Ein toter Ball für einen lebendigen Sport

Trier · Eine exotische Sportart findet auch in Trier Freunde: Die Einradhockey-Gruppe der DJK/MJC Trier möchte expandieren. Am Samstag organisiert sie ihr erstes Turnier.

 Wo ist der Spielball? Beim Einradhockey sind Balance, Schnelligkeit und Kampfgeist gefragt. TV-Foto: Hans Krämer

Wo ist der Spielball? Beim Einradhockey sind Balance, Schnelligkeit und Kampfgeist gefragt. TV-Foto: Hans Krämer

Trier. Eishockeyschläger und Tennisbälle vereint in einer Sportart? Das Einradhockey macht es möglich. Die in den 1970er Jahren nach Deutschland gebrachte Sportart hat auch Anhänger in Trier. Christian Dirr (Jongleur, Artist) und Uli Morrissey (Leiter der Zirkusgruppe der DJK/MJC Trier) haben vor eineinhalb Jahren eine Einradhockey-Gruppe aus der Taufe gehoben. "Bei den ersten Trainings waren wir zu sechst. Jetzt kommen bis zu 20 Spieler zu unseren Übungseinheiten", sagt Dirr. Die Anhängerschaft wächst, obwohl die Sportart nicht mal eben so ausprobiert werden kann. "Das Einrad stellt eine Hürde dar. Deshalb wird das Einradhockey auch nie über den Status einer Randsportart hinauskommen", prognostiziert Dirr. Doch er macht Interessierten Hoffnung: "Wer eine Woche lang jeden Tag eine Stunde übt, sollte bereits unfallfrei geradeaus und um die Kurve fahren können."
Von den Spielern werden mehrere Fähigkeiten verlangt: Balance, Radkontrolle, Teamplay, Schnelligkeit, Kampfgeist. Es ist eine Sportart für jedermann. Dirr: "Bei uns spielen Zehn- und 40-Jährige gemeinsam in einer Mannschaft." Ein Team besteht aus vier Feldspielern und einem Torwart. Gespielt wird auf einer Fläche, die mindestens so groß ist wie ein Handballfeld. Umrandet ist das Feld mit einer Bande. Die Tore sind 1,20 Meter hoch und 1,80 Meter breit. Als Schläger fungieren Eishockeystöcke, Spielball ist ein "toter" Tennisball. "Das ist ein bereits benutzter Ball. Er ist nicht so hart wie ein frischer", erklärt Dirr.
Einen Ball abzubekommen, kann durchaus schmerzhaft sein. Dennoch ist die Sportart laut Dirr nicht sehr verletzungsanfällig. "Die größte Gefahr besteht, wenn man zusammenstößt. Insgesamt geht es aber sehr fair zu."
In Trier und Umgebung leistet die MJC-Gruppe Pionierarbeit. Die Macher versuchen, auch im Saarland und in Luxemburg Gruppen zu etablieren. "Dann könnten wir auch in der Nähe Turniere spielen", hofft Dirr. Momentan stehen weite Fahrten an. Ins Ruhrgebiet oder in den Frankfurter Raum - zwei Einradhockey-Hochburgen in Deutschland. Trier nimmt am bundesweiten Spielbetrieb teil. An der ersten Liga beteiligen sich aktuell 54 Mannschaften (Internet: www.einradhockeyliga.de). Der Modus ist kompliziert. Vereinfacht gesagt wird die Tabelle über Turniere gebildet, ähnlich der Weltrangliste beim Tennis. Je mehr Punkte eine Mannschaft sammelt, desto höher ist sie platziert. Bei jedem Verein fließen die fünf besten Turnierresultate in die Wertung ein. Der Meister wird in einem Finalturnier am Ende der Saison ermittelt.
Trier ist Liga-Neuling und derzeit 45. der Tabelle. Doch die Moselaner wollen sich hocharbeiten. "Wir möchten uns weiterentwickeln, den Sport nicht nur als Spaß sehen, sondern auch ambitioniert angehen", sagt Dirr. Das Ziel: Im nächsten Jahr sollen so viele Spieler zur Verfügung stehen, um eine Leistungs- und eine Talentgruppe bilden zu können.Extra

Turnier in der Wolfsberghalle: Die Einradhockey-Gruppe der DJK/MJC Trier richtet am Samstag, 31. März, in der Wolfsberghalle erstmals ein Wertungs-Turnier für die deutsche Einradhockeyliga aus. Acht Mannschaften nehmen teil, aufgeteilt in zwei Vierergruppen. Die MJC ist mit zwei Teams vertreten. In der Vorrunde dauert eine Partie zwölf Minuten, in den Finalrunden wird zwei Mal 15 Minuten gespielt. "Das wird sehr anstrengend", sagt MJC-Trainer Christian Dirr, der hofft, mit Trier I ins Halbfinale einziehen zu können. Stärkstes Team sind die Wupper Piraten, sie liegen auf Tabellenplatz acht. Turnierbeginn ist um 10 Uhr, das Finale ist für 17.05 Uhr vorgesehen. Zuschauer sind willkommen, der Eintritt ist frei. bl

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