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Einen Ball sehen sie erst ab dem 1. August

Einen Ball sehen sie erst ab dem 1. August

Neustart im Moselstadion: Die in die 2. Liga abgestiegenen Trierer Handball-Miezen sind - vorerst nur unter Co-Trainerin Jana Arnosova - in die Vorbereitung gestartet. Bis 1. August gibt es nur einen Schwerpunkt: Ausdauer.

Trier. Montagabend, 19 Uhr, immer noch fast 30 Grad. Während viele Trierer den Sommerabend in den Biergärten genießen, heißt es für die Handball-Miezen: schwitzen, schwitzen, schwitzen.
Laufen rund ums Moselstadion steht auf dem Programm der ersten Trainingseinheit. 13 Spielerinnen, so viele wie lange schon nicht mehr bei einem Vorbereitungsstart, ziehen ihre Runden. Es geht los. Mit dabei sind alle Neuzugänge außer der Dänin Maria Kroyer, die wie Nathalie Adeberg ein paar Tage länger Urlaub hat. Eine wichtige Person fehlt ebenfalls noch: Cristina Cabeza. Die Spanierin, neue Cheftrainerin der MJC, weilt noch in ihrer Heimat, ist in den letzten Zügen ihres Trainerscheins.
Daher hat in den ersten Vorbereitungswochen eine andere Ex-Mieze das Kommando: Jana Arnosova. Seit Montag ist die Tschechin, die schon seit vielen Jahren in Trier heimisch ist, offiziell Co-Trainerin, gestaltet mit dem Physiomed-Team um Sebastian Bethge den ersten Teil der Vorbereitung. "Ich freue mich riesig auf die Aufgabe", sagt Arnosova, "ich habe letzte Saison jedes Heimspiel gesehen, mich natürlich mit der Mannschaft auseinandergesetzt und weiß, um was es geht", sagt die 35-Jährige, die 2012 ihre Karriere nach einem Kreuzbandriss beenden musste.
Und Arnosova hat genaue Vorstellungen, was sie und Cabeza wollen: "Aus einer stabilen Deckung mit viel Tempo nach vorne", lautet die Taktik für die kommende Saison, von der immer noch nicht feststeht, ob die MJC weiter in der 1. oder doch wie geplant in der 2. Liga spielen wird. "Wir planen derzeit für die 2. Liga, aber wenn sich die Chance ergibt, wollen wir ins Oberhaus", sagt Vorstand Jürgen Brech.
Gemeinsam mit dem neuen Trainerduo haben die Vereinsverantwortlichen die Schwachstellen der vergangenen Saison analysiert - und eine klare Zielvorgabe gemacht: "Wir müssen viel mehr Zeit in die Grundlagenausdauer investieren, das war unser Manko - und das müssen wir abstellen", sagt Arnosova. Heißt für die Spielerinnen bis zum 1. August: einen Handball werden sie nicht sehen, stattdessen Kraft und Ausdauer tanken. Um die Miezen fit zu machen, steigt ab 15. Juli auch der bekannte Läufer Mark Kowalinski ein. "Von seiner Art des Trainings, aber auch der Motivation erwarte ich sehr viel", meint Arnosova, die generell ein "gutes Gefühl" hat, was die neue Saison betrifft: "Wir haben hungrige Spielerinnen im Kader, die zeigen wollen, was sie können - auch wenn andere sie vielleicht schon abgeschrieben hatten."
Und dass sie zuvor noch nie als Trainerin tätig war? "Ich habe über zehn Jahre als Profi gespielt, habe mir bei allen Trainern das Beste mitgenommen - und die Aufgaben sind zwischen mir und Cristina klar verteilt. Ich schaffe das schon!"Extra

Vorbereitungsplan der Trierer Miezen: ab 15. Juli: Athletiktraining, unter anderem mit Mark Kowalinski 3./4. August: Teambuilding 6. August: Test gegen Metz 14. August: Testspiel gegen Yutz/Frankreich 17. August: Testspiel gegen Bietigheim in Pirmasens 23.-25. August: Turnier in den Niederlanden 28. August: Test gegen Metz 31. August: DHB-Pokalspiel in Neckarsulm 7. September: erstes Saisonspiel in Celle Erstmals - bei der 13. Auflage - spielen die Miezen nicht beim "Stelioplast-Cup" in Wittlich. Grund: Die HSG Wittlich lädt nach eigenen Angaben nur Erstligisten ein. "Wir sind natürlich enttäuscht, aber wir haben diese Entscheidung zu akzeptieren", sagt Brech. BP