Fitter, aber nicht vollzählig

Trier · Drei Wochen vor dem Saisonstart zeigt sich Miezen-Trainer Jörn Ilper zufrieden mit der bisherigen Vorbereitung. Allerdings gibt es auch eine Negativ-Nachricht: Eva Lennartz hat die MJC überraschend verlassen.

 Vor kurzem noch dabei, plötzlich ist Eva Lennartz (rechts, hier mit Trainer Jörn Ilper, Lena Zelmel und Judith Derbach, von links) keine Mieze mehr. Sie ist zum TuS Weibern gewechselt. TV-Foto: Archiv/Hans Krämer

Vor kurzem noch dabei, plötzlich ist Eva Lennartz (rechts, hier mit Trainer Jörn Ilper, Lena Zelmel und Judith Derbach, von links) keine Mieze mehr. Sie ist zum TuS Weibern gewechselt. TV-Foto: Archiv/Hans Krämer

Trier. Der Schweiß steht immer noch im Mittelpunkt, aber so langsam dürfen sich die Trierer Handball-Miezen auch an den Ball gewöhnen - und an diesem Wochenende haben sie einmal frei. "Sie sollen sich ausruhen, sollen die Köpfe frei bekommen für die letzte heiße Phase der Vorbereitung", denkt Jörn Ilper auch an das heißeste Wochenende des Jahres. Und danach sollen seine Spielerinnen auf dem Feld Gas geben. Am Montag steht ein Testspiel beim französischen Zweitligisten Jutz an, zwei Tage später folgt ein Test gegen die MJC-Herren-Mannschaft, "um sich physisch durchsetzen zu lernen", wie Ilper betont.
Insgesamt ist der Ex-Bundesligaspieler zufrieden mit der Einstellung und der Leistung seiner Miezen. "Sie sind fitter als im Vorjahr zu dieser Zeit, und darauf lege ich großen Wert. Vor allem unser Neuzugang Andrea Czanik zeigt eine absolut professionelle Einstellung."
Ebenso wichtig ist Ilper aber jene mentale Komponente, an der er schon beim Turnier in Wittlich (Miezen Sechster und Letzter) arbeitete: "Nach der vergangenen Saison müssen die Spielerinnen diese Verlierermentalität aus den Köpfen bekommen. Sie müssen selbstbewusster werden, denn nur so gewinnt man in der Liga die engen Spiele. Dass wir einmal mit zwölf Toren führen, ist eher unrealistisch."
Gerne hätten Ilper und der Vereinsvorstand bei der erneuten Mission Klassenerhalt auf die Dienste der Ur-Triererin Eva Lennartz gebaut - doch die verabschiedete sich überraschend mitten in der Vorbereitung zum Ligakonkurrenten TuS Weibern, wo unter anderem auch Ex-Mieze Toni Pütz spielt und Ildiko Barna (Ilpers Vor-Vor-Vorgängerin) Trainerin ist. "Das war ein Desaster für uns", betont der Trainer, "ich hatte mit ihr geplant. Sie hatte sich im Training voll reingekniet und sich vor allem in der Defensive enorm verbessert." Grund für ihren Abschied war aber nichts Sportliches: Lennartz pochte auf den ihr vom Vorstand zugesicherten Job. Als dieser auf sich warten ließ, verabschiedete sich.
Somit stehen neben drei jungen - laut Ilper bislang gleichwertigen - Torfrauen Bocka, Kockler und Flöck nur sieben Feldspielerinnen im aktuellen Miezen-Kader. Doch das soll sich ändern: Derzeit befinden sich zwei Routiniers im Probetraining: Eine 34-jährige Spanierin und eine 32-jährige Serbin. "Im vergangenen Jahr hatten wir vielleicht zu vorschnell Spielerinnen verpflichtet, die dann nicht gepasst haben. Dieses Jahr wollen wir die potenziellen Neuzugänge auf Herz und Nieren prüfen, bevor wir ihnen einen Vertrag geben", sagt MJC-Vorstand Jürgen Brech. In der kommenden Woche wird die neue Miezen-Mannschaft der Öffentlichkeit vorgestellt, aber schon vorher bittet Brech Fans und Sponsoren um Geduld: "Man muss dieser Mannschaft, die besser ist als unser Vorjahreskader, Zeit geben. Dann wird sie auch das Ziel Klassenerhalt erreichen können."

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