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Handball
Handball: Miezen zittern sich zum 32:31-Sieg gegen Bremen

 Miezen-Logo DJK MJC Trier Handball-Frauen
Miezen-Logo DJK MJC Trier Handball-Frauen FOTO: Verein
60 Minuten auf der Achterbahn, Dramatik pur – und am Ende feiern die Miezen: Frauen-Handball-Zweitligist DJK/MJC Trier hat seine Erfolgsserie am Samstagabend auf 9:1 Punkte in Folge ausgebaut. Doch die Mannschaft von Trainer Andy Palm musste bis zum Schlusspfiff zittern, ehe der 32:31 (17:18)-Erfolg gegen Werder Bremen eingetütet war. Von Björn Pazen

Den Siegtreffer erzielte Linsey Houben 50 Sekunden vor Schluss per Siebenmeter, den letzten Bremer Angriff fing Maja Zrnec ab. Trier liegt nun auf Tabellenplatz sechs.

Nach dem Ausfall von Dora Simon-Varga, die im Februar an der Schulter operiert werden muss und diese Saison nicht mehr auflaufen wird, tauchte überraschend Joline Müller im Kader auf. Die Saarländerin hatte sich im letzten Spiel der Saison 2016/17 im Mai das Kreuzband gerissen – und die Polizei-Kommissarin feierte mit zwei Siebenmetertreffern ein umjubeltes Comeback.

„Die Nervenstärke unserer Spielerinnen war toll, aber wir hätten das Ganze auch entspannter lösen können“, sagte Trainer Palm: „Nachdem wir erhebliche Probleme mit dem Bremer Rückraum hatten, war eine Umstellung der Abwehr der Schlüssel zum Erfolg.“ Trotz der Serie bleibt der Belgier aber auf dem Boden: „Wir werden ganz normal weiterarbeiten. In einer Liga, in der jeder jeden schlagen kann, ist es zu früh, um nach oben zu schauen.“

Bereits die erste Hälfte war eine Achterbahnfahrt für die Miezen. Nach einer anfangs ganz schwachen Abwehr- und Torwartleistung lag die MJC nach neun Minuten mit 5:8 hinten. Nach einer Auszeit von Trainer Palm fingen sich die Gastgeberinnen aber wieder, Torfrau Melanie Eckelt wehrte einige Würfe ab, im Angriff lief es besser, auch weil Linksaußen Hannah Sattler vor Spielfreude strotzte – und beim 9:9 war der Ausgleich hergestellt.

Wer aber dachte, dass die Miezen die Partie nun im Griff hätten, war getäuscht. Erneut hatte die Defensive zu viele Lücken, vor allem Merle Heidergott (insgesamt elf Tore) und Alina Otto (acht Treffer) nutzten dies gnadenlos aus und brachten Bremen wieder deutlich mit 15:11 in Führung. Aber plötzlich riss der Faden, Trier kam heran – und dann war es bei ihrem Überraschungs-Comeback Joline Müller, die per Siebenmeter mit ihrem ersten Saisontor zum 16:17 verkürzte.

Nach dem Wechsel hatte Trier mehrere Chancen, in Führung zu gehen, doch die Miezen gingen wieder zu schlampig mit ihren Chancen um. Bremen setzte sich auf 24:20 ab, aber dann: Innerhalb von fünf Minuten drehten die Miezen richtig auf, legten eine 7:1-Serie zum 27:25 hin, die 420 Zuschauer standen auf den Sitzen.

Aber statt die Partie nun locker nach Hause zu schaukeln, blieb die MJC nun sechs Minuten ohne Tor, während Bremen sich auf 28:27 absetzte. Die Minuten vor Schluss lagen die Gästen weiter mit 30:29 in Führung. Doch dann kam Houben – zunächst glich sie zum 30:30 aus, dann traf sie per Siebenmeter 50 Sekunden vor Schluss zum Endstand. Ein Vorteil für die Miezen: in den letzten zwei Minuten spielten sie nach einer Heidergott-Zeitstrafe in Überzahl. Bremen kam zwar noch zum finalen Angriff, aber verlor den Ball. Am nächsten Spieltag geht es für die Miezen nach Halle/Neustadt.

DJK/MJC Trier: Eckelt, Minami – Petrovska (0), Sattler (5), Houben (7/2), Czanik (4), Tolic (1), Smits (0), Müller (2/2), Szabo (5/1), Zrnec (3), Welter (5)

Beste Torschützin Bremen: Heidergott (11)