| 13:31 Uhr

Frauen-Handball-Bundesliga
Zumindest ihr Minimalziel wollen sie noch erreichen

Heute ist endgültig die letzte Partie für Ralf Martin (Mitte) als Miezentrainer, nachdem er vor dem letzten Heimspiel von den Vorstandsmitglieder Christoph Steil (links) und Jürgen Brech verabschiedet wurde.
Heute ist endgültig die letzte Partie für Ralf Martin (Mitte) als Miezentrainer, nachdem er vor dem letzten Heimspiel von den Vorstandsmitglieder Christoph Steil (links) und Jürgen Brech verabschiedet wurde. FOTO: TV / Björn Pazzen
TRIER. Handball: Trotz 13 Niederlagen in den letzten 16 Spielen reicht den Miezen ein Punkt in Zwickau zum sportlichen Klassenerhalt.

„Auf ins letzte Gefecht“ lautet das Motto von Miezen-Interimstrainer Ralf Martin – dieses Gefecht ist zum Leidwesen für den scheidenden Coach und seine Mannschaft heute (18 Uhr) nicht um die Ecke, sondern für den Frauen-Handball-Zweitligisten einmal quer durch Deutschland zu Sachsen Zwickau. Nach dem Klassenerhalt am grünen Tisch wollen die seit Wochen sieglosen Miezen ihr letztes Minimalziel im letzten Spiel einer verkorksten Saison 2017/18 eintüten: auch sportlich den Klassenerhalt zu schaffen.

Dazu ist – um auf Nummer sicher zu gehen – ein Punkt bei den Sachsen nötig. Aktuell liegt die MJC zwei Punkte vor dem ersten Abstiegsplatz, den Hannover-Badenstedt innehat. Die Niedersachsen, die sich freiwillig aus Liga 2 zurückziehen, spielen allerdings zuhause gegen das abgeschlagene Schlusslicht Gröbenzell – ein Sieg ist programmiert. Da Hannover die deutlich bessere Tordifferenz im Vergleich zu Trier hat, würden die Miezen im Falle einer eigenen Niederlage und eines Hannoveraner Sieges auf den ersten Abstiegsplatz zurückfallen. „Das zu verhindern, ist unsere Motivation“, sagt Martin.

Seitdem er Andy Palm Ende März abgelöst hat, gewannen die Miezen nur ein Spiel (37:35 gegen Waiblingen) und verloren die fünf übrigen Partien. Seit dem Heimsieg gegen Bremen am 6. Januar leisteten sich die Miezen in 16 Spielen 13 Niederlagen, gewannen nur dreimal. Eine für Martin unverständliche Serie: „Die Mädels ziehen im Training richtig gut mit, haben die richtige Einstellung, geben Vollgas, sie bringen es in den Spielen aber eben nie über 60 Minuten auf die Platte“, lautet Martins Bilanz seiner bisherigen Arbeit: „Am Ende fehlt immer die Kraft, aber ich kann ja auch nicht nur Kondition bolzen, gerade nicht im letzten Saisondrittel.“

Auch wenn Martin zugibt, „dass ich natürlich auch Fehler gemacht habe“, sieht er die Qualität der Mannschaft teilweise kritisch: „Nach einem Zwischenhoch bis Anfang Januar ging es nur noch bergab, was die gerade noch drei Siege belegen. Vielleicht reicht es bei der einen oder anderen Spielerin eben nicht auf diesem Niveau. Oder es muss sich jede auch selbst hinterfragen, ob sie immer alles gegeben hat.“

Nun hofft Martin aber auf ein erfolgreiches Abschiedsgeschenk: „Wir fahren nach Zwickau, um zu gewinnen, ganz klar.“ Das Hinspiel in Trier hatten die Sachsen, die bis vor drei, vier Wochen selbst noch in Abstiegsgefahr waren, mit 31:26 gewonnen. Mittlerweile hat Zwickau ein ausgeglichenes Punktekonto (27:27) und rangiert damit auf Rang acht. Die Miezen reisen fast in Bestbesetzung nach Zwickau, fehlen wird neben der Langzeitverletzten Dora Simon-Varga nur Maja Zrnec, die in ihrer Heimat Slowenien ihre A-Trainer-Lizenz-Prüfung absolviert.

Für welche Miezen die heutige Partie ihr Abschiedsspiel sein wird, steht indes noch nicht fest. „Meines Wissens bleibt der Kader zu über 80 Prozent zusammen“, sagt Trainer Ralf Martin. Die nächsten Wochen werden spannend.

DJK/MJC Trier: Minami, Eckelt – Sattler, Constantinescu, Tolic, Szabo, Petrovksa, Czanik, Smits, Müller, Houben, Welter