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Handball-Bundesliga: Trierer Miezen verlieren gegen Aufsteiger

Handball-Bundesliga: Trierer Miezen verlieren gegen Aufsteiger

Zu wenige torgefährliche Alternativen nach der Verletzung von Maria Kroyer, zu viele Fehlwürfe – dies waren für die Trierer Miezen die Kernpunkte der 27:29-Niederlage gegen Aufsteiger Bensheim/Auerbach. Wie lange Kroyer ausfällt, steht noch nicht fest.

Es war ein Bild mit Symbolcharakter: Gestützt auf zwei Mitspielerinnen humpelte Maria Kroyer aus der Arena, der Fuß dick geschwollen, Auftreten unmöglich. Die Botschaft dieser Szene nach der 27:29 (16:14)-Niederlage der Trierer Miezen gegen Aufsteiger HSG Bensheim/Auerbach: Der Teamgeist stimmte, aber das Ergebnis glich einem Bänderriss. Ob der auch bei Kroyer eingetreten ist, sollte eine erneute Untersuchung gestern Abend klären.
Klar war: Als Kroyer in der 37. Minute umknickte, war das der Knackpunkt des Spiels. "Ich bin geschubst worden, dann unglücklich gelandet, heftig umgeknickt - und dann ging nichts mehr", sagte der dänische Neuzugang.

Bis zu diesem Zeitpunkt lagen die Miezen noch gut im Rennen, auch wenn sie leichtfertig eine 12:7-Führung aus den Händen gegeben hatten. Bei Kroyers Aus stand die Partie auf der Kippe. "Und als Maria raus war, hatten wir keine Alternativen mehr im Rückraum", sagt Co-Trainerin Jana Arnosova. Weil die überragende Katrin Schneider nach acht ihrer 13 Treffer vor der Pause in "Fraudeckung" genommen wurde, und Natalie Adeberg einen rabenschwarzen Tag erwischte, war der Miezen-Angriff so geschwächt, dass die MJC es nicht mehr schaffte, die Partie nach dem 25:24, der ersten Führung der Gäste, zu drehen.

Viele Fans in der Arena fragten sich besorgt: "Gegen wen, wenn nicht Bensheim, sollen wir diese Saison gewinnen?" Auf die Frage haben Kroyer und Arnosova ihre Antworten: "Wir werden gewinnen, weil wir selbst aus diesem Spiel noch etwas Positives herausziehen können. Im Gegensatz zum Auftakt in Weibern haben wir 50 Minuten gut gespielt - und die Stimmung im Team ist nicht getrübt", sagte die Dänin. Und Arnosova ergänzte: "Vielleicht ist der Start gegen Mannschaften wie Weibern und Bensheim, die auf unserer Augenhöhe liegen, nicht optimal. Ich hätte lieber gegen Leipzig und Erfurt gespielt - und später, wenn wir eingespielter sind, jene Spiele gehabt, die wir gewinnen können."

Generell zeigte sich Arnosova "äußerst enttäuscht von der zweiten Halbzeit", sieht "einen Berg voll Arbeit" vor sich und Cheftrainerin Cristina Gabeza, hatte aber auch ein großes Lob für ihre beste Torschützin Katrin Schneider parat: "Es waren nicht nur die 13 Treffer, sondern auch ihre äußerst mannschaftsdienliche Spielweise." Aber die Miezen müssen sich schnell taktisch darauf einstellen, dass die mit 21 Toren in zwei Spielen aktuell Führende der Bundesliga-Torschützenliste auch künftig kurz gedeckt wird - denn auf diese Bensheimer Maßnahme fand die MJC keine befriedigende Antwort. Zwei andere Problemzonen waren entscheidend für die absolut vermeidbare Niederlage gegen den Aufsteiger: "Wir haben ihre Torfrau regelrecht warm geworfen", sagte Arnosova. Und die Stärke Bensheims war die Schwäche der MJC: Auf der Torwartposition verloren die Miezen das Duell um Längen.

Eine Woche Zeit zum Wunden lecken haben die Triererinnen nun, am Mittwoch steht die nächste Partie an, wieder zuhause, diesmal gegen Leverkusen. "Wir haben den Kopf, wir müssen jetzt auch mal eine Überraschung schaffen. Das gelingt, wenn wir uns gegenseitig motivieren und wir weiter an uns glauben", lautet das Motto von Maria Kroyer, die noch einen persönlichen Wunsch hegt: "Ich bin eine Kämpferin. Daher will ich gegen Bayer auch wieder auf der Platte stehen."

DJK/MJC Trier: Kockler, Flöck - Irsch (n.e.), Mohr (0), Schneider (13/8), Czanik (2), Vallet (4), Adeberg (0), Pilmayer (1), Derbach (n.e.), Solic (3), Cabeza (2), Kroyer (2)

Beste Torschützinnen HSG Bensheim/Auerbach: Hildebrand (6/1), Diehl (7/5), Rode (5)