Handball: Ganz Bittere Heim-Niederlage für die Miezen

Trier · Sie waren ganz nah dran am Sensationspunkt gegen den Tabellendritten und Europapokalsieger Buxtehuder SV, doch am Ende wurde es wieder nichts mit dem ersten Heimsieg der Saison: die Trierer Miezen haben mit ganz viel Pech mit 25:26 (16:14) verloren und bleiben Vorletzter.

(BP) Sie konnten ihr Pech nicht fassen – noch Sekunden nach dem Schlusspfiff standen die Miezen-Spielerinnen wie versteinert auf dem Feld und mussten mit ansehen, wie Buxtehude den Siegertanz zelebrierte. Nach drei absolut klaren Heimniederlagen war die MJC ganz nah dran am ersten Heimpunkt, der auch völlig verdient gewesen wäre. Aber weil – wie immer – am Ende die Kraft fehlte, gab es erneut keinen Zähler. Dabei zeigte die MJC – laufstark angefeuert von den rund 700 Zuschauern – ihre beste Saisonleistung, bewies Moral bis zum Schluss.

„Dieser Sieg war mehr als glücklich, ein Unentschieden wäre absolut verdient gewesen“, sagte Gästetrainer Dirk Leun, der hofft, dass „Trier die nötigen Punkte zum Klassenerhalt noch holt. Trier ist ein wichtiger Standort für den Frauenhandball, und wir wollen auch nächste Saison wieder hierher kommen.“ Miezen-Coach Thomas Happe sprach ein „Riesenkompliment für meine Mannschaft“ aus: „Wir haben unseren Aufwärtstrend bestätigt, aber so ist Sport, da gibt es auch unglückliche Niederlage mit einem Tor Unterschied. Wir lassen uns aber nicht von unserem Weg abbringen.“

In der ersten Hälfte zeigten die Miezen bereits eine sehr couragierte und auch abgeklärte Leistung. In der Abwehr stand Trier sehr sicher, provozierte eine Vielzahl von Buxtehuder Fehlern, im Angriff wartete die MJC lange, bis sich die Chance ergab. Dennoch lag Trier anfangs zurück, vor allem weil sie Nationalspielerin Stefanie Melbeck nicht in den Griff bekamen, die nach 18 Minuten schon fünf Treffer erzielt hatte. Doch dann stellte sich Trier besser auf Melbeck ein, nachdem die MJC in Minute zwölf beim 6:5 erstmals die Führung erzielt hatte, beim 10:8 waren es erstmals zwei Treffer Differenz – ein Abstand der bis zur Pause hielt. Und dies obwohl sich die bis dahin sehr starke Silvia Solic bei ihrem Treffer zum 13:11 am Finger verletzte, in der Kabine behandelt werden musste, und bis zur Pause nicht mehr auflief. Der Aufwärtstrend der MJC nach zuletzt vier Niederlagen in Folge war deutlich zu sehen – vor allem an Torfrau Daniela Vogt sowie an Willemijn Karsten, die ihr Tief überwunden hat.

Nach der Pause – und als Solic zumindest teilweise wieder eingesetzt werden konnte – startete Trier gut, aber Buxtehude spielte deutlich stärker in der Deckung. Beim 19:19 (42.) glichen die Gäste erstmals wieder aus – und die Partie stand von dann an auf des Messers Schneide. Die Fans spürten, dass die große Sensation in der Luft lag und peitschten ihre Mannschaft nach vorne, Trainer Thomas Happe rannte wie wild an der Bank – aber auch er merkte, dass die Kraftreserven zur Neige gingen. Als dann auch noch Abwehrchefin Tessa Cocx ihre zweite Zeitstrafe kassierte und nicht mehr in der Defensive eingesetzt wurde, wurde es ganz eng. Die Nachwuchsspielerinnen Katrin Schneider und Katrin Premm mussten den Innenblock bilden. Doch bis zur 53. Minute hielt das Bollwerk, dann ging Buxtehude erstmals wieder beim 24:23 in Führung und legte gleich zum 25:23 nach. Doch Trier gab nicht auf, glich beim 25:25 wieder aus – auch weil Torfrau Anna Monz einen Siebenmeter hielt. 55 Sekunden vor dem Ende ging Buxtehude wieder in Führung, im letzten Angriff brachte Happe Silvia Solic als siebte Feldspielerin. Ohne Erfolg, der letzte Wurf wurde abgeblockt.

DJK/MJC Trier: Vogt, Monz – Cocx (3), Popovic (8/4), Schneider (2), Karsten (5), Vallet (2), Arnosova (1), Premm (0), Derbach (0), Lennartz (0), Solic (4)

Buxtehuder SV: Kljin - Klein (6/4), Wode (0), Fischer (0), Bülau (0), Lütz (0), Schmäschke (0), Lamein (8/1), Stapelfeldt (2), Oldenburg (0), Techert (4), Melbeck (5)

Zuschauer: 700

Schiedsrichter: Fleisch/Rieber (Ostfildern)

Zeitstrafen: Trier: Cocx (4 Minuten), Buxtehude: Fischer, Melbeck

Siebenmeter: Trier: 4/4, Buxtehude: 6/5

Beste Spielerinnen: Karsten, Popovic/Klijn, Lamein

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