| 15:54 Uhr

Frauen-Handball
„Da ist Leben in der Mannschaft“

Ralf Martin trainiert bis Saisonende die Trierer Miezen.
Ralf Martin trainiert bis Saisonende die Trierer Miezen. FOTO: Jürgen Brech / TV
TRIER. Mit der heutigen Partie bei der SG Kirchhof startet für Ralf Martin seine sieben Spiele dauernde „Mission Klassenerhalt“ bei den Trierer Handball-Miezen.

Eben noch im Urlaub, jetzt schon im Rampenlicht. So sah die Woche von Ralf Martin aus. Am Mittwoch trat er offiziell seinen Job als Interimstrainer der Trierer Miezen an. Der 55-Jährige soll die Mission Klassenerhalt erfüllen, nachdem sich die Miezen von Martins Vorgänger Andy Palm nach der 23:26-Heimniederlage gegen Berlin getrennt hatten. „Ich hatte dem Vorstand zugesagt, dass ich helfe, wenn Not am Mann ist“, sagt Martin, für den die Berufung zum Interimstrainer auch eher überraschend kam. „Aber ich stehe natürlich zu meinem Wort.“

Die ersten Eindrücke, die er von den Spielerinnen gewonnen hat, sind positiv: „Sie sind sich alle der Situation bewusst, in der wir stecken. Aber sie haben auch alle eine sehr positive Grundhaltung, sie laufen jetzt nicht mit hängenden Köpfen durch die Halle. Da ist Leben in der Mannschaft, das sieht man sofort. Die Spielerinnen haben mich sehr positiv aufgenommen“, sagt Martin, der auch weiterhin parallel Trainer der ersten MJC-Männer-Mannschaft und der weiblichen C-Jugend bleibt. Bei Terminüberschneidungen wird er von seinen Co-Trainern Christoph Steil (Männer) und Fabian Schreiner (Mädchen) vertreten.

Sieben Spieltage vor Saisonende sind die Miezen punktgleich mit dem ersten Abstiegsplatz in der 2. Bundesliga, aus der neben Celle (Mannschaft bereits vor dem Saisonstart zurückgezogen) zwei Teams in die 3. Liga absteigen werden. Dass es bei dieser Zahl bleiben würde, auch wenn keine Mannschaft in die 1. Liga aufsteigen sollte, bestätigte der Ligaverband HBF gestern noch einmal dem Volksfreund. Bislang hat nur Halle-Neustadt eine Lizenz für die 1. Liga beantragt, sollten die „Wildcats“ nicht unter den ersten drei Teams landen und direkt aufsteigen, wird es Aufstiegsspiele gegen den Letzten der ersten Liga aus Rödertal geben.

Den Auftakt seiner „Sieben-Spiele-Mission“ hat Ralf Martin, der bereits im Dezember 2015 für zwei Spiele Interimstrainer der Miezen war, am heutigen Samstag (Anwurf 18 Uhr) bei der SG Kirchhof. Die Hessen stehen mit ausgeglichenem Punktekonto auf dem siebten Platz, das Hinspiel hatten die Triererinnen mit 35:32 gewonnen. „Wir wollen heute ein gutes Spiel abliefern. Aber nur gut spielen reicht nicht, es geht jetzt um Punkte. Das wissen alle“, sagt Martin, der speziell für die drei noch ausstehenden Heimspiele auf das begeisterungsfähige Trierer Publikum hofft.

Was die Taktik betrifft, setzt er auf eine stabile Defensive, mehr Tempo und mehr einfache Gegenstoßtreffer als bisher, aber er weiß auch: „Wir können in dieser kurzen Zeit das Rad nicht neu erfinden. Der Fokus wird daher erst einmal auf der Abwehr liegen. Ich habe der Mannschaft klare Ansagen gemacht, was ich von ihr verlange. Zudem haben wir intensiv an der Physis gearbeitet. Niemand will absteigen, jede will sich beweisen - auch für die persönliche Zukunft jeder einzelnen und für den Verein.“

Bei seiner Premiere stehen Martin nicht alle Spielerinnen zur Verfügung: Melanie Eckelt laboriert weiterhin an einer Rückenverletzung, für sie soll eine Torfrau aus der zweiten Mannschaft mit nach Melsungen reisen. Sportsoldatin Tine Welter fällt wegen ihres nun langsam endenden Grundwehrdienstes in Luxemburg aus. Zudem fehlte Polizei-Kommissarin Joline Müller berufsbedingt bei einigen Trainingseinheiten, wird heute aber auflaufen.

DJK/MJC Trier (Kader): Minami - Sattler, Zrnec, Constantinescu, Tolic, Szabo, Petrovska, Czanik, Smits, Müller, Houben