Frauen-Handball: Rhein Main Bienen insolvent, Lizenz entzogen

Sulzbach. (BP) Nach dem 1. FC Nürnberg muss ein weiterer Verein aus der Frauen-Handball-Bundesliga zwangsabsteigen: Den Rhein Main Bienen aus Sulzbach wurde nachträglich die Lizenz für die neue Saison aberkannt, weil mehrere Insolvenzverfahren "mangels Masse" erst gar nicht aufgenommen wurden.

Somit steigt sportlich keine Mannschaft ab, nach Erfurt bleibt nun auch Dortmund erstklassig. Nach den Ligastatuten erhält ein Verein keine Lizenz für die 1. und 2. Liga, wenn ein Insolvenzverfahren eingeleitet - oder wie im Fall der "Bienen" - auch nur beantragt wurde. Nach Unterlagen, die dem TV vorliegen, hätte Sulzbach überhaupt keine Lizenz für die nächste Spielzeit beantragen dürfen, da bereits am 15. Januar ein Fremd-Insolvenzverfahren von einem Gläubiger eingereicht worden war. Frist für die Einreichung der Lizenz-Unterlagen war der 30. März.

Wenig überrascht zeigte sich "Miezen"-Vorstand Martin Rommel von dieser Meldung, betonte aber gleichzeitig: "Dieser erneute Zwangsabstieg aus finanziellen Gründen bestätigt uns alle, dass wir richtig gehandelt haben." Die MJC hat für die neue Saison den Personaletat um 30 Prozent gekürzt und sich von fünf Spielerinnen getrennt. Für Rommel ist das Sulzbacher und Nürnberger Aus auch den immens gestiegenen Berufsgenossenschafts- und Sozialversicherungs-Beiträgen geschuldet: "Die Spielerinnen wissen gar nicht, was sie eigentlich kosten." Aufgrund der Finanzsorgen vieler Clubs könne sich Rommel von Anrufen von Spielerberatern kaum retten. Auch mit Sulzbacher Spielerinnen soll nun Kontakt aufgenommen werde. Gesucht wird allerdings nur noch eine Rückraumspielerin - wobei, so Rommel, auch Silvia Hofman noch Chancen hat.