Hängende Köpfe und pure Ratlosigkeit

Der Abwärtssog setzt sich fort: Die Trierer "Miezen" haben auch das Heimspiel gegen Mitkonkurrent im Abstiegskampf, HSG Blomberg, verloren. Das einzig Positive am 30:34 (18:15): Durch die Erfurter Niederlage beträgt der Abstand auf einen Abstiegsplatz weiter vier Punkte.

 Hängende Köpfe: Die „Miezen“ – im Bild Oxana Pal – können die Niederlage gegen Blomberg nicht fassen. TV-Foto: Funkbild

Hängende Köpfe: Die „Miezen“ – im Bild Oxana Pal – können die Niederlage gegen Blomberg nicht fassen. TV-Foto: Funkbild

Trier. (BP) Zehn Minuten sind in der Arena noch zu spielen, und die erneute Niederlage kündigt sich schon in den Gesichtern der "Miezen" an. Resignation, wohin man schaut, fragende Blicke, verängstigte Blicke, sich aufgebende Blicke. Dabei liegt man eigentlich nur mit zwei Toren 26:28 hinten, hätte eigentlich noch genug Zeit, die Partie zu drehen - aber die Körpersprache sagt eindeutig: Da geht nichts mehr. Wieder einmal haben die Triererinnen ein Spiel durch einen unerklärlichen Leistungsabfall nach der Pause verloren, die Niederlagenserie wurde gegen die HSG Blomberg auf 2:8 Punkte "vergrößert". Und nach der Niederlage herrschten erneut Frust und Ratlosigkeit vor.

Während Blomberg den ersten Auswärtssieg der Saison (!) feierte, rutschen die Trierer "Miezen" immer tiefer in den Abstiegsstrudel: Dabei hatte die MJC sehr stark begonnen (4:1, 9:5), vor allem die frühere Blombergerin Nadja Nadgornaja (insgesamt zehn Treffer) spielte sich in einen Rausch. "Die ersten 25 Minuten waren richtig klasse", sagte auch MJC-Vorstand Martin Rommel. Als Nadgornaja noch vor der Pause in kurze Deckung genommen wurde und Blomberg eine Unterzahl mit 2:0 "gewann", nahm das Trierer Unheil seinen Lauf, obwohl die "Miezen" noch mit einer 18:15-Halbzeitführung in die Kabine gingen.

Doch dann kamen die sensationellen 18 Minuten von Blombergs Sabrina Neukamp. Drei Tore standen für sie nach 30 Minuten zu Buche, nach 48 waren es derer 14. "So etwas habe ich noch nicht erlebt. Aber ich wollte dieses super-wichtige Spiele unbedingt gewinnen", sagte die Nationalspielerin. Jeder ihrer Treffer vergrößerte die Resignation der Triererinnen, die nach der ersten Blomberger Führung beim 25:24 die Köpfe vollends hängen ließen. Blomberg zeigte die bessere Moral und hatte in Natalie Hagel auch die klar bessere Torfrau - vor allem in Hälfte zwei.

Im Trierer Angriff lief kaum noch etwas zusammen, jeder schob die Verantwortung weiter, Oxana Pal erwischte einen rabenschwarzen Tag, Nadgornaja traf nicht mehr - und außerdem wurde die Abwehr immer löchriger. "Immer wieder nach der Pause brechen wir ein. Ich kann mir das auch nicht erklären", sagte Rechtsaußen Svenja Huber. Trainerin Ildiko Barna wurde da deutlicher: "34 Gegentore zu Hause - das ist ein Witz. Mit dieser Torwartleistung kann man nicht gewinnen. Maike März hielt drei Bälle nach der Pause, Hagel zwölf. Zudem haben wir das Spiel im Kopf verloren. Die Nerven lagen blank." Auf der anderen Seite war HSG-Trainer Andre Fuhr überglücklich: "Wir haben an unsere Chance geglaubt und den Auswärtsbann gebrochen."

DJK/MJC Trier: März, Monz; Nadgornaja (10/2), Roubinkova (4), Roelofsen (0), Hofman (0), Mozgowaja (5), Pal (4), Pütz (0), Vallet (n.e.), Arnosova (n.e.), Huber (6), Eickhoff (n.e.)

Provital Blomberg-Lippe: Hagel, Huppertz (n.e.); K. Dorna (7), Valyushek (1), Krüger (1), Lepert (0), S. Dorna (1), Mißling (5), Antonewitsch (n.e.), Neukamp (14/3), Ilyes (1), Seiffert (4)

Zuschauer: 1000, Schiedsrichter: Blümel/Loppaschewski (Berlin)

Beste Spielerinnen: Nadgornaja/Neukamp, Hagel, K. Dorna

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort