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Handball-Bundesliga: Konkurrent der Miezen stellt Insolvenzantrag

Handball-Bundesliga: Konkurrent der Miezen stellt Insolvenzantrag

Während bei den Miezen, die am Freitag im DHB-Pokal ausgeschieden sind, derzeit "nur" die sportlichen Alarmglocken schrillen, steht Bundesliga-Schlusslicht Bad Wildungen auch vor dem finanziellen Aus - die Hessen stellten Insolvenzantrag.

Trier. Als wären 0:16 Punkte nicht schlimm genug, jetzt fehlen auch noch 300 000 Euro im Etat: Wie schon vor einem Jahr steht Frauen-Handball-Bundesligist HSG Bad Wildungen vor dem finanziellen Aus. Doch im Gegensatz zu 2011, als eine Mäzenin für die Etatlücke aufkam, scheint es nun dem Ende zuzugehen - denn wie am Samstag bekannt wurde, stellten die "Vipers" bereits am Dienstag einen Insolvenzantrag.Spielbetrieb läuft weiter

Die HSG ist die einzige Mannschaft, die noch weniger Zähler als die Miezen (2:14) auf dem Konto hat, und die Hessen sind am 22. Dezember Gastgeber der MJC im ersten Spiel nach der EM-Pause. Dass die "Vipers" weiter am Spielbetrieb teilnehmen wollen, haben sie in einer Pressemitteilung angekündigt. Und zunächst einmal hat der Insolvenzantrag keine Auswirkungen auf die Liga, dies bestätigte auch Liga-Präsident Berndt Dugall. Wird allerdings ein Insolvenzverfahren eröffnet - oder mangels Masse eben nicht eröffnet - steht Bad Wildungen als erster Absteiger fest. Dies würde wie in der Vorsaison bedeuten, dass es nur einen sportlichen Absteiger in die 2. Liga gibt. Seinerzeit hatte Sindelfingen schon vor der ersten Saison seine Mannschaft aus finanziellen Gründen abgemeldet. Trier steht derzeit auf diesem Abstiegsplatz, müsste also im Falle der Bad Wildunger Insolvenz eine Mannschaft hinter sich lassen, liegt aber bereits drei Punkte hinter dem Drittletzten Metzingen.Nach Informationen der Hessische/Niedersächsische Allgemeine Zeitung (HNA) handelt es sich beim Minus von 300 000 Euro teilweise um Altlasten, teilweise seien Sponsorenzahlungen ausgeblieben, teilweise wurde aber auch Geld des aktuellen Etats bereits in der vergangenen Saison benötigt, um dort Löcher zu stopfen. Ein Szenario, das auch bei den Miezen nicht unbekannt ist.Achte Niederlage in Folge

Und die haben am Freitagabend ihre achte Niederlage in Folge kassiert - eine absolut vermeidbare im DHB-Pokal beim Zweitligisten TV Nellingen, wo die MJC bereits vor einem Jahr ausgeschieden war. Denn bis zum Halbzeitstand von 20:18 für Trier war alles in Butter, wobei die Miezen beim 17:14 sogar schon mit drei Toren in Front gelegen hatten. Aber in der ersten Viertelstunde nach dem Seitenwechsel erlebten die Triererinnen auf der schwäbischen Alb ihr Waterloo. Binnen 16 Minuten kassierte die MJC nicht nur drei Zeitstrafen, sondern erzielte nur noch zwei Tore, während Nellingen mit zwölf Toren die Vorentscheidung beim 30:22 erreicht hatte. Danach - und als die Messe gelesen war - waren die Miezen wieder ebenbürtig, konnten diesen Acht-Tore-Rückstand allerdings nur noch auf 30:35 verringern.Eine Chance, in der Liga zu punkten, hat Trier jetzt noch vor der siebenwöchigen Pause wegen der Europameisterschaft: Kommenden Samstag geht es zu Bayer Leverkusen, wo die Trauben trotz des Fehlstarts der "Werks-Elfen" sehr hoch hängen. Und dann geht es am 22. Dezember zum absoluten "Abstiegsgipfel" zu Schlusslicht Bad Wildungen, oder eben auch nicht. BPDJK/MJC Trier: Bocka, Flöck, Kockler - Zelmel (1), Czanik (5), Schmele (8), Vallet (4), Adeberg (3/2), Derbach (3/1), Solic (3), Jelicic (1), Cabeza (1)Beste Torschützinnen Nellingen: Stratmann (9), Heinzelmann (7)