Furiose Fjord-Frauen

Der norwegische Meister Larvik HK ist der souveräne Sieger des elften Stelioplast-Cups in Wittlich. Die "Fjord-Handballerinnen" zeigten eine Weltklasse-Leistung und gewannen vor Itxako (Spanien) und Leipzig.

Wittlich. Rund 120 Partien gingen in elf Jahren beim "Stelioplast-Cup" der HSG Wittlich über die Bühne - größtenteils mit prominenter Beteiligung. Aber noch nie wurde von einer Partie so geschwärmt: "Das war das beste Turnierspiel aller Zeiten", meinte HSG-Geschäftsführer Axel Weinand, "eine absolute Werbung für den Frauen-Handball. Alles, was das Herz begehrt", sagte Miezen-Trainer Thomas Happe.

Die Rede war vom Vorrundenspiel des Meisters HC Leipzig gegen den norwegischen Champions-League-Topfavoriten Larvik HK. Die Sachsen boten den mit Olympiasiegern und Welthandballerinnen gespickten Team aus Larvik bis zur letzten Sekunde Paroli, unterlagen mit viel Pech in einer Partie auf Weltklasse-Niveau 24:25. "Das war das vorweggenommene Finale", unkten viele der insgesamt 1500 Zuschauer. Selbst Leipzigs Trainer Heine Jensen war überwältigt: "Ich hätte nie gedacht, dass wir so früh in der Vorbereitung schon so weit wären." "Wir können mit den europäischen Topteams mithalten", sagte Katja Schülke, die zur besten Torfrau des Turniers gewählt wurde. Ihre Mannschaft ließ allerdings zu viele Kräfte gegen die Norwegerinnen, verpasste somit das Finale durch ein 21:23 gegen den spanischen Meister und früheren Europapokalsieger SD Itxako, der ebenfalls Ambitionen hegt, "mindestens das Champions-League-Halbfinale zu erreichen", wie Trainer Ambrosia meinte.

Doch im Endspiel bekamen die Spanier von den "Fjord-Frauen" beim 25:19 (12:11) die Grenzen aufgezeigt, deren Riesen-Kader das Beste war, was jemals seit 1999 in Wittlich aufgetreten ist. Da wurde Leipzigs Manager Kay-Sven Hähner neidisch: "Die könnten uns ruhig die eine oder andere abgeben." Larvik gewann alle Turnierspiele, stellte in der überragenden Heidi Löke (34 Treffer) die beste Torschützin und Siegerin der Publikumswahl - und gewann nach Platz zwei im Vorjahr erstmals in Wittlich.

Die deutschen Vertreter außer des HC Leipzig, der sich durch 37:18 im "kleinen Finale" gegen die HSG Blomberg-Lippe den Bronzeplatz sicherte, haben noch viel Arbeit vor sich, nicht nur die Miezen (siehe nebenstehender Artikel). Vizemeister Leverkusen verlor beide Vorrundenspiele gegen Itxako und Blomberg, Trainerin Renate Wolf meinte aber: "Wir hatten vorher erst einmal mit Ball trainiert, da konnte man nicht mehr erwarten." Die Ex-Miezen Steffie Egger (zwei rote Karten) und Anne Jochin brauchen noch Zeit, um sich einzugliedern. Eine andere ehemalige Triererin spielte verletzungsbedingt gar nicht: Caroline Thomas, nun bei der HSG Blomberg.

Insgesamt erhielt der Stelioplast-Cup wieder Bestnoten. "Wir wollen auf jeden Fall wiederkommen", meinte Larviks Trainer Karl-Erik Böhn. "Was dieser Verein mit seinen ehrenamtlichen Helfern auf die Beine stellt, ist aller Ehren wert", lobte MJC-Vorstand Martin Rommel.

Ergebnisse: Vorrunde, Gruppe A: DJK/MJC Trier - HC Leipzig 22:31 (8:15), Trier - Larvik HK 8:34 (3:19), Leipzig - Larvik 24:25 (10:9), Gruppe B: HSG Blomberg-Lippe - Itxako SD 16:28 (11:21), Bayer Leverkusen - Blomberg 16:19 (8:11), Leverkusen - Itxako 18:26 (10:13).

Halbfinals: Larvik - Blomberg 30:15 (17:7), Leipzig - Itxako 21:23 (8:9). Spiel um Platz fünf: Trier - Leverkusen 22:26 (13:15). Spiel um Platz drei: Blomberg - Leipzig 18:37 (9:15). Finale: Larvik- Itxako 25:19 (11:12).