Edelmetall unter den fünf Ringen statt mittendrin im Abstiegskampf

Edelmetall unter den fünf Ringen statt mittendrin im Abstiegskampf

Gelungene Abwechslung zum Liga-Alltag: Miezen-Rückraumspielerin Lucyna Wilamowska war mit der polnischen Mannschaft beim olympischen Testturnier in London - und gewann Silber.

London/Trier. Eigentlich wollte Lucyna Wilamowska in der trainingsfreien Zeit bei ihrer Familie im polnischen Sopot (bei Danzig) weilen, aber ein Telefonanruf änderte alles. Kurzfristig wurde die Miezen-Spielerin für die polnische Nationalmannschaft nominiert - und dann hieß es London statt Sopot. Wilamowska gehört zum Kreis derer, die die olympische Handball-Halle als Erste testen durften. "Die Arena ist genial. Es ist ein tolles Gefühl, an den kleinen Olympischen Spielen teilzunehmen", meinte Wilamowska. Am Ende konnte sich die Mieze sogar über Silber freuen, Polen verlor mit viel Pech das Finale gegen Österreich 22:23, nachdem man zuvor unter anderem Afrika-Meister Angola im Halbfinale geschlagen hatte.
Für Wilamowska wird es die letzte Begegnung mit Olympia 2012 bleiben, denn Polen verpasste die Qualifikation. "Das ist sehr schade, denn wir haben eine Mannschaft wie Angola geschlagen, die in London mitspielen wird. Leider hatten wir in allen Qualifikationen immer die schwerstmöglichen Gegner."
Wie für alle olympischen Sportarten wurde auch das Handballturnier im Hinblick auf die Spiele 2012 getestet, speziell die neue, 6500 Zuschauer fassende Handball-Arena im Olympiapark. Und alle Beteiligten waren mit dem Testlauf zufrieden. "Die Organisation war toll", meinte Wilamowska, die mit ihrem Nationalteam noch bis Donnerstag ein Trainingslager in Polen bestreiten wird. "Eigentlich fangen wir bei den Miezen am 1. Dezember wieder mit dem Training an, aber Trainer Thomas Happe hat mir noch ein paar zusätzliche freie Tage gegeben."
Für Wilamowska war das olympische Testturnier eine gelungene Abwechslung zum Abstiegskampf mit den Miezen. "Das Nationalteam bringt mich voran und das will ich im Verein unter Beweis stellen - speziell natürlich für unser entscheidendes Spiel gegen Celle am 30. Dezember." Generell ist die 26-Jährige etwas enttäuscht vom bisherigen Abschneiden mit der MJC: "Die Niederlagen fielen zu deutlich aus, aber zum Glück ist die Stimmung in der Mannschaft noch gut." Den Schritt, von Riesa nach Trier zu wechseln, hat Wilamowska bislang jedenfalls trotz 0:16 Punkten noch nicht bereut. Besonders dann nicht, wenn es zur Abwechslung Olympia statt Abstiegskampf gibt. BP

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