viel lieber will ich mich mit starken Leistungen bei den Miezen fürs Nationalteam empfehlen, der Verein steht absolut im Vordergrund", sagt Huber, die gemeinsam mit ihren Mannschaftskameradinnen Nadja Nadgornaja und Caroline Thomas vom 20. bis 23. September in Duisburg-Kaiserau am Lehrgang teilnehmen wird.

Daneben freut sich Huber auf das nächste Heimspiel am 3. Oktober gegen Sindelfingen: "Wir haben schon wieder einigen Kredit bei den Fans gutgemacht, jetzt wollen wir nachlegen. Wenn wir die Zuschauer begeistern, verzeihen sie uns auch den einen oder anderen Fehler."

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