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Handball: Miezen
Ein Donnerwetter nach der Fast-Pleite

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Bassenheim. Die Trierer Handball-Miezen sind nur knapp an einer Pokalpleite vorbeigeschrammt: Beim Oberligisten TV Bassenheim (bei Koblenz) musste der Zweitligist in der ersten Runde des DHB-Pokals in die Verlängerung, bevor am Samstagabend der glückliche 28:26 (25:25, 11:12)-Erfolg eingetütet war. Von Björn Pazen

In den gesamten 70 Minuten war kaum ein Klassenunterschied erkennbar. „Danach gab es schon ein gehöriges Donnerwetter in der Kabine. So kann man sich nicht präsentieren“, war MJC-Trainerin Elena Vereschako noch am Sonntagmittag bedient: „Einige Spielerinnen müssen, glaube ich, mal ihre Ansprüche an sich und die Liga überdenken. Wir hatten sie vor den eigenen Gesetzen des Pokals und vor der Stärke von Bassenheim gewarnt, es hatte nichts genutzt.“

„Aber Hauptsache weitergekommen“ war das Motto von Vereschako und der der MJC, für die Gabriela Szabo mit zehn Toren die beste Werferin war. Auf der anderen Seite steuerte die frühere Mieze Eva Lennartz neun Treffer für den TVB bei. „Sie hat gezeigt, dass mein langjähriges Training nicht so schlecht gewesen sein kann“, meinte Vereschako, die Lennartz in der Jugend und der zweiten Mannschaft trainiert hatte. In Christina Henn stand noch eine weitere Ex-Triererin im Bassenheimer Kader. Noch vor zwei Jahren hatten die Miezen beim gleichen Gegner im DHB-Pokal mit 33:18 (16:10) gewonnen.

„Wir hätten den Sack viel früher zumachen müssen, wir haben in der Abwehr zu wenig Tempo gemacht, und haben im Angriff zu viele Chancen vergeben“, sagt die MJC-Trainerin, auf deren Statistikzettel am Ende drei vergebene Siebenmeter und insgesamt 15 freie Chancen standen, die nicht im Tor landeten. „Wir hatten Pech mit sechs Pfostenwürfen, zudem mussten wir 14 Minuten in Unterzahl spielen – aber all‘ dass sollte ein Zweitligist gegen einen Oberligisten locker überstehen können, ohne solche Probleme zu bekommen“, meinte Vereschako.

Neben Szabo, die 60 Minuten in Angriff und Abwehr durchspielte, bekam Nachwuchsspielerin Hanna Greinert noch ein Lob von der Trainerin – genau in die andere Richtung ging die Kritik an der Slowenin Maja Zrnec: „Von ihr kam gar nichts, genau wie von allen unseren Außenspielerinnen.“ In der letzten Minute führte die MJC 25:24 und war in Ballbesitz. Doch Bassenheim erkämpfte sich den Ball, traf und feierte schon die Verlängerung wie einen Sieg.

„In der Verlängerung hatten wir mehr Kräfte, das war entscheidend. So wie am Samstag dürfen wir uns auf keinen Fall nächste Woche beim ersten Ligaspiel in Mainz präsentieren“, sagt die Trainerin, die nun erst einmal am Dienstag um 12 Uhr gespannt ist, wer der Miezen-Gegner in der zweiten Pokalrunde ist, die im Oktober ausgespielt wird.

DJK/MJC Trier: Baranowska, Eckelt – Szabo (10), Tolic (6), Houben (5/1), Czanik (3), Greinert (2), Petrovska (1), Ilciuckaité (1), Braun, Sattler, Simon-Varga, Zrnec – Beste Werferin Bassenheim: Lennartz (8/6)